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Höfische Festkultur unter Carl Eugen

Hofzeremonien und Truppenparaden

 
 

Am herzoglichen Geburtstag (11.Februar) finden eine ganze Reihe von Hofzeremonien statt, die den Herzog und seine Macht vor in- und ausländischen Geburtstagsgästen in Szene setzen. Sie zählen daher auch zu der höfischen Festkultur Carl Eugens von Württemberg. An diesem Tag schlägt er neue Mitglieder zu Rittern des von ihm gestifteten Jagdordens und verfügt eine Reihe militärischer Beförderungen (Promotionen). Gegen Mittag findet eine Audienz für den in Gala erschienenen Hofstaat und die ausländischen Minister und Fürsten statt, die als Gratulanten dem Herzog ihre Komplimente machen. Zur Feier des Tages lässt der Herzog für das Volk in einem eigens dafür errichteten Pavillon zwei Ochsen braten, zeigt sich beim Weinausschank spendierfreudig und lässt eine ansehnliche Menge Geldes unter die versammelten Leute werfen. (vgl. Berger 1997, S.58ff.)

Ein wichtiger Bestandteil der Festtagsaktivitäten ist die Truppenparade. Das stehende Heer, das sich der Herzog nach dem Ende des Siebenjährigen Krieges weiterhin hält, wird fortan "nur noch zu Paraden und zur Schau gebraucht". (Sting 2005, S.194) Exerzieren und Manöver der miserabel bewaffneten und schlecht ausgerüsteten Truppen werden zu einem Spektakel zum Vergnügen für die Zuschauer. Und in Opern und Singspielen werden solche Vorführungen gerne eingebaut, so dass mitunter ein ganzes Regiment vor den begeisterten Zuschauern auf der Bühne vorbeidefiliert. Sehr beliebt sind auch auch die auf den Feldern zwischen Oßweil, Pflugfelden und Kornwestheim stattfindenden Lustlager (Biwaks), der ansonsten in Ludwigsburg kasernierten Truppe. Ohne militärische Funktion bleiben sie reiner Selbstzweck, sind "nur noch Mittel zur Unterhaltung und zur Freude beim Paradieren und Manövrieren zu Fuß und zu Pferd in ihren prächtigen vielfarbigen Uniformen". (Sting 2005, S.218)  Dabei ist wohl den geladenen Gästen und unter Umständen auch dem Herzog selbst, der selbst ein miserabler Heerführer ist, kaum aufgefallen, dass die Bewaffnung der Soldaten ganz und gar kriegsuntauglich ist. (vgl. ebd.)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 25.03.2016
 

 
   
   Arbeitsanregungen
  1. Erarbeiten Sie einen Kurzvortrag bzw. eine Präsentation zum Thema "Höfische Festkultur unter Carl Eugen".

  2. Stellen Sie einen WebQuest zu einem, mehreren Aspekten oder zum gesamten Thema zusammen.
     

     
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