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Quellen 1815-1848/49

Anklage gegen die Organisatoren des Pressevereins

(1833)

 
 
 

Sie geben zwar an, dass dieser Verein nur Belehrung, politische Aufklärung aller Klassen des Volkes und Unterstützung der freien Presse zum Zwecke habe, durch welche letztere man der großen Mehrheit des Volkes die Überzeugung und als Lebenszweck der gegenwärtigen Regeneration die Herbeiführung der politischen Reform Deutschlands in lebendiger und glühender Weise beizubringen habe, welche geistige Wiedergeburt Deutschlands sodann von selbst die materielle Vereinigung her- beiführen werde.
Dass aber im Gegenteile dieser Verein offenbar nichts Anderes bezwecke als die Zerstörung der bestehenden Regierungen durch die Presse, d. h. diese Zerstörung durch die mittelst der Presse zu verbreitenden Lehren zu bewirken, durch diese Lehren die dermalige politische Gestaltung Deutschlands mit ihren Regierungsformen als die unerträglichste, erbärmlichste, schmachvollste darzustellen, die dermaligen Regenten und Verfassungen als die einzige und alleinige Quelle und Ursache dieses Unglücks, dieser Schmach anzugeben, sie daher bei der Masse gehässig zu machen, und letztere aufzureizen durch Vorspiegelungen aller Art, diesen angeblich erbärmlichen Zustand zu ändern, die dieser Änderung entgegenstehenden Hindernisse, d. h. die dermaligen Regenten, wegzuräumen und so die Vereinigung, die politische Wiedergeburt Deutschlands zu verwirklichen.
Zu diesem Behufe verwendeten sie die ihnen als Zentralkomitee zu Gebote stehenden Summen zur Bestreitung der Druck- und Verbreitungskosten solcher aufrührerischen Schriften, welche sie nach Baiern und Preußen versendeten und fast an alle Buchhandlungen unentgeltlich abgehen ließen.

(aus: Anklageschrift gegen Friedrich Schüler, Joseph Savoye und Ferdinand Geib (alle drei flüchtig), die Organisatoren des Preßvereins, vor dem Landauer Geschworenengericht, in: Mannheimer Zeitung, Beilage vom 1. August 1833 - an die moderne Rechtschreibung angepasst)

 

 
   
   Arbeitsanregungen:
  1. Was wird den Angeklagten vorgeworfen?

  2. Gegen welche Bestimmungen des Pressegesetzes (1819) der Karlsbader Beschlüsse verstoßen sie damit?

  3. Halten Sie ein Verteidigungsplädoyer für die Angeklagten.
     

 
     
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