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Erster Weltkrieg 1914-18

Begründungen für den Krieg

Äußerungen der Kriegsparteien

 
 
 

Q 1:
Der deutsche Kaiser Wilhelm II. erklärte am 4. August 1914:

Die gegenwärtige Lage ging nicht aus vorübergehenden Interessenkonflikten oder diplomatischen Konstellationen hervor, sie ist das Ergebnis eines seit langen Jahren tätigen Übelwollens gegen Macht und Gedeihen des Deutschen Reichs. Uns treibt nicht Eroberungslust, uns beseelt der unbeugsame Wille, den Platz zu bewahren, auf den Gott uns gestellt hat, für uns und alle kommenden Geschlechter [...]... In aufgedrungener Notwehr mit reinem Gewissen und reiner Hand ergreifen wir das Schwert [...].
Hier wiederhole ich: Ich kenne keine Partei mehr. Ich kenne nur Deutsche.

Q 2:
Rede des britischen Außenministers Edward Grey im Unterhaus (1914):

Man könnte vielleicht sagen, wir sollen beiseite stehen, unsere Kräfte sparen und erst zu Ende des Kriegen, was immer auch sein Verlauf brächte, wirkungsvoll eingreifen, um die Dinge in Ordnung zu bringen und nach unserem Ermessen richtig zu stellen. Wenn wir uns aber in einer Krise wie der gegenwärtigen allen Verpflichtungen entzögen, die unsere Ehre und unser Interesse uns bezüglich des belgischen Vertrages auferlegen, dann zweifle ich, dass alle materielle Macht, die wir zu Ende noch besäßen, aufwiegen könnte, was wir an Achtung eingebüßt hätten.

Q 3:
Rede des russischen Außenministers S. D. Sasonow vor dem russischen Parlament (Duma):

Sie kennen den Anlass zum Kriege. Durch innere Unruhen zerrissen, sucht Österreich einen Schlag zu führen, der gleichzeitig seine Kraft beweisen und uns demütigen sollte. Dafür musste Serbien herhalten, dieses Serbien, mit dem uns die Bande der Geschichte sowie gemeinsame Abstammung und Glauben vereinigen.
Sie kennen die Umstände, unter welchen das Ultimatum an Serbien gerichtet wurde. Hätte sich Serbien diesen Bedingungen unterzogen, so wäre es Österreichs Vasall geworden. Ein gleichgültigen Verhalten unsererseits hätte die Aufgabe unserer Jahrhunderte alten Rolle als Beschützer der Balkanstaaten bedeutet. Gleichzeitig hätten wir damit zugegeben, dass der Wille Österreichs und des hinter ihm stehenden Deutschland für Europa Gesetz wäre. Weder wir, noch Frankreich, noch England konnten es geschehen lassen.

Q 4:
Der ehemalige deutsche Reichskanzler v. Bülow an den deutschen Botschafter in London, (3. August 1914):

Bitte (britischem Außenminister) zu sagen, dass, wenn wir zur Neutralitätsverletzung Belgiens schritten, wir dazu durch die Pflicht der Selbsterhaltung gezwungen würden. Wir befänden uns in einer militärischen Zwangslage. Die unselige russische Mobilmachung hätte uns, die wir uns bis dahin militärisch auf... Defensivmaßregeln beschränkt hätten, plötzlich in Gefahr gesetzt, nachdem auch Frankreich schon vorher stark gerüstet hätten, von den Fluten von Ost und West verschlungen zu werden... Jetzt müssten wir, eingekeilt zwischen Ost und West, zu jedem Mittel greifen, um uns unserer Haut zu wehren...

 

 
   
Arbeitsanregungen:

 

  1. Arbeiten Sie aus den Quellen 1-4 heraus:

  2. Worauf führen die Politiker den Ausbruch des Krieges zurück?

  3. Wem geben sie die die Schuld am Krieg überhaupt?
     

 
     
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