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Raumgestaltung im epischen Text

Textbelege

Georg Büchner, Lenz im Gebirge


Untersucht man, wie sich Lenz in dem Textauszug durch die Gebirgslandschaft bewegt und was er dabei erlebt, lassen sich folgende Textbelege heranziehen. Charakteristischerweise kommt den meisten von ihnen eine ausgesprochen dynamische Qualität zu.. Dies wird vor allem durch die große Anzahl von Verben der Bewegung erreicht. 

  • ging Lenz durch’s Gebirg
  • das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg
  • Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft
  • Am Himmel zogen graue Wolken,
  • und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch
  • Er ging gleichgültig weiter ... bald auf- bald abwärts. 
  • drängte es ihm in der Brust, 
  • wenn das Gestein so wegsprang, 
  • der graue Wald sich unter ihm schüttelte,
  • der Nebel die Formen bald verschlang, bald die gewaltigen Glieder halb enthüllte; 
  • es drängte in ihm,
  • um einen Abhang hinunter zu klimmen, 
  • wenn der Sturm das Gewölk in die Täler warf, 
  • und es den Wald herauf dampfte, 
  • und die Stimmen an den Felsen wach wurden,
  • bald wie fern verhallende Donner, 
  • und dann gewaltig heranbrausten, 
  • und die Wolken wie wilde wiehernde Rosse heransprengten, 
  • und der Sonnenschein dazwischen durchging und kam und sein blitzendes Schwert an den Schneeflächen zog, 
  • so dass ein helles, blendendes Licht über die Gipfel in die Täler schnitt;
  • oder wenn der Sturm das Gewölk abwärts trieb 
  • und einen lichtblauen See hineinriss, 
  • und tief unten aus den Schluchten, aus den Wipfeln der Tannen wie ein Wiegenlied und Glockengeläute heraufsummte, 
  • und am tiefen Blau ein leises Rot hinaufklomm, 
  • und kleine Wölkchen auf silbernen Flügeln durchzogen 
  • und alle Berggipfel scharf und fest, weit über das Land hin glänzten und blitzten, 
  • riss es ihm in der Brust, 
  • er stand, keuchend, den Leib vorwärts gebogen. 
  •  er müsse den Sturm in sich ziehen, alles in sich fassen, 
  • er dehnte sich aus und lag über der Erde, 
  • er wühlte sich in das All hinein, 
  • oder er stand still und legte das Haupt in’s Moos und schloss die Augen halb,
  •  und dann zog es weit von ihm, 
  • die Erde wich unter ihm, 
  • und tauchte sich in einen brausenden Strom, der seine klare Flut unter ihm zog. 
     
  • und dann erhob er sich nüchtern, fest, ruhig, 
  • Gegen Abend kam er auf die Höh des Gebirgs, 
  • er setzte sich oben nieder. 
  • Es war gegen Abend ruhiger geworden; 
  • das Gewölk lag fest und unbeweglich am Himmel, 
  • so weit der Blick reichte, nichts als Gipfel, von denen sich breite Flächen hinabzogen, und alles so still, grau, dämmernd;
  • das Biegen seines Flusses tönte wie Donner unter ihm, 
  • er musste sich niedersetzen; 
  • er riss sich auf und flog den Abhang hinunter. 
  • Himmel und Erde verschmolzen in Eins. 
  • als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm. 
  • Er ging durch das Dorf, die Lichter schienen durch die Fenster, 
  • alles ruhige, stille Gesichter,
  • es war ihm als müsse das Licht von ihnen ausstrahlen
     
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