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Die Karlsschule

Berufliche Ausbildung

Gustav Hauber (1907)

 
 

Der [...] Unterricht hat in der Gesamtheit der Karlsschule nur vorbereitenden Charakter; er war nie Selbstzweck der Schule und bestand nie für sich allein, nur die berufliche Ausbildung war der eigentliche Zweck und Ziel der Schule. Auch äußerlich bestand keine scharfe Scheidung zwischen den beiderlei Gruppen, sofern die Zöglinge beider der gleichen disziplinarischen Ordnung unterworfen waren und der Übergang von der unteren in die obere nach Erledigung der betreffenden Kurse ganz wie sonst von einer Abteilung in die andere erfolgte, wenn der betreffende von der Anstaltsleitung als dazu befähigt angesehen wurde; auch der Unterricht war nicht streng geschieden, sofern nicht nur in den ersten Jahren der Schule die Berufswissenschaften neben den vorbereitenden gelehrt wurden, sondern auch weiterhin die allgemeinbildenden Fächer sich noch sehr bedeutend in die Jahre der Berufsstudien erstreckten [...]. Dass ein Zögling nach Erledigung der vorbereitenden Abteilungen aus der Anstalt austrat, mag wohl zuweilen vorgekommen sein, im Gesamtlehrplan der Anstalt aber wurde darauf keine Rücksicht genommen, dieser war vielmehr durchaus auf das Durchlaufen der ganzen Anstalt innerhalb des betreffenden Zweiges eingerichtet. Der Zahl nach war das Verhältnis der in den vorbereitenden Studien stehenden Zöglinge zu der in den Berufstudien stehenden sehr verschieden. In den ersteren Jahren, da die Zöglinge erst allmählich in die Berufsstudien hineinwachsen mussten, waren die ersteren weit überwiegend, so noch 1778 173 (in 7 Abteilungen) gegen 75 (in 5 Abteilungen). Allmählich aber, als die einzelnen Berufszweige je mehrere Jahresabteilungen umfassten, gestaltete sich das Verhältnis so, dass Vorbereitungszöglinge und Berufszöglinge, außer Kaufleuten und Künstlern, ungefähr gleich stark waren: 1781 128 (in 7 Abteilungen) gegen 134 (in 10 Abteilungen); 1782 147 (in 8 Abteilungen) gegen 149 (in 13 Abteilungen) - wozu noch die Handelsleute in 2 Abteilungen mit rund 35, die Künstler mit rund 50 kamen.
Wenn bei der Nachwelt, vielleicht auch schon bei der Mitwelt, der Berufsunterricht an der Karlsschule in der Allgemeinheit weniger Interesse gefunden hat als der vorbereitende, so ist dies insofern nicht ganz unbegründet, als der Berufsunterricht sich inhaltlich hier im wesentlichen in denselben Bahnen bewegte, wie an den sonst vorhandenen Hochschulen; seine Stellung im Gesamtleben der Schule aber, ferner vieles Eigentümliche in Einrichtung und Betrieb der einzelnen Ausbildungszweige und die Bedeutsamkeit seiner Leistungen machen eine Darstellung desselben zum selbstverständlichen Erfordernis. [...]
Die Anordnung innerhalb dieser war bis 1782: juridische, militärische, kameralistische, forstliche, medizinische, Handels-Abteilungen, Künstler; von 1783 an in den Vorlesungsverzeichnissen: Religion, juridische, medizinische, militärische, ökonomische, philosophische Fakultät (die letztere mit den philologischen Abteilungen), Fakultät der Künste. [...]
Der juristische Unterricht (Hervorh. d Verf.) stand seit seiner Einrichtung in den Anfangsjahren der Schule, wie nach seiner Organisation als 'Juridische Fakultät' an der Spitze der beruflichen Unterrichtszweige und galt als deren vornehmster. 1774 zum ersten Mal auftretend erweiterte er sich von 1 auf (seit 1784) 4 Abteilungen; 1779 wurde die Kursdauer auf 4 Jahre festgesetzt, 1783 auf 3 Jahre eingeschränkt, aber 1788 wieder 4 Jahre erweitert; in der Blütezeit der Schule gehörten gleichzeitig 40-50 Zöglinge diesem Berufszweige an. Der Jurist musste den ganzen vorbereitenden Unterricht, einschließlich des Griechischen durchlaufen, tatsächlich war aber dieser bis 1782 beim Eintritt in die Berufsabteilungen nicht erledigt, vielmehr waren noch im ersten, teilweise auch im zweiten Jahr des Berufsstadiums außer Religion und Leibesübungen auch Französisch, Englisch, Geschichte, Altertümer, Mathematik, Physik, Philosophie für ihn Pflichtfächer. Nach dem Plan von 1783 wurden die vorbereitenden Fächer im Prinzip alle in den philosophischen Abteilungen erledigt und für das eigentliche juristische Studium 3 Jahre als genügend bezeichnet. Was von allgemein bildenden Fächern in diesen Jahren dazu genommen wurde, war außer der Religion in der Hauptsache freiwillig, doch werden Vorlesungen über dieses und jenes allgemein bildende Fach, so namentlich die neuere Geschichte, auch fernerhin als obligatorisch genannt, und von der Möglichkeit, neben den eigentlichen Fachwissenschaften zu hören, wurde von den einzelnen ausgiebiger Gebrauch gemacht. [...]
Als Lehrer in den juristischen Fächern waren im ganzen 17 Professoren tätig, wozu 4 doctores legentes (Privatdozenten) und 3 Lehrer für Hilfsfächer kommen; gleichzeitig waren 1774 2, 1775-78 3, 1779-80 4, 1791-82 5, von 1783 an 6-7 Professoren angestellt.1 [...]
Im Ganzen sieht man, dass von den Fakultäten der Karlsschule die juristische, entsprechend ihrer Stellung an der Spitze der Schule, von ihren Zöglingen die umfassendste Ausbildung verlangte und mit Lehrern und Vorlesungen2 weitaus am reichsten ausgestattet war; sie dürfte darin hinter wenigen ihrer Zeit zurückgestanden sein und die meisten übertroffen haben. [...] Die Zöglinge dieses Zweig haben an den Vorzügen des Unterrichts an der Karlsschule, sowohl des allgemein bildenden als des fachwissenschaftlichen, den vollsten Anteil und Vorteil gehabt und durch ihre spätere Berufstätigkeit in verschiedenen Stellungen und Ländern, darunter namentlich viele (17) als Minister in verschiedenen Staaten, die Trefflichkeit ihrer Ausbildung bewährt.

Der medizinische Unterricht (Hervorh. d. Verf.) wurde nach dem Einzug der Schule in Stuttgart zu Anfang des Jahres 1776 den bisherigen Unterrichtseinrichtungen hinzugefügt, nicht weil er für das Land ein Bedürfnis gewesen wäre, da die Universität Tübingen eine medizinische Abteilung besaß, sondern zur Vervollständigung der Schule zu einer alles umfassenden Hochschule, zur weiteren Hebung ihrer Bedeutung und ihres Ruhms. Demgemäß erhielten anfangs die medizinischen Abteilungen ihren Platz hinter den juristischen, militärischen, kameralistischen und forstlichen, nach der Erhebung der Karlsschule zur Universität aber nahm die 'Medizinische Fakultät, in der Reihe der Fakultäten den zweiten Platz, nach der juristischen, ein. [...] Der medizinische Kurs war auf 3 Jahre berechnet, erweiterte sich aber tatsächlich bis zum Abschluss bei den meisten auf 4 oder 5 Jahre; doch bestanden nie mehr als zwei Abteilungen gleichzeitig, und die einzelnen Abteilungen zählten nur 5-10 Zöglinge. Die Gesamtzahl wird einschließlich der Stadtstudierenden auf 182 angegeben, jedenfalls war unter den Fakultäten der Schulen die medizinische die am wenigsten zahlreich besuchte. Vorausgesetzt wurde für den Eintritt in das medizinische Studium die gesamte Vorbildung, welche die Schule bot, einschließlich des Griechischen. Von den allgemeinbildenden Fächern wurden in den Jahren des Fachunterrichts außer den Leibesübungen Religion, Französisch und Englisch, Geschichte, teilweise auch Mathematik, Physik, Philosophie, Schöne Wissenschaften und Zeichnen.

Nicht als allgemein bildendes Fach - weshalb es denn in den vorbereitenden Abteilungen nicht gelehrt wurde -, sondern als zum Fachstudium gehörig galt die Naturgeschichte mit Chemie.3 Diese Fächer wurden denn auch zur medizinischen Fakultät gerechnet und mit besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Mediziner gelehrt; da aber in den hiezu gehörigen Einzelfächern außer den Medizinern auch Kameralisten und Forstleute und ferner die Handelsleute und Künstler in 2-3 Wochenstunden unterrichtet wurden, werden sie hier für sich vorauszunehmen sein. [...]
Über die medizinischen Fächer4 wurde bei der öffentlichen Prüfung immer geprüft und in den früheren Jahren auch Disputationen gehalten. Die wissenschaftlichen Abhandlungen, die aus dem Gebiet der eigentlichen Medizin aus der Schule hervorgingen waren durchaus in lateinischer Sprache gehalten, wie denn auch die Vorlesungen teilweise lateinisch gehalten worden sein müssen. Seit 1782 erteilte die medizinische Fakultät auch die Doktorwürde, und zwar in verhältnismäßig häufigen Fällen, da der Herzog Wert darauf legte, dass diese Würde an seiner Schule angestrebt werde.

Mit dem juristischen verglichen stand der medizinische Unterricht wie an Zahl der Schüler, so auch an Zahl der Unterrichtsfächer erheblich zurück: doch waren es, wenn man die naturgeschichtlichen mitrechnet, in den späteren Jahren bis zu 9 Lehrern,5 und die Fakultät war durch die Beschaffenheit und die Ausdehnung ihres Unterrichts hochgeschätzt und vielen andern medizinischen Einrichtungen, so namentlich der in Tübingen, überlegen.
Die äußeren Einrichtungen der Schule für den medizinischen Unterricht waren freilich sehr bescheiden: sie hatte keine eigene Klinik, und mit Ausnahme der Anatomie, die gut eingerichtet war und hinreichend Leichen aus Krankenhäusern und Strafanstalten erhielt und wo auch die praktische Seite reichlich betrieben wurde, weder nach der naturkundlichen noch nach der medizinischen Seite eigenes Material - außer den erkrankten Zöglingen der Akademie selbst, die sorgfältig beobachtet, behandelt und gepflegt wurden. Doch bot in der naturkundlichen Richtung der öffentliche botanische Garten, der Akademiegarten und die Hofapotheke, auch andere Apotheken der Stadt, für die Krankenbehandlung und die Krankenhäuser der Stadt einen für die damaligen Begriffe ausreichenden Ersatz; auch kommt in Betracht, dass die Lehrer alle praktische Ärzte und als solche sehr geschätzt waren, es ihnen also an praktischer Erfahrung nicht mangelte. Es ist auch sehr beachtenswert, wie in den letzten Jahren der Schule das Bestreben immer entschiedener hervortritt, den Schülern zur praktischen Beobachtung und Studium von Krankheiten und Krankenbehandlung in Krankenhäusern möglichst viel Gelegenheit zu verschaffen, wozu die Lehrer in ihrer Eigenschaft als leitende Ärzte von Krankenhäusern günstige Möglichkeit besaßen.
Originales hat der medizinische Unterricht der Karlsschule weder im Ganzen noch in den einzelnen Lehrfächern und Lehrern geleistet; er bewegt sich im allgemeinen Strom seiner Zeit und hat nur die eine oder andere Seite etwas stärker betont, so namentlich die naturgeschichtliche. Chirurgie und Geburtshilfe, die, weil mehr mechanisch, im Allgemeinen als nicht ganz ebenbürtig galten, wurden hier doch nachdrücklicher als sonst gewöhnlich betrieben. In der inneren Medizin hatte im Allgemeinen die Boerhavesche Humoralpathologie das größte Ansehen, welche die Krankheiten aus den Säften des Körpers herleitete und demgemäß behandelte; dies scheint an der Straßburger und den französischen Universitäten, an welchen die Lehrer außer in Tübingen meist ihre Studien gemacht hatten, herrschend gewesen zu sein. Consbruch aber, der in Göttingen Brendel gehört hatte, war in seinen Vorlesungen von dessen System stark beeinflusst, das die Erscheinungen am menschlichen Körper von den Nerven ableitete. Außerdem spielte, wenigstens bei den Studierenden, neben den medizinischen Werken von Haller, Platner, Sydenhaus, Friedrich Hoffmann, van Swieten, die Materia medica vera von Stahl in Halle (1737) eine erhebliche Rolle, dessen 'Animismus' alle körperlichen Erscheinungen von der Seele herleiten wollte. Und da nach den - hier wie anderswo - bestehenden Einrichtungen und Herkommen wirkliche Beobachtung nur in sehr bescheidenem Maß und Umfang stattfand, war der ganze Unterricht überwiegend theoretisch; da ferner die Zöglinge von ihrem philosophischen Unterricht her darauf hingeführt und daran gewöhnt waren, alles unter philosophischen Gesichtspunkten zu betrachten, ist es wohl begreiflich, dass auch die Schlussabhandlungen der Zöglinge sich mit Vorliebe auf dem Mittelgebiet zwischen Pathologie, Physiologie und Psychologie bewegen, obwohl die medizinischen Lehrer gerade auf diesem Gebiet nicht ihre Stärke hatten.
Wenn also inhaltlich dem medizinischen Unterricht der Karlsschule eine höhere Bedeutung nicht zukommt, so werden dagegen die Lehrer, die überhaupt nicht eigentlich Männer der Wissenschaft, sondern für die Praxis vorgebildet waren, doch innerhalb ihrer Zeitgrenzen und ihrer Sphäre als sehr tüchtig gerühmt. [...] Diese persönlichen Eigenschaften der Lehrer, in Verbindung mit dem Umstand, dass die Zöglinge im Allgemeinen eine sehr tüchtige Ausbildung in den allgemein bildenden und besonders in den naturgeschichtlichen Fächern erhalten hatten, erklären und rechtfertigen es, dass die medizinische Schule als eine vorzügliche galt, und dass ihr übereinstimmend nachgerühmt wurde, eine große Zahl vorzüglicher Ärzte geliefert zu haben.

Der militärische Unterricht (Hervorh. d. Verf.), die Ausbildung zum Offizier, bildet, wie eingangs erwähnt, neben dem Kunstunterricht die Hauptwurzel der Karlsschule und hat deren äußere Einrichtung nach dem Muster der Kadetten- und Kriegsschulen bestimmt. Gleich in den ersten Jahren aber bekam der militärische Unterricht die Stellung eines Ausbildungszweiges neben andern, und zwar als gleichberechtigt und in einer Reihe stehend mit dem juristischen, kameralistischen und medizinischen, wobei es weiterhin verblieb. So wurde er denn auch nach der Erhebung der Karlsschule zur Universität als 'Militärische Fakultät' organisiert und dieser, da sie nicht zu den 'alten Fakultäten' gehörte, der Platz hinter der juristischen und medizinischen, vor der kameralistischen, zugewiesen.
Als die normale Dauer des ganzen militärischen Kurses galten, wie bei den medizinischen und kameralistischen, 3 Jahre; doch wurde diese Ausbildung nur für denjenigen als notwendig angesehen, der 'Ingenieur' oder 'Artillerist' werden wollten, wenigstens von 1783 an ein kürzeres Studium von 1-2 Jahren zu genügen schien. Demgemäß bestanden seit 1781 gleichzeitig 3 militärische Abteilungen mit je 12-20, zusammen ungefähr 50 Zöglingen. Die Gesamtzahl der Militärs wird auf 420 angegeben, die größte unter den einzelnen Berufszweigen.
Der Studierende der Militärwissenschaften hatte im wesentlichen dieselbe Vorbildung zu durchlaufen, wie die der andern genannten Richtungen, nur dass von 1783 an das Griechische für ihr nicht Pflichtfach war, wogegen er wohl etwas mehr mathematischen Unterricht erhielt. Doch waren, wie in den anderen Berufsrichtungen, nicht nur in den ersten Jahren die Berufswissenschaften von den vorbereitenden nicht streng getrennt, sondern es gingen auch später noch, als die Erledigung der philologischen und philosophischen Abteilungen die Voraussetzung für den Eintritt in die Berufsabteilungen bildete, neben den Berufswissenschaften her: Religion, Französisch, Geschichte, teilweise auch Englisch und Italienisch, Philosophie, Briefstil, Reichsgeschichte, Geographie, ferner Zeichnen, Reiten, Fechten, Tanzen.
Charakteristisch ist für diesen Ausbildungszweig die bedeutsame Rolle, welche die Mathematik spielt, entsprechen der allgemeinen Auffassung der Zeit, welche die Kriegskunst wesentlich als angewandte Mathematik betrachtete. Demgemäß sind die Lehrer der Kriegswissenschaften an der Karlsschule, die im Übrigen Offiziere waren und fast alle vorher im Heere gedient hatten und nachher wieder in den praktischen Dienst zurückgetreten sind, alle Mathematiker, und erteilen Unterricht auch in theoretisch-mathematischen Fächern, und zwar meist auch an andern als militärischen Abteilungen [...]
Unterrichtsfächer waren in den ersten Jahren im Anschluss an die Arithmetik Algebra, Geometrie mit Stereometrie und Trigonometrie und die Physik: Mechanik in Anwendung auf Artillerie und militärische Bauten, Lager- und Befestigungskunst mit 'mathematischen Artilleriezeichnungen'; Praktische Geometrie; Römische Kriegsaltertümer und Geschichte der Kriegskunst. [...]6
Von den Zöglingen haben verhältnismäßig sehr viele - man zählt 33 Generale - höhere und höchste Offiziersstellen in verschiedenen europäischen Staaten erlangt und in den vielen Kriegen der folgenden Zeit mit Ehren gedient. Durch die Gründlichkeit und Vielseitigkeit ihres Fachunterrichts und besonders auch durch ihre organisatorische Einrichtung: die Anreihung und Eingliederung in gleicher Stellung mit den anderen akademischen Disziplinen und den Aufbau einer gemeinsamen Grundlage einer gleich umfassenden und auf gleiche Höhe geführte Allgemeinbildung, bildet diese Kriegsschule eine dauernd bemerkenswerte Erscheinung. Ihre Wirkung aber auf die praktische Kriegführung der nächstfolgenden Zeit ist wohl zuweilen überschätzt worden, wenn man sie z. B. für Jena verantwortlich machen wollte, weil der eine oder andere preußische General (Massenbach, Phull) in ihr seine Ausbildung erhalten hatte. Sie teilte eben mit der gesamten Kriegswissenschaft ihrer Zeit den Standpunkt der reinen Theorie, der dann durch Napoleon so gründlich über den Haufen geworfen wurde.

Der kameralistische Unterricht (Hervorh. d. Verf.) wurde im Jahr 1774 grundsätzlich in die Militärakademie aufgenommen. Besondere Fachausbildung für den Beruf als Verwaltungs-, speziell Finanzbeamter, für die 'Staatswirtschaft', wurde auf den bestehenden Hochschulen nur in sehr spärlicher Weise durch Vorlesungen an den juristischen und philosophischen Fakultäten geboten; dagegen bestanden einzelne Kameralistenschulen als Fachschulen, so besonders die 'Hohe Kameralschule' in Kaiserslautern. Für den Herzig war - neben dem allgemeinen Streben nach neuen, aufsehenerregenden Schöpfungen - der Anlass zu dieser Einrichtung das Bedürfnis, im Herzogtum die überwiegend in den Händen von 'Schreibern' liegende Verwaltung durch Gewinnung höher gebildeter Beamten in den Händen zu verbessern und zu heben. So wurden denn vom Jahre 1774 an besondere Abteilungen von 'Kameralisten' und neben diesen, mit teilweise gleichem Unterricht, von 'Jägern' oder 'Förstern', in den ersten Jahren auch von 'Gärtnern' gebildet, die neben den allgemein bildenden einen besonderen Fachunterricht erhielten. Während die Gärtner bald ausgeschieden und zu den Künstlern gruppiert wurden, blieben die Förster als selbständige Abteilungen, bis nach der Erhebung der Schuler zur Universität die für Kameralisten und Forstleute bestimmten Vorlesungen zusammen als 'Ökonomische Fakultät' eingerichtet wurden. Dazu kam 1778 der Unterricht in der 'Handlung', ein theoretischer Unterricht für Zöglinge, die zum kaufmännischen Beruf bestimmt waren; von 1782 an bilden sie einen Anhang der Ökonomischen Fakultät.
Die Kameralisten erhielten die volle philologische (anfangs mit, später ohne Griechisch), geschichtliche. mathematische und philosophische Vorbildung. Wie bei den übrigen Zweigen gingen bis 1783 die Fachstudien bei den älteren Zöglingen neben den allgemein bildenden her; von 1783 an galt nach Erledigung des philologischen und des philosophischen Kurses ein 3jähriger kameralistischer Kurs als das Normale, während für die Forstleute 2 Jahre genügten und die Ausbildung der Kaufleute besonders geordnet war. Die Gesamtzahl der Kameralisten, Förster und Handelsleute wird auf 448 angegeben; es waren gleichzeitig meist 2 kameralistische und 2 forstliche Abteilungen, die einzelnen Abteilungen zählten 5-15 Zöglinge.7
Von den allgemein bildenden Fächern galten für die Kameralisten Mathematik, speziell Praktische Geometrie, ferner Naturgeschichte, speziell Botanik und Mineralogie, auch Chemie und Physik, außerdem Handelsgeographie und Pflanzenzeichnen als besonders wichtig, weshalb denn diese Fächer während des Berufsstudiums für sie verbindlich waren.8 [...]
Der forstliche Unterricht, für welchen seit 1777 1-2 besondere Abteilungen, anfangs meist 'Jäger' genannt, bestanden, war mit dem kameralistischen ganz übereinstimmend, außer dass er auf einige Vorlesungen verzichtete, die für diese notwendig waren, und demgemäß sich auf kürzere Zeit, seit 1783 nach Erledigung der philologischen und philosophischen Kurse auf 2 Jahre erstreckte. Als notwendige Fächer galten: Botanik, Zoologie, Mineralogie, praktische Geometrie, Pflanzen- und Tierzeichnen, Naturrecht, Landwirtschaft, Forst- und Jagdwissenschaft (diese beiden mit praktischen Übungen), Forstrecht, Rechnungsstil und Kanzleipraxis.
In den genannten Fächern wurde bei den öffentlichen Prüfungen geprüft, auch wurden in den früheren Jahren Disputationen über Sätze und Streitschriften aus diesen Gebieten gehalten; den Abschluss bildete bei den Kameralisten eine Probeschrift und Verteidigung von Thesen aus dem kameralistischen Gebiet. [...]

Der Gedanke und erste Plan eines besonderen Handlungsunterrichts (Hervorh. d. Verf.)im Anschluss an den kameralistischen Unterricht entstand, wie berichtet wird, weil einige Zöglinge Neigung zur Handelswissenschaft zeigten, zu Ende des Jahre 1776 oder Anfang 1777, verwirklicht wurde er aber erst mit Anfang des Jahre 1779, nachdem zu Ende des Jahres Hofrat Danneberger die Lehrstelle für Handlungswissenschaft angenommen hatte. Es bestanden 1779 1, seit 1780 immer 2 Abteilungen 'Handelsleute', deren jede 15-20 Zöglinge, darunter seit 1783 auch, und zwar wohl vorwiegend, Oppidaner9, umfasste.
In die jüngere dieser Abteilungen wurden in den ersten Jahren bis 1782 die Zöglinge schon etwa 12-14jährig aufgenommen und erhielten hier eine im Wesentlichen schulmäßige Ausbildung in Religion (nach einem eigens für den 2jährigen Kurs der Handelsleute eingerichteten Plan des historisch-dogmatischen Unterrichts), Latein, Französisch, Englisch, Italienisch, Geschichte, Geographie, Mathematik (einschließlich Trigonometrie Stereometrie, auch mathematischer Geographie und 'Kaufmännischer Rechnungsarten'), Naturgeschichte (Tierreich nebst Zeichnungen), Briefstil, Schön- und Rechtschreiben, Zeichnen, in welchen Fächern auf die besonderen Bedürfnisse der Handelsleute Rücksicht genommen wurde, außerdem Tanzen. Diese Fächer wurden dann auch in der älteren Abteilung weitergeführt, nur dass das Latein wegfiel und statt Geschichte und Geographie Handlungsgeschichte und Handlungsgeographie, für Naturgeschichte 'Kenntnis der Handelsprodukte aus dem Pflanzenreich' (Kerner) eintraten, und Handlungswissenschaft (außerdem Reiten und Fechten) hinzukam. Seit 1783 aber scheint als Voraussetzung gegolten zu haben, dass der in die Handlungsabteilungen eintretende Zögling den ganzen vorbereitenden Unterricht (ohne Griechisch, wohl auch mit früherem Aufhören des Lateinischen, dafür Englisch und Italienisch), einschließlich des philosophischen Kurses, oder wenigstens des ersten Jahrs von diesem, durchgemacht habe; auf Grund dieser Allgemeinbildung sollte er dann in 2jährigem Kurs die Fachausbildung sich aneignen.10 [...]
Über den Betrieb dieses Unterrichts lässt sich erkennen, dass die Lehrer11 sich eifrig bemühten, die geschichtliche, die theoretische und die praktische Seite gleichermaßen zur Geltung kommen zu lassen.[...]
Bemerkenswert ist auch hier die Tatsache an sich, dass systematischer Handlungsunterricht in einem, wenn auch freieren Anschluss an eine Hochschule eingerichtet wurde und dass er auf Grund einer wenigstens relativ umfassenden Allgemeinbildung die in Betracht kommenden Gebiete systematisch und praktisch in weitem Umfang in seinen Bereich zog. In dieser Begründung einer Handelshochschule hat sich der weise Gesichtskreis und der Fernblick des Herzogs und des Intendanten in besonderem Maße bewährt.

Überblickt man den Unterricht in den 'Bestimmungswissenschaften' an der Karlsschule, wie er hier freilich nur in dürftigen Strichen gezeichnet werden konnte, so zeigt sich doch ein ähnlich großer Zug, wie er durch die ganze Karlsschule hindurchgeht; ja der Gesamteindruck ist hier noch günstiger, weil er nicht, wie auf den andern Gebieten, durch dunkle Punkte getrübt ist. Wissenschaftlich hat allerdings dieser Unterricht, außer etwa in den Vorlesungen von Kielmeyer [...], kaum etwas wesentlich Neues gebracht, wenn auch manche einzelne Vorlesungen, wie es z. B. von dem Kameralrecht Hochstetters ausdrücklich versichert wird, in dieser Form und Systematisierung neu geschaffen worden sind. Wissenschaftliche Forschung und Förderung der Wissenschaft als solcher war ja auch nicht Bestimmung und Aufgabe der Karlsschule im Sinn ihres Gründers und Leiters, sondern Mitteilung und Fortpflanzung der Wissenschaft und Anwendung derselben auf die praktischen Zwecke des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens. Aber was in dem Statutenentwurf für die Fakultäten bestimmt ist, dass sie 'in allem den neuesten Zustand der Wissenschaften vor Augen haben' sollten, das ist im Allgemeinen sicher und in vollem Maß geleistet worden. Was irgend auf dem gebiet der einzelnen Wissenschaften auftauchte, hat Berücksichtigung gefunden teils durch Modifikation der herkömmlichen, teils in eigenen neuen Vorlesungen, teilweise auch mit neuen Lehrern. Die Schulleitung hat ihre Ehre darein gesetzt, in keinem Fach hinter den anderen Hochschulen zurückzubleiben, sondern an Reichhaltigkeit des Vorlesungsprogramms es allen andern gleichzutun und womöglich sie zu überbieten, und es ist dies im Ganzen wohl auch erreicht und durchgeführt worden. Besonders ist rühmlich zu bemerken, dass, wiewohl der Zweck der Schule ein wesentlich praktischer war, doch der Unterricht sich keineswegs auf die enge, banausische Praxis, die praktische Technik richtete und beschränkte, vielmehr jede einzelne Wissenschaft im vollen und, tiefen Sinn, in großem, hohem Stil zu erfassen und dazustellen gesucht wurde. Schon von Anfang an haben die historischen Teile Beachtung gefunden; in den späteren Jahren aber noch mehr als in den früheren ist neben den einzelnen Disziplinen selbst auch eine Geschichte der betreffenden Wissenschaft und ferner eine Enzyklopädie und Methodologie derselben vorgetragen worden. Und während man also wissenschaftlich in die Tiefe und auf den Grund ging und den vollen Umfang und den weitesten Um- und Überblick zu gewinnen suchte, blieb die Wissenschaft doch nirgends reine Theorie und Abstraktion, sondern in enger Verbindung und Fühlung mit dem Leben und der Wirklichkeit. Die praktische Seite wurde berücksichtigt einmal dadurch, dass die Zöglinge beständig zum eigenen Mitwirken, zum eigenen Durchdenken, zur Selbständigkeit in eigener wissenschaftlicher Arbeit angehalten und gewöhnt wurden, und dann durch eine Fülle von Vorlesungen und Übungen, die direkt der künftigen praktischen Berufstätigkeit der Zöglinge in den verschiedenen Zweigen dienten. Theorie und Wissenschaft einerseits und die Praxis andererseits standen also in enger Beziehung und Wechselwirkung. Und zu diesen Vorzügen im Sachlichen kam noch, in vorteilhaftem Unterschied von den sonst üblichen Universitätszuständen, der energische, konzentrierte Betrieb des ganzen Unterrichts und Studiums, was wiederum besonders dazu beiträgt, die Karlsschule als Trägerin des Fortschritts gegenüber dem vielfach stagnierenden sonstigen Universitätsbetrieb erscheinen zu lassen.  Durch alles das zusammen wird es vollkommen gerechtfertig, dass die Karlsschule in ihrer Zeit als eine Hochschule ersten Ranges angesehen und als solche in ganz Europa berühmt geworden ist.

(aus: Hauber 1907/1909, S.79-99, gekürzt}

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1 Lehrer und Professoren waren: Johann Friedrich Hend (geb. 1748 in Alpirsbach), Joseph Friedrich Seybold (geb. 1749 in Brackenheim), Johann August Reuß (geb. 1751 in Horrheim); Eberhard Friedrich Georgii (geb. 1757 in Stuttgart), Philipp Christian Friedrich von Normann (geb. 1756 in Stresow, selbst ehemaliger Zögling der Karlsschule), Karl Friedrich Elsäßer (geb. 1746 in Stuttgart), August Friedrich Batz (geb. 1757 in Regensburg), Heinrich Gottfried Scheidemantel (geb. 1739 in Gotha), Karl Wilhelm von Marschall (geb. 1764 in Asperg, ehemalige Zögling der Karlsschule), Wilhelm August Friedrich Danz (geb. 1764 in Wetzlar), Benjamin Ferdinand Mohl (geb. 1767 in Stuttgart); Privatdozenten waren: Albert Friedrich Lempp (geb. 1763 in Stuttgart, ehemaliger Zögling der Karlsschule), Christop Friedrich Cotta (geb. 1758 in Stuttgart), Speidel, Benjamin Friedrich Pfizer (geb. 1768 in Wildberg)
2
Die einzelnen juristischen Unterrichtsfächer mit ihren Hauptvorlesungen waren: Römische Rechts-Altertümer, Reichsgeschichte, Institutionen, Pansekten oder Römisches Recht, Deutsches Privatrecht, Europäisches Völkerrecht, Kanonisches Recht und Kirchenrecht, Lehenrecht, Gemeiner Prozess (auch Gemeiner bürgerlicher und peinlicher Prozess), Staatsrecht, Reichsprozess (auch Theorie des Prozesses der höchsten Reichsgerichte), Peinliches Recht, Wirtembergisches Staatsrecht, Wirtembergisches Privatrecht; zu diesen Hauptvorlesungen kamen noch Vorlesungen für spezielle Adressaten wie die Militärs, Kameralisten, Forstleute und Handelsleute wie: Kriegs- und Soldatenrecht, Kameralrecht (auch Kameral-, Forst- und Wirtschaftsrecht), Jagd- und Forstrecht, Handels- und Wechselrecht; nicht regelmäßig gehaltene Vorlesungen wie Enzyklopädie und Methodologie der Rechtsgelehrsamkeit, Rechtsgeschichte, Staats- und völkerrechtliche Praxis, Juristische Kanzleipraxis, Territorialstaatsrecht, Eregetische Vorlesung über Wahlkapitulationen, Summarischer Prozess und Kunst zu referieren. Außergerichtliche praktische Rechtsgelehrsamkeit, Privatfürstenrecht, Gantprozess, Über das berufliche Zwischenreich, Die allgemeine juristische Literatur, Lehre von den gerichtlichen Klagen und Einreden, Eherecht; dazu kommen noch weitere Hilfswissenschaften wie Statistik (=Staatskunde), Diplomatik, Heraldik (Wappenkunde) und Numismatik (Münzkunde) und gerichtliche Arzneiwissenschaft
3 Lehrer und Professoren für Naturgeschichte und Chemie waren Gottlieb Konrad Christian Storr (geb. 1749 in Stuttgart, Hofmedikus), Christian Gottlieb Reuß (geb. 1742 in Sulz, Hofmedikus), Karl Heinrich Köstlin (geb. 1756 in Brackenheim), Martini (geb. 1702), Johann Friedrich Vischer (geb. 1766 in Stuttgart), Johann Simon Kerner (geb. 1755 in Kirchheim, Pflanzen- und Tierzeichnen), Karl Friedrich Kielmeyer (geb. 1765 in Bebenhausen), Wiedenmann
 4 Die einzelnen medizinischen Unterrichtsfächer mit ihren medizinischen Hauptvorlesungen waren: Geschichte der Medizin, Osteologie, Geschichte des Pflanzenreiches, Praktische Anatomie und Anleitung zum Präparieren, Demonstrieren und Zeichnen, Physiologie, Theoretische Anatomie, Mineralogie, Chemie, Generalpathologie, Semiotik (= Diagnostik) und Therapie; Arzneimittellehre (Materia medica), Zoologie, Spezialpathologie und Therapie, Kunst der Geburtshilfe, Gerichtliche Arzneiwissenschaft. Zu diesen Hauptvorlesungen kamen je nachdem weitere Vorlesungen wie z. B. Medizinische Enzyklopädie und Methodologie, Kursus chirurgischer Operationen an Leichnamen, Lehre von den Bandagen (auch 'vom chirurgischen Verband'), Über medizinische Praxis, Anleitung zum Rezeptschreiben, Lehre von den Kinderkrankheiten und den Fiebern, Praktisch-pathologische Unterweisung vor dem Krankenbett in den hiesigen Krankenhäusern, Unterricht in praktischer Arzneiwissenschaft durch Ausarbeitung medizinischer Fälle
5 In den medizinischen Fachwissenschaften unterrichteten die folgenden Professoren und Lehrer: Christian Klein (geb. 1741 in Stuttgart), Johann Friedrich Consbruch (geb. 1736 in Stuttgart), Johann Heinrich Morstatt (geb. 1736 in Lahr), Christian Friedrich Jäger (geb. 1739 in Stuttgart, Leibmedikus), Theodor Plieninger (geb. 1756 in Kaltenwesten, Hofmedikus), Ludwig Heinrich Riecke (geb. 1729 in Stuttgart), Sigmund Jonathan Roßnagel (geb, 1751 in Sulz), Müller
6 Zu den Hauptvorlesungen in den Militärwissenschaften zählten: Artillerie (auch 'Geschützwissenschaft'), Lagerkunst, Taktik, Fortifikation (=Befestigungskunst, speziell: Feldbefestigung), Planzeichnen, Griechische und Römische Kriegsaltertümer, Naturrecht, Kriegsrecht, Kriegs- und Völkerrecht; Italienisch; Dazu kamen noch spezielle Vorlesung für die künftigen Ingenieure, wie z. B. Festungsbau, bürgerliche Baukunst, Angewandte Taktik und Strategie
7 Lehrer und Professoren der kameralistischen Fächer waren: Johann Friedrich Stahl (geb. 1718 in Heimsheim), Jakob Friedrich Autenrieth (geb. 1740 in Stuttgart), Johann Friedrich Christoph Weißer (geb. 2752 in Backnang), Pfeiffer, Schmid, Johann Georg August Hartmann (geb. 1764 in Stuttgart). Johann Friedrich Wilhelm Widenmann (auch Wide- oder Wiedemann geschrieben, geb. 1764 in Kirchheim).
8 Die Berufsfächer für die Kameralisten waren: Naturrecht, Theoretische und praktische Landwirtschaft, Kameralwissenschaft, Finanzwissenschaft, Staatshandlungswissenschaft, Kameralrecht, Forst- und Jagdwissenschaft, deutsches allgemeines und besonderes württembergisches Forstrecht, Bergbau und Münzwissenschaft, (´ökonomische) Baukunst, Technologie, Maschinenlehre und Wasserbaukunst, Amtspraxis der Rechnungsbeamten, Kameralrechnungswissenschaft, Rechnungswesen, Doppelte Buchhaltung und Anwendung derselben auf Staatsvermögen, Ökonomische Enzyklopädie und Methodologie
9 Oppidaner sind (externe) Stadtstudierende, die nicht in der Militärakademie wohnten
10 Der Unterricht in den Handlungsabteilungen umfasste: a) in den allgemeinbildenden Fächern: Religion, Französisch, Englisch, Italienisch, Mathematik (Arithmetik mit Anwendung auf die kaufmännischen Bedürfnisse), Zeichnungen, Leibesübungen (freiwillig) b) Berufsfächer: Handlungsgeschichte, Handlungserdbeschreibung, Naturrecht, Staatshandlungswissenschaft, Münzwissenschaft, Handlungs- und Wechselrecht, Technologie, Handlungswissenschaft (als spezifische Fachwissenschaft, Im Ggs. zur "Staatshandlung" auch Privathandlungskunde genannt)
11 Lehrer und Professoren der Handlungswissenschaften an der Karlsschule waren: Johann Heinrich Danneberger (geb. 1728 in Tübingen), Joseph Göhrung (geb. 1733), Gottfried Tobias Ritter (geb. 1748)

 

 
   
   Arbeitsanregungen
  1. Arbeiten Sie heraus, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen der berufliche Unterricht an der Karlsschule stattgefunden hat.
  2. Beschreiben Sie die Siegel der verschiedenen Fakultäten.
  3. Welche Ziele verfolgt der berufliche Unterricht an der Karlsschule in Württemberg? - Wie beurteilen Sie diese?
  4. Vergleichen Sie die Ziele und Unterrichtspraxis mit heute. Nehmen Sie dabei zu dem Gesamturteil von Salzmann Stellung.
     
     
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