Home
Nach oben

 

 

Barock 1600 - 1720

Barocke Buchgestaltung

Kaspar Stieler: Die geharnschte Venus (1660)


Die Gestaltung dieses barocken Buchtitels einer Sammlung von Liebesliedern von Kaspar Stieler (1632-1707) lässt wichtige Rückschlüsse auf die Bedeutung der Literatur im  Barock zu.

"Der barocke Dichter [...] unterstellt sich mit aller Selbstverständlichkeit dem Marktgesetz von Angebot und Nachfrage. Dass Literatur immer auch ein Geschäft sei, das Buch auch eine Ware, das sind keineswegs Offenbarungen erst von heute." (Herzog 1979, S.20)

 

 
Der Titelkupferstich und seine Emblematik geben weitere Hinweise über den Inhalt des Buches:

Buchgestaltung als Soziologie des Barock
Urs Herzog (1979)

"Eine Soziologie (mindestens in nuce) barocker Lyrik, einer barocken Lyriksammlung lässt sich bereits deren Aufmachung und Einrichtung ablesen. Mit dem ausführlichen Titel, dem Titelkupfer, mit der Vorrede, der Widmung (den Widmungen) des Autors an einen Protektor, an Gönner und Freunde, mit den so genannten ‚Zuschreiben‘ der Freunde – mit allem zeigt sich ganz offen die Gesellschaftlichkeit dieser Dichtung. [...] Das handlich Duodez dieser sorgfältig gesetzten Lederbändchen, die eingestreuten Kupfer (gerne wählt man Emblembilder), alles zeigt auf den geselligen Charakter barocker Lyrik, auf die Selbstverständlichkeit, mit der sie gesellschaftlich sich binden und tragen lässt. Das moderne Gedicht schließt anachoretisch sich ab, ist dunkel gegen alles, was seine Innerlichkeit tangieren möchte. [...] Gryphius und jedem Dichter seiner Zeit wäre nichts fremder gewesen als die Vorstellung, dass sein Gedicht an niemanden gerichtet sein könnte. "

(Herzog 1979, S.24f.)

  

 
                      
Baustein 1 ] Baustein 2 ] Baustein 3 ] Baustein 4 ] Baustein 5 ] Baustein 6 ]
       

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de