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Theo Schmich: Die Kündigung

Interpretation

Aus Schüleraufsätzen - Mängel


Die nachfolgenden Auszüge stammen aus Interpretationsaufsätzen verschiedener Schüler zu der   Kurzgeschichte "Die Kündigung" von Theo Schmich. Die meisten von ihnen weisen mehr oder weniger große Mängel bei der Gestaltung des Aussagekerns oder der Inhaltswiedergabe auf.

Das Umgehen des Mannes mit seiner Kündigung (vgl. Arbeitsanregung)

  1. Der Mitarbeiter kommt mit der unerwarteten Situation nicht klar und versucht, den Grund für seine Kündigung beim Vorgesetzten, Personalchef und Betriebsrat herauszufinden. Der Personalchef erklärt ihm, dass an allem nur ein Computer schuld sei. Daraufhin geht der Mann zu seinem Chef und erfährt von ihm im Grunde das Gleiche. Enttäuscht, aber noch mit einem kleinen Funken Hoffnung, sucht er zuletzt Hilfe beim Betriebsrat. Als der auch nichts anderes zu sagen hat, ist der Mann fertig.

    • Es handelt sich bei dem Text um ein vollständig wiedergegebene Antwort auf die Frage, wie der Mann mit seiner Kündigung umgeht.
      Der Schüler referiert eigentlich nur in Form und Stil den Textinhalt, und hier insbesondere die äußere Handlung, ohne zu einer genaueren Analyse des Verhaltens des gekündigten Mannes vorzudringen. Dementsprechend gelingt es ihm nicht, unter dem systematischen Ansatz den nötigen Textbezug herzustellen.

  2. Es beschäftigt ihn, warum er eigentlich gekündigt wurde und er ist verständlicherweise wütend über diesen Vorfall. Er macht sich plötzlich Gedanken über Dinge, über die er sich früher keine gemacht hätte. "Wie sieht die Zukunft aus?", ist eine der Fragen, die er sich stellt. Keine Arbeit, kein Geld, sein ganzes Leben wurde innerhalb eines Gespräches mit dem Personalchef umgekrempelt.

    • Zwar werden im Text Reaktionen angesprochen, die der Mann auf die Bekanntgabe der Kündigung durch den Personalchef stellt, aber der vermeintliche Textbezug (z. B. "ist wütend über diesen Vorfall" trifft zumindest was das Gespräch mit dem Personalchef anbelangt nicht zu. Stattdessen zeigt er sich ja über alle Maßen "verwirrt" usw. Die Behauptung, er mache sich noch Gedanken über Dinge, über die er sich früher keine Gedanken gemacht habe, kann auch nur sehr eingeschränkt mit dem Text begründet bzw. dort belegt werden. Und: Der "Trick" mit der direkten Rede, die zwar wohl nicht als Zitat gemeint ist, kann auch den fehlerhaften Textbezug nicht übertünchen.

Das Verhalten von Personalchef, Chef und Betriebsrat

  1. Alle drei wälzen alles auf den Rechner ab, sie wollen gar keine Gründe für die Entlassung finden und sind völlig uninteressiert. Es ist ihnen egal, warum der Rechner gerade ihn ausgesucht hat, weil es schon richtig sei. Ein Rechner konnte sich ja nicht irren. Keiner der drei gab ihm also eine Antwort auf seine Fragen und sie schoben die Schuld für die Kündigung auf den Rechner.

    • (fehlende Begründungen, fehlender Textbezug
  2. Der Personalchef muss dem Mann die schlechte Nachricht mitteilen. Ihm scheint es nicht großartig viel auszumachen. Er will dem Mann nur etwas Trost spenden, aber eine richtige Begründung kann er ihm auch nicht geben. Zum Schluss erregt er noch ein bisschen Mitleid. Es tue im ja so leid, dass er jemanden entlassen müsse. Dann schickt er ihn aus dem Büro.
    Der Chef schiebt die Schuld auch nur auf den PC und tut noch blöd. Es tue ihm ja so leid, gibt er zu verstehen, grinst aber dabei noch zynisch.
    Der Betriebsrat will ihm auch nicht so richtig helfen und verteidigt die Entlassung damit, dass der Computer schon alles richtig gemacht habe.
    Insgesamt kümmert es die Vorgesetzten wenig, sonst könnten sie ihm seine Fehler sagen. Aber das wäre wahrscheinlich zuviel zusätzliche Arbeit. Sie lästern auch noch, wie schlecht es doch sei, sich so über eine Entlassung aufzuregen und freuen sich über die Wahl des PC. Sie versetzen sich gar nicht erst in die Lage des gekündigten Mannes und denken, sie hätten wohl ihre eigene Anstellung ewig. Sie denken nicht daran, dass auch sie froh darüber wären im Falle ihrer eigenen Kündigung, die Gründe zu erfahren.

    • Die Ausführungen sind – aller sonstiger Mängel zum Trotz - im Prinzip mit dem nötigen Textbezug ausgestattet, müssten aber klarer am Text belegt werden.

Stellungnahme

  1. Ich finde es schwachsinnig, dass der Mann zum Schluss dann doch noch dem Computer die Schuld gegeben hat und deshalb die Wut an ihm ausgelassen hat. (Es spricht für sich, dass er sich dann auch noch hat erwischen lassen.) Die Daten hat der Computer auch nur von einem Vorgesetzten. Deshalb ist es auch schwach, dass die Chefs zu feige sind, dem Mann seine Schwächen offen zu sagen. Davon hätte er wesentlich mehr gehabt und es wäre vielleicht gar nicht zu diesem Ende gekommen. Es war aber auch gut, dass er seine Wut nicht an den Chefs selbst ausgelassen hat.

    • Problembewusstsein vorhanden, aber statt klarer Begründung dominiert am Anfang die Abwertung ("schwachsinnig"). Einige der Aussagen müssten ausführlicher begründet werden.

  2. Dadurch dass der Elektronenrechner aussucht, wer den Betrieb verlassen muss, kann man niemandem die Schuld geben. Die Maschine hätte genauso gut jemanden anderen aussuchen können. Nun war es eben dieser Mann. Ich finde, der Betriebsrat, der Chef und der Personalchef haben sich richtig verhalten. Was hätten sie auch tun sollen? Schließlich hat die Maschine ausgesucht.
    Bei dem Mann hingegen, finde ich, dass er übertrieben reagiert hat. Wenn man entlassen wird und sogar noch von einer elektronischen Maschine, muss man nicht bis zum Betriebsrat gehen, um herauszufinden, dass das bestimmt nur ein Irrtum ist. Spätestens beim Chef hätte er es sich eingestehen sollen.

    • Das Problembewusstsein des Verfassers ist sehr gering ausgeprägt. Unabhängig davon ist eine rhetorische Frage keine Begründung.

 

       
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