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Zusatzmaterial zu: Theo Schmich: Geier

Mobbing - Was ist das eigentlich?


In unserer Alltagssprache wird der Begriff →Mobbing häufig synonym mit dem Begriff Schikane verwendet.

Mobbing von engl. to mob, was über jemanden herfallen oder sich auf jemanden stürzen bedeutet, wird von der Duden-Redaktion unter dem Stichwort mobben, das dem Jargon zugeordnet wird, mit folgender Bedeutungsangabe versehen: "einen Arbeitskollegen ständig schikanieren, quälen, verletzen [mit der Absicht, ihn aus der Firma o. Ä. zu vertreiben."  (Duden, Deutsches Universalwörterbuch 4. Aufl. 2001) Im englischen Sprachraum ist der Begriff Mobbing weniger verbreitet, dort wird zur Bezeichnung ähnlicher Vorgänge von Bossing und Bullying gesprochen. Weiter gefasst als der Mobbing-Begriff ist der Begriff der unfairen Attacke, wie er von der Fairness-Stiftung verwendet wird.

Definitionen

Über den Begriff Mobbing kursieren verschiedene Definitionen, die zum Teil von unterschiedlichen fachwissenschaftlichen Kontexten aus formuliert worden sind. Eine allgemeinverbindliche Definition existiert nicht.

Die drei Definitionen repräsentieren zunächst einmal verschiedene Definitionstypen. Die Definition von Zapf ist eine extensionale Definition, während die beiden anderen intensionale Definitionen darstellen. Sie lassen sich außerdem als Realdefinitionen (Sacherklärung) verstehen.
Alle drei Definitionen gehen von einer bestimmten lebensweltlichen Verortung des Phänomens aus, stellen Mobbing in den Zusammenhang bestimmter sozialer Strukturen und Kontexte. In allen drei Definitionen wird das Phänomen der Arbeitswelt zugeordnet. Die Menschen, die dort miteinander zu tun haben, bilden größere und kleinere formelle Gruppen, also gewisse "Zwangsgemeinschaften", auf deren Zugehörigkeit der einzelne meistens keinen Einfluss hat. Wer mit anderen zusammenarbeitet, tut dies - selbst wenn er mit bestimmten Personen gerne in einem Team zusammen ist - in der Regel nicht aus freien Stücken, sondern weil betriebliche oder arbeitstechnische Gründe dafür vorliegen. Dies mag auch der Grund dafür sein, dass in Gruppen, denen man ohne äußere oder innere Zwänge angehört, Mobbing eher eine Randerscheinung darstellt. Wer in einem Freizeitverein von anderen gemobbt wird, kann und wird in der Regel diesen Verein verlassen und sich gegebenenfalls anderen anschließen. Für die mobbende Gruppe ist indessen das Problem dadurch keineswegs gelöst.
Als weiteres wichtiges Definitionsmerkmal verstehen die drei vorstehenden Definitionen die zeitliche Dauer der destruktiven Handlungen. Übereinstimmend wird dabei betont, dass eine gewisse Häufigkeit in einem vorgegebenen zeitlichen Rahmen und eine längere Zeitdauer bei destruktiven Handlungen vorliegen muss, die als Mobbing bezeichnet werden können. Der Fixierung bestimmter Zeiträume oder Häufigkeitsverteilungen, wie sie von Zapf formuliert werden (" mindestens einmal pro Woche" und "mindestens ein halbes Jahr"), wird man freilich nur mit größter Vorsicht genießen können, denn solche Angaben geben lediglich einen willkürlich gesetzten Anhaltspunkt und sind nicht das Ergebnis wissenschaftlich-empirischer Untersuchungen. Und doch sind sie Antworten auf  vielfach gestellte und meist recht unbefriedigend beantwortete Fragen nach der Dauer und Häufigkeit des Phänomens Mobbing, wenn es von anderen Konflikten und Streitigkeiten abgehoben werden soll.

 
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