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Die Leistungsbeurteilung und
Leistungsbewertung,
die im herkömmlichen Unterricht in aller Regel vom Lehrer vorgenommen wird,
muss in offenen Unterrichtsformen, die von
Gruppenunterricht
geprägt sind, anders ausfallen. Dabei geht es nicht allein um die Formen
dieser Beurteilung, sondern ins Zentrum des Interesses rückt damit auch der
jeweils zugrunde liegende Lern- und Leistungsbegriff.

Offene Unterrichtsformen folgen demgemäß im
Vergleich
mit herkömmlichen Unterrichtsformen auch einem anderen Lern- und
Leistungsbegriff. Wer als Lehrer offenen Unterricht als Partner seiner
Schüler gestaltet, folgt damit in der Regel auch anderen Prämissen über
das Lernen im Allgemeinen und Unterricht im Besonderen. Gefragt ist somit
ein erweiterter Lern- und Leistungsbegriff, der in der Schulleistung
eine Gesamtheit von zwangfreiem Lernen, schöpferischen Aktivitäten,
Selbständigkeit und Selbstverantwortlichkeit eigenem Handeln gegenüber
sieht.
Die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, die über die
Vermittlung von Fachwissen (Faktenwissen,
deklarativem
Wissen) hinaus auf den Erwerb von methodischen, sozialen und
metakognitiven
Kompetenzen zielen, muss die herkömmliche Leistungsbeurteilung
zwangsläufig desavouieren. Denn dabei "versagen vielfach die
bisherigen Strategien der Notenfindung oder bilden nur einen bescheidenen
Teilbereich dessen ab, was Gegenstand und Ziel des Unterrichts war. Ein
neuer, erweiterter Lernbegriff impliziert doch zwangsläufig auch einen
neuen Leistungsbegriff, andere Verfahren der Beobachtung, Interpretation,
der Einstufung und der Rückmeldung an die Schüler und Schülerinnen."
(Vogelsberger 1995,
S.7)
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