Home
Nach oben

 

 

Angela Stachowa: Ich bin ein Kumpel

Textproduktive Gestaltungen

Lösungshinweise


Die textproduktiven Gestaltungen der Schülerinnen und Schüler zu Angela Stachowa, Ich bin ein Kumpel lassen sich mit folgenden Gesichtspunkten Jungen oder Mädchen zuordnen.

zu Beispiel 1:
In der Besprechung mit SchülerInnen wird meist relativ schnell erkannt, dass der erste Text von einer Schülerin verfasst ist. Dabei wird vor allem betont, dass die Detailtreue bei der Beschreibung des früheren "weiblichen" Zustandes ("dunkelrot geschminkte Lippen und schwarzumrahmte Augen") den weiblichen Blick verrate. Ganz deutlich verrate sich die weibliche Handschrift des Textes bei der Beschreibung weiblicher Eigenschaften wie Wärme, Sanftheit, sanftes Lächeln, die sich von den streicholzkurzen Stoppeln in einem harten maskulinen Blick unterschieden. Insgesamt gesehen kann man wohl mit der gebotenen Vorsicht festhalten, dass die Art und Weise wie Weiblichkeit und Gefühle in dem Text beschrieben sind, eine weibliche Handschrift ausweisen.

zu Beispiel 2:
Im zweiten Text fehlen Verweise auf eine positiv gelebte und empfundene Weiblichkeit. Im Vordergrund der Reflexionen der Ich-Erzählerin stehen rhetorische Fragen, die wie ein Aufschrei nach rationaler Erklärung für ein fast schon bewältigt scheinendes Schicksal gelesen werden könnten. Dieser männliche rationale Denkansatz wird mit der Suche nach den Ursachen für das eigene Verhalten unterstrichen. Hinzukommt, dass die gewählte Sprachebene bei der Verwendung von Schimpfwörtern nicht so recht die Gefühlslage der Ich-Erzählerin widerspiegelt. Die Aufforderung am Ende: "also los, mein Bier wartet" wird von den SchülerInnen darüber hinaus als eindeutig männliches Verhalten gesehen, das von der widersprüchlichen Empfindung der Ich-Erzählerin wenig erkennen lässt.

zu Beispiel 3:
Der dritte Text wird vor allem wegen der Detailtreue des Blickes in das eigene Gesicht und die Verwendung von Weiblichkeit positiv stilisierenden Adjektiven (zartes, lebendiges Rouge, Wangen) schnell als weibliche Schülerarbeit identifiziert.

zu Beispiel 4:
Der vierte Text ist relativ schwer zuzuordnen. Auf der einen Seite ist ihm das Bemühen eigen, sich in die Gedankenwelt der Ich-Erzählerin zu versetzten und ebenso wie diese, dem Geschehen in relativ distanzierter Weise gegenüberzutreten. Auf der anderen Seite scheint die Distanz vielen SchülerInnen doch zu weit zu gehen. Außerdem wirkt die Tatsache, dass sich die Ich-Erzählerin nur als Anhängsel eines Mannes versteht, dessen Ansprüche sie leider nicht erfüllen konnte, auf das mitunter emanzipierter wirkende Frauenbild der Schülerinnen zu befremdlich.

zu Beispiel 5:
Der fünfte Text wird schnell einer weiblichen Verfasserin zugeschrieben, weil die Ich-Erzählerin in einem eifersüchtigen Zustand gezeigt wird. Allerdings weist diese Eifersucht doch auch Züge auf, die nur phrasenhaft wirken, ohne dass den verbalen Äußerungen entsprechende Gefühle gegenüberstünden. In die Geschichte von Angela Stachowa lässt dieser Text wohl kaum bruchlos fügen.

Gut erkannt wird von den SchülerInnen in der Regel, dass alle Gestaltungen schwerlich mit dem Text von Stachowa harmonisiert werden können, weil sie entweder im Stil nicht recht passen, oder aber ihre inhaltliche Gestaltung der von Stachowa gewählten Schlussperspektive (Ich-Erzählerin ist keineswegs entschieden) zu sehr widersprechen würde.

      
  Baustein 1 ] Baustein 2 ] Baustein 3 ] Baustein 4 ] Baustein 5 ] Baustein 6 ] Baustein 7 ] Baustein 8 ] Baustein 9 ] Baustein 10 ] Baustein 11 ] Baustein 12 ] Baustein 13 ]  
   ,

          CC-Lizenz
 

 

Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de