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Sprechen als Handeln

Was ist eine Handlung?

 

Was Handeln eigentlich bedeutet, ist, unserem Alltagsverständnis zum Trotz, gar nicht so leicht zu bestimmen:

Auf den Soziologen Max Weber (1864-1920) geht folgende Definition zurück:
 

"Handeln soll [...] ein menschliches Verhalten (einerlei ob äußeres oder inneres Tun, Unterlassen oder Dulden) heißen, wenn und insofern als der oder die Handelnden mit ihnen einen subjektiven Sinn verbinden."
(zit. n. Holly 2001, S.10)

Mit folgenden Beispielen kann man sein Verständnis davon, was soziologisch als Handlung aufgefasst werden kann und was nicht, vertiefen.

  1. Ein berühmter Pianist bricht völlig empört sein Konzert ab, weil einer der Zuhörer an einer besonders gefühlvollen Stelle mehrmals hustet. Das Publikum ist über das Geschehen aufgebracht und die Person, die gehustet hat, rechtfertigt sich: "Es ist eben einfach passiert."
     

 

  1. Ein Autofahrer fährt bei Rot über die Kreuzung und verursacht einen Zusammenstoß mit einem anderen PKW. Bei der Polizei gibt er zu Protokoll: "Ich weiß auch nicht, das ist alles wie im Traum passiert."

  2. Nach einem Empfang für den Hauptsponsor der Veranstaltung wird ein Teilnehmer gerügt, weil er nicht im Business-Look gekleidet erschienen ist. "Was wollen Sie eigentlich von mir. Ich habe doch überhaupt nichts getan."

  3. Auf einer Party holt sich Steffen einen Cocktail und schiebt sich damit auf dem Rückweg zu seinem Platz durch die tanzenden Menge. Dabei erhält er von hinten einen Schubs und schüttet er Anja den halben Cocktail über die Hose. Er entschuldigt sich und sagt: "Tut mir leid, war ein Versehen."

  4. Benni äußert gegenüber Corinna: "Ich komme gegen sechs zurück." Er erscheint jedoch nicht. Als beide am nächsten Tag darüber reden, ist Corinna "sauer". "Ich weiß nicht, was du hast", rechtfertigt sich Benni, "ich hab' doch gar nichts gemacht!" - "Du hast versprochen, um sechs zurückzukommen!" - "Stimmt doch gar nicht. Ich hab' gar nichts versprochen. Ich hab' nur gesagt, dass ich um zurückkomme. Aber es ging eben nicht, weil ich meine Mutter zum Arzt bringen musste."

     
   
   Arbeitsanregungen:
  1. Geben Sie den Inhalt der Definition in eigenen Worten wieder.
  2. In allen drei Fällen vollzieht sich ein Geschehen. Welche der drei Fälle sind Ihrer Ansicht nach als Handlung zu bezeichnen und welche nicht? Begründen Sie Ihre Meinung.
  3. Welche der dargestellten Fälle erfüllt die Kriterien der Definition von Max Weber?
  4. Was gehört Ihrer Ansicht nach zu einer Handlung? Was unterscheidet sie von reinem Verhalten?
     
 
      

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