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Modelle zur Leistungsbeurteilung

Förderliche Beurteilung


Die Leistungsbewertung im Gruppenunterricht bewegt sich im Spannungsfeld der Begriffe Beurteilen und Bewerten. Der von Bonati (1995) entwickelte Ansatz der förderlichen Beurteilung zielt auf eine kontrollierte und aufmerksame Begleitung des Lernens, die sich in der Abfolge von Beobachtung, Analyse und Lernhilfe manifestiert.
Grundsätzlich sollte der Beurteilungscharakter (auch bei schriftlichen Leistungsnachweisen) Vorrang vor dem Bewertungscharakter haben.

  • Wer beurteilt, will einen Schüler in seinem Lernen und seinen Leistungen weiterbringen. (edukative Funktion)

  • Wer z.B. mit Noten bewertet, öffnet oder schließt Zugänge im Bildungssystem. (selektive Funktion) (vgl. Bonati 1995, S.398)

Der Ansatz der förderlichen Beurteilung, den Bonati aus dieser Gegenüberstellung gewinnt, versteht sich als prozessorientiert, kriterienbezogen, kommunikativ und will die Schüler zu Partnern machen.

Wegen der Unmöglichkeit, die Entstehung und Entwicklung einer Lernleistung kontinuierlich zu verfolgen, können Einblicke in den Lernprozess nur punktuell erfolgen. Um so mehr müssen diese Einblicke zum Gegenstand des Unterrichts selbst werden. Sie müssen daher auch fest in Unterrichtsplanung und -geschehen etabliert werden. Derartige geplante Einblicke, die Rückmeldungen über den Lernprozess geben, nennt Bonati Prozessfenster. (vgl. Bonati 1995, S.400)
Sämtliche Beurteilungskriterien müssen auf den jeweiligen Lernprozess abgestimmt sein. Dabei genießen Praktikabilität und Wirksamkeit von drei bis vier, flexibel zu handhabenden Kriterien den Vorrang vor Vollständigkeit und Systematik.
Die Abfolge einer Beurteilung, die kommunikativ ist und die Schüler zu Partnern macht, kann schematisch wie folgt dargestellt werden.
 
1 S + - S = Selbstbeurteilung durch die Schüler selbst; + = Was war gut, - = Was ist verbesserungsfähig? 
2 L + -  L = Beurteilung durch den Lehrer; + - = Qualität der Leistung; Ursache und Ort der Lernschwierigkeiten im Gespräch mit Schüler herausfinden
3 S und L » » = Lernhilfen, Korrekturaufgaben und Verbesserungsvorschläge an den Schüler; und = Vorschläge sollen vom Lehrer und vom Schüler ausgehen

(vgl. Bonati 1995, S.401)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013

 
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