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Gruppenunterricht planen

Lerninstruktionen


Um ein frühzeitiges Scheitern von Gruppenunterricht und Misserfolg bei der Gruppenarbeit zu vermeiden, muss der Lehrer bzw. der Gruppenleiter bei der Planung sein Augenmerk auch auf Aufgabentypen und Arbeitsaufträge, die so genannten Lerninstruktionen,  richten. 

Meyer (1992, S.13) betont, dass für alle Lerninstruktionen, "die eine Konstruktion oder eine Analyse (oft auch beides) erfordern […] die Kleingruppenarbeit eine geeignete Lernform" ist. Lerninstruktionen für Kleingruppen müssten aber - abgesehen von reinen Trainingsaufgaben - Aufgaben und Probleme enthalten.

"Bei Aufgaben sind Lösungsmethoden bekannt. Sie erfordern im wesentlichen reproduktives Denken. Probleme enthalten eine Barriere. Barrieren verhindern zunächst die Transformation eines Anfangszustandes in einen erwünschten Endzustand. Sie müssen überwunden werden und lösen bei den Lernenden oft produktive und kreative Denkakte aus, da Lösungsmethoden nicht bekannt sind." (Meyer (1992, S.14)

 
Barrieren überwinden 

Den Barrieren kommt nach Meyer eine zentrale Rolle bei der Planung der Kleingruppenarbeit zu. Denn neben der Art des Realitätsbereiches, dem das jeweilige Problem zuzuordnen sei, müsse das Augenmerk auf die verschiedenen Formen der Überwindung bestimmter Barrieren gerichtet werden (vgl. Meyer (1992, S.14). Meyer unterscheidet:

  • Kombinationsbarrieren

  • Synthesebarrieren

  • dialektische Barrieren

Bei der Kombinationsbarriere sind der Ausgangs- und der Zielpunkt bekannt. Das Problem, kann durch die richtige Kombination oder Folgerung aus einer Reihe vorgegebener Fakten gelöst werden.

Bei der Synthesebarriere sind ebenfalls Ausgangs- und Zielpunkt bekannt. Unbekannt dagegen sind die besondere Kombination von Handlungen und wichtige Einzeloperationen zur Problemlösung. Daher muss man zur Problemlösung erst einmal die richtigen Operationen  finden. 
"Unerlässlich ist die Synthese eines brauchbaren Inventars von Operationen. Probleme mit solchen Synthesebarrieren sind demnach Probleme, bei denen das Operatorinventar offen ist. Man weiß, dass die Lösungsmethoden, die zunächst in Betracht gezogen werden, vermutlich nicht ausreichen, und dass es erforderlich ist, das Operatorinventar zu ergänzen.“ (Meyer (1992, S.15)

Eine dialektische Barriere ist ein Problem, für das sich bestimmte Kriterien für einen Zielzustand kaum formulieren lassen. In diesem Fall weiß man also nur, dass eine bestimmte, vorgegebene Situation überprüft werden soll, man hat aber dafür als Instrumentarium nur ein paar wenige, sehr allgemein gehaltene Kriterien zur Hand. 
"Es fällt schon schwer, bei solchen Problemen Komparativkriterien zu finden. Sie enthalten eine dialektische Barriere, die dadurch überwunden werden muss, dass in einem dialektischen Entscheidungsprozeß Vorschläge und Entwürfe für einen Zielzustand auf Widerspruch überprüft und entsprechend verändert werden.“ (Meyer (1992, S.16)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

 

      
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