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Bausteine zum Beispielthema AIDS

Niederschrift

Beispielaufsatz mit Mängeln (1)

 
 

Beispielthema
"Hau ab, du Aids-Krüppel!"* bekommen manche HIV-infizierte Kinder in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen zu hören, wenn bekannt wird, dass sie an der Immunschwächekrankheit leiden. 
Zeigen Sie Ursachen für dieses Verhalten auf und stellen Sie dar, wie man Abhilfe schaffen könnte.

*Titel eines Artikels aus dem SPIEGEL (1993)

Als Problemerörterung für das obige Thema aus dem Projekt AIDS hat eine Schülerin aus der Berufsschule folgenden Aufsatz verfasst:

Nach vielen Jahren, in denen die Aufklärung über die Immunschwächekrankheit Aids stattgefunden hat, werden die infizierten Personen immer noch zu Randgruppen abgestempelt bzw. wenig in die Gesellschaft integriert. Häufig sind sogar Kinder , die im Prinzip nichts für ihre Erkrankung können, Mittelpunkte unüberlegter Aggressionen.
Eine Ursache ist dabei sicher im Desinteresse vieler Erwachsener begründet. Solange man nicht selbst von der Krankheit betroffen ist, geht sie einen auch nichts an. Werden diese Menschen dann mit der Krankheit konfrontiert, z.B. in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, wissen sie nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen können.
Als Folge dieser Interesselosigkeit entstehen natürlich auch Vorurteile. Eines dieser Vorurteile ist die Angst, sich bei jeder Kleinigkeit beim Umgang mit einer infizierten Person anzustecken. Häufig wird befürchtet, dass das Virus schon beim gegenseitigen Kommunizieren seinen Wirt wechselt.
Ein wenig anders verhält es sich bei Aggression unter Kindern selbst. Sie wissen häufig in ihrer kindlichen Naivität gar nicht, was sie sagen, aber wie sollten sie in diesem Fall auch, wenn nicht einmal die Eltern Bescheid wissen. So beschimpfen sie sich im Kindergarten wahrscheinlich nur mit dem, was sie von ihren Eltern gehört haben.
Die einfachste Lösung für diese Problematik ist sicherlich die getrennte Unterbringung von "normalen" und erkrankten Kindern. So würden keinerlei Sticheleien in Bezug auf diese Krankheit hervortreten. Diese Maßnahme ist allerdings gesellschaftlich nicht zu vertreten.
Toll wäre es natürlich, wenn die Nicht-Betroffenen schon im Kindesalter aufgeklärt würden. Denn so müssten sie erstens keine Angst vor den infizierten Personen haben, und zweitens wüssten sie wahrscheinlich eher was ihre Gemeinheiten bedeuten.
Damit die Kinder aufgeklärt sind, müssen aber erst einmal die Eltern aufgeklärt werden. Diese können dann ihren Kindern ihr Wissen weitervermitteln. Die Aufklärung der Eltern könnte z.B. in Form von Gruppengesprächen in Kindergärten vor der Aufnahme erkrankter Kinder erfolgen.
Abschließend kann gesagt werden, dass die Hauptursache für das aggressive Verhalten gegenüber Aids-Kranken, in der geringen Aufklärung begründet ist. Um die soziale Eingliederung der betroffenen Personen zu gewährleisten, muss eine gründliche Aufklärung stattfinden.

     
    
   Arbeitsanregungen:

Beurteilen Sie das Erörterungsbeispiel. Zeigen Sie seine Vorzüge auf.

 

 
     
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