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Der Dreißigjährige Krieg 1618-48

Klagen der Pommerschen Gesandten


 

Wenn Offiziere und Soldaten über Land reisten, mussten die Einwohner des Landes, da noch ein Bissen Brot vorhanden, nicht allein solches ohne Bezahlung, sondern auch ihre Pferde oft auf 15 oder mehr Meilen hergeben, welche sie entweder überhaupt nicht oder auf den Grund verderbt wiederbekämen [...] Sonst wäre gar gemein, dass die Reiter und Soldaten die Dörfer fast alle Nacht plünderten, den Bauern ihre Wagen, Pflüge und andere zum Ackerbau gehörigen Instrumente entweder wegführten oder mutwillig verbrennten, die Leute prügelten, also dass dieselbigen bisweilen far ums Leben kämen [...] Bei dem Räubern und Plündern würden allerhand neue Torturen vorgenommen, um zu erfahren, ob einer oder ander etwas vergraben, indem etlichen Stricke um die Hände gebunden und zusammengedreht, andere unter den Fußsohlen gemartert, anderen brennende Lunten auf die Hände gesetzt wurden [...] So waren die Leute der Mittel zu leben beraubt, dass sie sich eine geraume Zeit mit Trebern, Knospen von den Bäumen und anderen unnatürlichen Speisen aufgehalten und auch der Toten, auch ihrer eigenen Eltern Fleisch gefressen.

(aus: Jennsen (Hg.), Der Dreißigjährige Krieg in Augenzeugenberichten 1963, S.218ff. zit. n. Schmid, Fragen an die Geschichte, Bd. 2, S.218)
 

 
 
   Arbeitsanregungen:
  1. Welche Belastungen müssen die Menschen während des Dreißigjährigen Krieges ertragen?
  2. Vergleichen Sie die geschilderten Ereignisse und Zustände mit den Auswirkungen moderner Kriege.
     
 
                 
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