Home
Nach oben
Zurück
Weiter
 

Der Dreißigjährige Krieg 1618-48

Die Finanzierung der Söldner

Herbert Langer (1998)


 

Die Geldmittel, die zur Aufstellung einer Söldnereinheit unbedingt erforderlich waren, wurden vom Kriegsherrn selbst bereitgestellt oder diesem von solventen Offizieren vorgeschossen. Der Kriegsherr trug seine Schuld vorwiegend in der Weise ab, dass er dem Obristen (im Falle eines Regiments) Einkünfte, Landgüter, Rechte, Privilegien, Pfründen und Titel übereignete. Floss schon Geld in die Regimentskasse, das vom Kriegsherrn stammte, dann reichte es kaum für drei Monatssolde [...], für die Monate in denen die "Untersten" keinen Sold erhielten, mussten sie sich andere Quellen erschließen - am wenigsten durch Arbeit. Diese Quellen lagen im jeweiligen Aufenthaltsgebiet einer Einheit. Die Soldaten wurden für die kälteren fünf bis sechs Monate in Privathäuser einquartiert, Fußvolk in den Städten, Reiter meist auf Dörfern. Ihr Unterhalt (Verpflegung, Wohnung, Heizung, Licht u .a. m.) ging also zu Lasten der betroffenen Haushalte. Ausgenommen blieben fürstliche, adlige, ratsherrliche und Pfarrhäuser, so lange das die Versorgungslage und die Disziplin der Soldaten zuließ. [...]
Die Überlieferung lässt keinen Zweifel daran, dass die Einquartierung von Kriegsleuten als oft unerträglich Last empfunden wurde, der man sich zu widersetzen oder von der man sich loszukaufen suchte.
   Dergestalt war das Überwälzen des Heeresunterhalts auf die Bevölkerung eine Art Soldersatz. Mit der Einquartierung ging oft eine weitere Belastung einher - die "Kontribution": Städten, Ländern und Landschaften wurde von den Befehlshabern die kurzfristige und einmalige Zahlung einer hohen Geldsumme auferlegt, die in aller Kürze nur durch Kreditaufnahme erbracht werden konnte.
 
(aus: Herbert Langer, Heeresfinanzierung, Produktion und Märkte für die Kriegsführung  in: Bußmann/Schilling (Hg.) o.J. (1998), S.294)
   

 
 
   Arbeitsanregungen:
  1. Arbeiten Sie heraus, wie der Heeresunterhalt im Dreißigjährigen Krieg gewährleistet worden ist.
  2. Welche Probleme entstehen durch diese Art des Heeresunterhalts?

  

 
                 
  Center-Map ] Überblick ] Zeittafel ] Verluste ] Westf. Friede 1648 ] Quellen ] Textauswahl ] Karten ] Medien ] Bausteine ]  
                       
 

 

 
 

top

 

logo_sm.jpg (3144 Byte)
Copyright 1999/2005

Home ] Sitemap ] News ] Suche ] Arbeitstechniken ] Deutsch ] Geschichte ] Medien ] Pädagogik ] Politik ] Projekte ] Psychologie ] Didaktik ] Spiele ] Prüfungen ] textPlus ] Pool ] teachSam-Glossar ] FAQ's ] Copyright ] Über teachSam ] Quellen ] Impressum ] teachSam-Corner ] twitter ]