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Der Dreißigjährige Krieg 1618-48

Zeittafel

 
 
1517 Luther veröffentlicht in Wittenberg 95 Thesen über den Ablass. ("Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg")
1555 Augsburger Religionsfrieden als vorläufiges Ende des Kampfes zwischen Protestanten und Katholiken
1567 Beginn der Gegenreformation in Bayern
1598 Gegenreformation Erzherzog Ferdinands von Steiermark (später Kaiser Ferdinand II.,1619-1637)
1608 "Bruderzwist im Hause Habsburg": Matthias (Kaiser 1612-19) erhebt sich gegen seinen kaiserlichen Bruder Rudolf II. (Kaiser 1576-1612).; böhmische Stände profitieren davon durch den Majestätsbrief Rudolfs II. (1609) und das Zugeständnis der freien Königswahl durch Matthias

Gründung der protestantischen Union (Verteidigungsbündnis süddt. Reichsfürsten unter Führung des Kurfürsten von der Pfalz); Beitritte: Brandenburg, Hessen-Kassel und 17 oberdt. Reichsstädte

1609 Gründung der katholischen Liga (Schutzbündnis zwischen Herzog Maximilian von Bayern und süddt. Bischöfen, dem sich auch die drei geistlichen Kurfürsten und die Mehrzahl der katholischen Reichsstände anschließen
1612-19 Kaiser Matthias
1618 Aufstand in Prag (Böhmen) wegen Verletzung des Majestätsbriefes: »Prager Fenstersturz« (26.5.1618): die kaiserlichen Räte Martinitz und Slavata werden aus dem Fenster des Schlosses gestürzt;
Beginn des Dreißigjährigen Krieges
1618-23 Böhmisch-pfälzischer Krieg:
Nach der Wahl des protestantischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, dem Führer der protestantischen Liga, Bündnis Ferdinands II. (Kaiser 1619-37) mit Maximilian von Bayern, dem Oberhaupt der katholischen Liga. Sieg des kaiserlichen Feldherrn Tilly in der Schlacht am Weißen Berg bei Prag 1619 über Philipp und die böhmischen Stände. Strafgericht, Enteignung des böhmischen Adels und umfassende Rekatholisierung, Auflösung der Union, Philipp V. von der Pfalz flieht
1623 Maximilian von Bayern erhält die pfälzische Kurwürde und die Oberpfalz
1625-29 Dänisch-niedersächsischer Krieg:
Eingreifen Christians IV., protestantischer König von Dänemark und Herzog von Holstein und Oberster des niedersächsischen Kreises in den Krieg;
Aufstellung eines kaiserlichen Söldnerheeres durch Albrecht von Wallenstein (1583-1634, ermordet), der den Oberfehl über das kaiserliche Heer, das nach neuen Grundsätzen unterhalten wird ("Der Krieg ernährt den Krieg"), verschiedene Siege der kaiserlichen Heerführer Tilly und Wallenstein über die Dänen und Frieden zu Lübeck (1629): Dänemark erhält besetzte Gebiete zurück, muss sich aber künftig von deutschen Streitigkeiten fernhalten.
1629 Restitutionsedikt Ferdinands II. (6.März): Rückgabe aller seit 1552 von den Protestanten eingezogenen geistlichen Güter; Ausschluss der Reformierten aus dem Augsburger Religionsfrieden, Gewichtsverschiebung zu Gunsten des Katholizismus in Deutschland, Machtgewinn des Kaisers gegenüber den Reichsständen
1630 Maximilian von Bayern erzwingt auf dem Kurfürstentag zu Regenburg die Entlassung Wallensteins durch Ferdinand II.
1630-35 Schwedischer Krieg:
Der protestantische Gustav Adolf II. von Schweden landet in Pommern und will der Ausweitung des kaiserlichen Einflusses im Ostseeraum entgegentreten; nach der Eroberung Magdeburgs durch Tilly (1631), Sieg Gustav Adolfs bei Breitenfeld (in der Nähe Leipzigs); Zug des schwedischen Heeres durch Thüringen, über Franken bis nach Mainz; schwedischer Sieg und Tod Tillys bei Rain am Lech (1632); Wallenstein erneut kaiserlicher Oberbefehlshaber: erzwingt schwed. Rückzug bei Nürnberg, schwedischer Sieg in der Schlacht bei Lützen (Tod Gustav Adolfs, 6.11.1632, - schwed. Reichskanzler Axel Oxensternja neuer Führer); kaiserlicher Sieg bei Nördlingen (1634)
1635 Friede zu Prag zwischen Kaiser und Sachsen: keine Durchführung des Restitutionsedikts, gemeinsam gegen die Schweden; Brandenburg und der Großteil protestantischer Reichsstände unterstützen den Friedensschluss
1634 Wallenstein knüpft Kontakte mit seinen Gegner und verfolgt eigenmächtige Macht- und Friedenspläne; wird vom Kaiser abgesetzt und geächtet und auf kaiserlichen Befehl hin in Eger ermordet;
1637-57 Kaiser Ferdinand III.
1635-48 Schwedisch-französischer Krieg:
Das katholische Frankreich tritt, um habsburgische Vormachtstellung in Europa zu brechen, an der Seite des protestantischen Schwedens in den Krieg ein (= Dominanz der Staatsraison über die Konfession unter Kardinal Richelieu); Katalonien, Savoyen und Portugal werden dadurch in den Krieg hineingezogen
1636 Sieg der Schweden bei Wittstock und erneutes schwedisches Vordringen bis nach Mähren; während die Schweden erfolgreich Prag angreifen (1645) erobern die Franzosen einen großen Teil des Rheinlandes, fallen 1646 und 1648 in Bayern ein.
Seit 1641 allmählich Gespräche über Friedensschluss im Gang
1644 Beginn der Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück
1648 Westfälischer Friede
Ausdehnung des Augsburger Religionsfriedens auch auf die Reformierten (Calvinisten); Konfessionsstand von 1624 als Basis für die endgültige konfessionelle Aufteilung und die Verteilung des Kirchengutes; Schweden erhält u. a. Vorpommern mit Stettin und Gebiete um die Odermündung; Frankreich erhält u. a. Hoheitsrechte im Elsass und die Brückenköpfe Philippsburg und Breisach auf dem rechten Rheinufer (="natürliche Rheingrenze" als Ziel); Rheinpfalz erhält achte Kurwürde; Reichsstände erlangen volle Mitbestimmung in allen Reichsangelegenheiten; Landesherren erlangen nahezu völlige Autonomie (Landeshoheit) in politischen und religiösen Fragen (z.B. Bündnisrecht mit ausländischen Mächten);
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation wird damit ein lockerer Verband kleinster, kleiner und mittlerer staatsähnlicher Gebilde. Westfälischer Friede fortan Hauptquelle des Reichsrechts; Ende der spanischen Hegemonie über Europa

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 29.09.2013
 

      
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