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Deutschland musste im
Dreißigjährigen Krieg
beträchtliche, regional sehr unterschiedliche Bevölkerungsverluste
hinnehmen:
Bevölkerungsentwicklung in Deutschland
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Spätmittelalter |
12 bis 13
Mio. |
um 1700 |
15 Mio. |
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um 1600 |
15 Mio. |
um 1750 |
16-18. Mio. |
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um 1650 |
10 Mio. |
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(nach W. Buchholz, Raum und Bevölkerung in der
Weltgeschichte, Bd. 3, Würzburg: Ploetz-Verlag 1966, S.46)
Gesamtverluste
Wegen der großen Wanderungsbewegungen zwischen Stadt und Land
gibt es nur ein sehr grobes Bild über die gesamten Menschenverluste im
Dreißigjährigen Krieg.
"Die Verluste auf dem Lande werden im Allgemeinen auf etwa 35 bis 40 v. H.
geschätzt, die der Städte auf 25 bis 30 v. H., wobei die Städte immer
relativ schnell einen Teil der Verluste durch Flüchtlinge vom Lande
ausgleichen konnten (insgesamt Rückgang der Bevölkerung in Deutschland von
etwa 16 Mill. auf 10 bis 11 Mill. Einwohner)."(Hennig
1974, S.242)
Einzelne Angaben
- Im Herzogtum Württemberg, das 1618 etwa 400.000 Einwohner gehabt
haben soll, leben 1648 nur noch 50.000 Menschen.
- In der Grafschaft Henneberg verminderte sich die Einwohnerzahl von
60.000 auf 16.000.
- In Frankenthal (Pfalz) gab es von ehemals 18.000 Menschen nur noch
324.
- In der schlesischen Stadt Löwenberg (am Bober) lebten von ehemals
6.500 Menschen gerade noch 40. Erst im 20. Jahrhundert konnte die Stadt
ihre Größe von 1618 wieder erreichen!)
- Ganze Ortschaften waren menschenleer, wobei mauerbewehrte Städte in
der Regel weniger betroffen waren als das offene Land, über das
sämtliche Soldatengruppen herfielen. (vgl.
Hennig 1974, S.242)
- In Dortmund verloren in den Jahren 1635 und 1636 910 Menschen ihr
Leben durch die Pest. Wegen der gleichzeitigen Beschießung der Stadt,
setzte eine starke Fluchtbewegung ein, so dass binnen kürzester Zeit 2/3
der Bevölkerung der Stadt ausgewandert oder an den Folgen von Krieg und
Pest gestorben waren.
(vgl. E. Kayser, Bevölkerungsgeschichte
Deutschlands, Leipzig, 3. Aufl. 1943, S.339f.)
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