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Auswirkungen der Frz. Revolution auf Deutschland

Die Mainzer Republik

Zeittafel Juli 1792 - September 1793

 
 
  Die nachfolgende Zeittafel gibt die wichtigsten Ereignisse in der Zeit der »Mainzer Republik wieder. (→Literaturepoche Jakobinismus)
 
1792

Juli

 

19.-21.

Ein Fürstenkongress in Mainz beschließt das Königtum in Frankreich mit Hilfe einer militärischen Intervention zu retten.

Aug.

 

10.

Sturz Ludwigs XVI. in Paris

Sept.

 

20.

Kanonade von Valmy: Französische Revolutionstruppen halten gegen die monarchischen Interventionstruppen stand; Scheitern der monarchischen Intervention

Okt.

 

4.

Vorübergehende Besetzung von Worms durch die Franzosen
Flucht von Kurfürst, Adel und hoher Geistlichkeit aus Mainz

13. Mainzer Lesegesellschaft wird wegen verdächtiger Lektüre verwarnt.
14. Franzosen kehren nach Worms zurück; Ideologisch begründete Art der Kriegsführung: Adel und Kirche werden belastet, die Bürger und Bauern geschont
18. Französische Truppen unter Führung von Custine stoßen nach Mainz vor.
19. Mainz von französischen Truppen eingeschlossen
21. Kampflose Übergabe von Mainz an die Franzosen
23. Gründung eines Mainzer Jakobinerklubs durch Böhmer (20 Mainzer Bürger)
25. Custine gewährt im Auftrag des Konvents Selbstbestimmungsrecht und völlig freie Wahl der Regierungsform durch die Mainzer Bürger
27. Wedekind hält seine erste Rede im Jakobinerklub (schon 142 Mitglieder)

Nov.

 
3. Erster Freiheitsbaum wird in Mainz errichtet.
5. Georg Forster tritt dem Jakobinerklub bei.
7. Unterschriftensammlung ("Rotes Buch") des Mainzer Jakobinerklubs für eine neue Verfassung nach dem Vorbild der französischen Republik
8. Mainzer Kaufleute machen Reformvorschläge zur Errichtung einer konstitutionellen Monarchie, was von den Jakobinern heftig kritisiert wurde.
10 Mainzer Jakobinerklub schreibt an den Pariser Klub und trägt den Wusch nach einer Vereinigung mit Frankreich vor (Reunion)
12.-18. Gründung weiterer Jakobinerklubs in Worms, Speyer, Bergzabern und Errichtung verschiedener Freiheitsbäume
15. Georg Forster hält im Klub seine Rede über die Notwendigkeit und die Vorteile einer Reunion mit Frankreich
19./20. Einsetzung der Administration (Dorsch/Forster) und der Mainzer Munizipalität (Ratzen/Macké); Pariser Konvent beschließt, sämtliche revolutionären Bewegungen im Ausland zu unterstützen
21. Mainzer Administration erklärt Pressefreiheit, die allerdings nur für demokratische Schriften gilt
24. Die erste Nummer des "Patriot“ (Hrsg. Forster/Wedekind) erscheint.
26. Im "Roten Buch“ sind 1000 Unterschriften gesammelt, Klub hat über 400 Mitglieder

Dez.

 
2. Preußen und Hessen erobern Frankfurt unter Mithilfe von Einheimischen, Franzosen ziehen sich bis zur Mainmündung zurück.
Konflikte im Mainzer Klub: Gemäßigte greifen Munizipalität an
6. Zunehmende Disziplinlosigkeit der französischen Besatzungsarmee; Austritte aus dem Mainzer Jakobinerklub
15. Pariser Konvent beschließt, das Selbstbestimmungsrecht aufzuheben und in allen besetzten Gebieten die Demokratie einzuführen; Wahlen werden ausgeschrieben, bei denen zuvor ein Eid auf „Freiheit und Gleichheit“ zu leisten ist; Eidverweigerer sollen nach Kriegsrecht behandelt werden.
26. Verkündigung des Konventsdekrets durch Custine
31. Abschaffung der Leibeigenschaft durch die Administration

 

1793

Jan.

 

3.

Rücktritt von einzelnen Mainzer Behörden wegen der anstehenden Eidesleistung
9. Deutliche Kritik der Administration an der französischen Besatzungsherrschaft
10. Hofmann greift im Jakobinerklub die Franzosen und die Führung des Klubs (Forster, Wedekind, Dorsch ) an.
11. Die angegriffenen Klubmitglieder verteidigen sich und der offene Streit im Klub wird beigelegt.
21. Hinrichtung Ludwigs XVI. in Paris, was aber erst am 28. in Mainz bekannt wird.

Febr.

 
1. Die Pariser Regierungskommissare Simon und Grégoire erreichen Mainz.
10. Belagerungszustand in Mainz
16. Proklamation Custines: Ohne Eidesleistung und Privilegienverzicht keine Teilnahme an den Wahlen; klare Absage an den Kurfürsten
18. Proteste von Geistlichen, Beamten und Zünften gegen den auferlegten Eidzwang
23. Alle Mainzer müssen ihre Waffen abliefern. Beginn des Winnweiler Bauernaufstandes mit ca. 4.000 Beteiligten gegen den Eidzwang und die Wahlen
24. Die Urwahlen von Ortsvorständen und Abgeordneten werden von der Bevölkerung weitgehend boykottiert.
25. Die Mainzer Zünfte werden wegen ihrer konservativen Einstellung aufgehoben.
28. Geistliche, die keinen Eid geleistet haben, werden aus Mainz ausgewiesen.

März

 
1. Ultimatum der Konventkommissare an die Mainzer Bevölkerung wegen der Eidleistung (5 Tage Zeit, sonst Ausweisung und Enteignung)
4.-11. Urversammlungen in Speyer und Worms scheitern oder finden trotz massiver Einschüchterung durch die Franzosen kaum Anklang.
10. Munizipalisierung auf dem Land meist gegen die Mehrheit der ablehnenden Bauern mit Gewalt durchgesetzt.
17. Eröffnung des "Rheinisch-Deutschen Nationalkonvents“ in Mainz unter dem Vorsitz von Hoffmann (Vizepräsident: Georg Forster): 130 Abgeordnete vertreten 124 von ca. 800 rheinhessisch-pfälzischen Orten;
18. Unabhängigkeitserklärung des linken Rheinufers zwischen Landau und Bingen durch ein Dekret des Mainzer Konvents ("Rheinisch-deutscher Freistaat“)
Niederlage der Franzosen unter Dumouriez bei Neerwinden in Belgien
21. Mainzer Konvent beantragt die Vereinigung des „Rheinisch-Deutschen Freistaats“ mit Frankreich.
27. Ultimatum des Mainzer Konvents: Eidleistung oder Verhaftung, Ausweisung und Enteignung.
29.

Die den Eid verweigernden Bediensteten des Hofes und des Adels werden ausgewiesen.

Rheinhessen und die Pfalz werden von Deutschen erobert, die Franzosen müssen sich unter Custine nach Landau zurückziehen, wodurch Mainz isoliert wird; erste Klubistenverfolgungen beginnen auf dem Land; 16 Mainzer Bürger werden als Geiseln nach Paris verschleppt.

30. Mainz wird von deutschen Truppen eingekreist, Gefangennahme einiger Jakobiner; in Paris hält Forster im Konvent einen Vortrag über die Reunionsbitte der Mainzer. Vereinigung Frankreichs mit dem „Rheinisch-Deutschen Freistaat“ vom französischen Konvent einstimmig beschlossen.
31. Letzte Sitzung des Mainzer Konvents. Neue Administration unter dem Präsidenten Hofmann; Konvent vertagt sich auf unbestimmte Zeit; Preußen in Worms

April

 
8.

Die ersten gefangenen Klubisten werden auf die Festung Königstein gebracht und leiden dort unter schlechten Haftbedingungen, ordentliche Prozesse gegen sie finden nicht statt.

9. Aufruhr wegen einer Massenausweisung in Mainz.

10. Mainz wird von preußischen, hessischen und sächsischen Truppen eingeschlossen.
14. Beginn der Belagerung von Mainz
15. Ende der revolutionären Mainzer Presse

Juni

 

18.

Beginn der Beschießung von Mainz, die zu schweren Zerstörungen im Stadtzentrum führt.

Juli

 
12. Heftige Auseinandersetzung zwischen radikalen und gemäßigten Kräften im Jakobinerlager (Administration gegen Munizipalität)
15.-17. Offener Bruch zwischen Administration und Munizipalität, die geschlossen zurücktritt.
22. Abschluss der Mainzer Kapitulation, die keinen freien Abzug der Jakobiner mit den Franzosen zulässt.
23. Custine wird in Nordfrankreich abgesetzt und verhaftet.
24. Französische Truppen ziehen aus Mainz ab; vereinzelte Übergriffe gegen die Jakobiner
25.

Zahlreiche "Klubisten" werden in und vor Mainz Opfer der Lynchjustiz. 41 Jakobiner werden als Geiseln nach Ehrenbreitstein deportiert.
Aufhebung aller revolutionären Behörden durch den Kurfürst

26. Der preußische Stadtkommandant verbietet Lynchjustiz. Inhaftierte Jakobiner werden in den überfüllten Mainzer Gefängnissen oder auf Königstein verhört. Die Inhaftierten erwarten lange Haftstrafen, Belastungen durch die ihnen aufgebürdeten Verfahrenskosten; auch Gemäßigte erhalten schwere Strafen; nach ihrer Freilassung freiwilliges Exil, Amtsenthebung oder Verbannung

Aug.

 
3. Alle in Mainz nach französischem Recht geschlossenen Ehen werden durch das Vikariat annulliert.
15. Custine wird vor dem Pariser Revolutionstribunal angeklagt.
28. Hinrichtung Custines
31. Das Mainzer Vikariat erklärt den Eid auf „Freiheit und Gleichheit“ zu einer schweren Sünde.

Sept.

9.

Kurfürst Erthal kehrt nach Mainz zurück

 

(nach: Daten der Mainzer Republik, zusammengestellt von Franz Dumont, in: Deutsche Jakobiner. Mainzer Republik und Cisrhenanen 1792-1798, 1982, S.253-257; gekürzt)
 

 
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