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Anlass für den Beginn der großen und lang anhaltenden Kämpfe im
Dreißigjährigen Krieg waren
Habsburgische Wirren
("Bruderzwist im Hause Habsburg"). im Zusammenhang mit einem
Bruderzwist
zwischen Kaiser Rudolf II. (Kaiser 1576-1612), der
1608 von den österreichischen, ungarischen und mährischen Ständen zum
König gewählt wird, und Matthias
(1612-19).
Matthias erhebt sich gegen seinen die Regierungsgeschäfte sehr
vernachlässigenden Bruder und verdrängt ihn aus den eigentlichen
habsburgischen Erblanden. Nur in den Gebieten, die zur böhmischen
Krone gehören, kann sich Rudolf dadurch halten, dass er den Ständen,
und dabei besonders den Protestanten unter ihnen, im so genannten »Majestätsbrief«
(1609) Religionsfreiheit zugesteht. Matthias kann sich die Erbfolge der
böhmischen Krone jedoch dadurch sichern, dass er das Zugeständnis seines
Bruders noch überbietet. Er erkennt das
Recht zur freien Königswahl
durch die Stände an. Nach dem Tod von Rudolf im Jahre 1612 forciert
sein Nachfolger als Kaiser, Matthias (1612-1619), die
Gegenreformation in einem Maße, dass die im »Majestätsbrief«
gewährte Religionsfreiheit Makulatur zu werden droht. Ein Aufstand in
Prag gegen den Kaiser
1618 stellt den Auftakt und den ersten Höhepunkt der kommenden
Auseinandersetzungen der Habsburger mit den böhmischen Ständen dar. Im
»Prager Fenstersturz « - die kaiserlichen Räte Martinitz und
Slavata werden aus dem Fenster gestürzt - findet die
allgemeine Erhebung gegen den habsburgischen Kaiser ihren Ausdruck.
So nimmt es nicht Wunder, dass eine Gruppe protestantischer Stände in
Böhmen unter Berufung auf die ihnen ja von Matthias vordem zugestandene
freie Königswahl Böhmen von Habsburg zu lösen beabsichtigt.
Auf der anderen Seite berufen sich die Habsburger aber weiterhin auf das
Erbrecht zur Regelung der böhmischen Thronfolge. Der aus der spanischen
Linie der Habsburger stammende Philipp III. verzichtet 1617 im Prager
Vertrag auf seine böhmischen Erbansprüche zugunsten des
Erzherzogs
Ferdinand von Steiermark (späterer Ferdinand II., österr. Linie) und
erhält dafür das Elsass. Als Matthias 1619 stirbt, rufen die
böhmischen Stände allerdings den Kurfürsten
Friedrich V. von der
Pfalz (später spöttisch "Winterkönig" genannt), der die in der »Union«
zusammengeschlossenen protestantischen Reichsstände anführt, zum König
von Böhmen aus. Als der Pfälzer Kurfürst die Wahl annimmt, stehen die
Zeichen auf Sturm.
Ferdinand, einer der schärfsten Verfechter der Gegenreformation, beharrt
auf seinem erbrechtlich fixierten Thronanspruch, wird aber von den
böhmischen Ständen nicht anerkannt. Mit Unterstützung des Bundes der
katholischen Stände, der »Liga«, allen voran Maximilian von
Bayern, zieht Ferdinand II., der 1619 zum Kaiser gewählt wird, gegen die
protestantische Union und den "Winterkönig" zu Felde. Der Sieg der Liga
unter ihrem Feldherrn Tilly in der
Schlacht am Weißen Berg bei
Prag 1620 über die Union markiert das Ende des böhmischen
Thronstreites zu Gunsten der Habsburger und zugleich den Beginn einer
weit über zehn Jahre anhaltenden militärischen Dominanz der katholischen
Partei. |
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