Home
Nach oben
Zurück
Weiter
 

 

Formal-logische Anätze der Argumentation

Fehlende Prämissen und Konklusionen


  In Alltagskommunikationen wird gerne auf die Ausführungen von Prämissen verzichtet, die dann als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Ebenso kommt es vor, dass Konklusionen einfach weggelassen werden. Das hat natürlich auch mit der Ökonomie beim Sprechen zu tun und ist in vielen Fällen auch keineswegs problematisch.

Äußert man z. B.

Hannes hat ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein.

(…)

Also traut sich Hannes auch etwas zu.

kann die (universelle) Prämisse

Selbstbewusste Menschen trauen sich etwas zu.

wohl auch weggelassen werden, ohne dass sich jemand daran stört.

Anders freilich sieht dies in folgenden Fällen aus:

1
Herr Müller fährt einen Ferrari.

(…)

Infolgedessen wird er auch zu schnell gefahren sein.
 

2

Otto ist ein fauler Schüler.

(…)

Da wird er auch keinen vernünftigen Beitrag zum Unterricht leisten können.
 

3

Anna konnte die Aufgaben der Mathematikarbeit nicht lösen.

Das Lösungsheft unter der Bank war eine große Versuchung.

Mehr muss ich wohl dazu nicht sagen.

(…)
 

4

Inga ist eine außergewöhnlich attraktive Frau.

Die Stimmung war locker und gelöst.

Es floss Alkohol in Strömen.

(…)

(vgl. Bayer 1999, S. 96f..)
 

 
    
   Arbeitsanregungen:
  1. Ergänzen Sie die fehlenden Prämissen und Konklusionen in den obigen Beispielen.

  2. Beschreiben Sie die Wirkung dieser Argumentationen auf den Adressaten.

  3. Welche Absichten könnte der Sprecher mit derart unvollständigen Argumenten verfolgen?

  4. Welche Aufgabe hat ein kritischer Adressat derartiger Äußerungen?
     

 
      
  Überblick ] Logik ] Inhaltl.-rhet. Ansätze ] Textauswahl ] Bausteine ]  
 

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de