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Friedrich Schiller: Maria Stuart

Exposition der Gegenwart

(präsentischer Expositionsbezug)

 
 
 
  Die Exposition der (Dramen-)Gegenwart in Schillers Drama »Maria Stuart« wird mit den für die Figur der Maria Stuart wichtigen Gesichtspunkten im 1. Akt des Dramas geleistet. (» Exposition)
 
Formen der Expositionsanalyse

Drei verschiedene Zeitbezüge expositorischer Informationsvergabe können unterschieden werden:

Textstellen mit dominantem präsentischen Expositionsbezug

  • Maria Stuart ist eine Königin, die in spärlich möblierten Räumen inhaftiert ist (Bühnenbild, Requisiten: Zinngeschirr, kein Spiegel, keine Bücher, Eisengitter), Maria hat keinen Kontakt mehr zur Außenwelt, die Fenster ihrer Gemächer sind vergittert und steht unter strengster Bewachung (I,1 - 120).

  • Maria ist ihrer wertvollen persönlichen Habe beraubt und untersteht der Aufsicht Amias Paulets. (I,1 - 8)

  • Maria ist der Willkür Paulets ausgesetzt, der ihre letzten persönlichen Habe (darunter in Französisch gehaltene Schriften, dabei ein Brief an "ihre königliche Schwester" (II,1 – 161) und ein Geschmeide) beschlagnahmt

  • Maria besitzt ein königliches Stirnband "durchzogen mit den Lilien von Frankreich" (I,1 - 19), ein "Brautgeschmeide" (I,2 – 151). Frankreich ist mit England verfeindet.

  • Maria soll ihr "üppig lastervolles Leben" büßen (I,1 – 56, Paulet)

  • Maria befindet sich in England, wo ein Gerichtsverfahren gegen sie läuft (I,1 - 61/62).

  • Maria werden verschiedene "Frevel" vorgeworfen (I, 1 – 64, Paulet).

  • Ständig finden Hinrichtungen von Verschwörern statt (I,1 - 79).

  • Maria erhebt einen Thronanspruch auf die englische Krone. (I,1 - 105)

  • Maria erhält seit ihrer Ankunft in England keine Audienz bei Elisabeth, der Königin von England (I,2 – 169).

  • Maria verfasst einen Brief an ihre "königliche Schwester" Elisabeth (I,2 - 174) , indem sie um eine Unterredung bittet.

  • Maria will wissen, ob der Prozess gegen sie entschieden ist, ob das Urteil des damit betrauten Gerichtshofs unter Leitung von Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh, und Hatton in Westminsterhall gefällt ist. (I,2 - 236)

  • Maria ist am Jahrestag der Ermordung König Darnleys (I,4 - 278) von Schuldgefühlen geplagt und gesteht sich (und Kennedy) ihre Mitschuld ein.

  • Maria ist auf der Grundlage eines Gesetzes aus dem Jahr zuvor, das bei einem Tumult in England nicht nur die Täter, sondern auch die Hintermänner, die von derartigen Aktionen profitieren, mit der Todesstrafe bedroht(I,7 – 847ff.). Sie verlangt unter Berufung auf ein englisches Gesetz, eine Gegenüberstellung mit den sie belastenden Schreibern Nau und Kurl (I,7 – 909).

  • Maria bestreitet die Legitimität der englischen Gerichte, über sie zu urteilen (I,3 –242; I,7 – 695ff., 956).

Aussagen, die eindeutig die Deutung von bestimmten Figuren (figural perspektivierte Informationen im Rahmen der Exposition) sind, wurden mit dem Namen der jeweiligen Figur versehen.

 →Operatorenkatalog des Landes Baden-Württemberg)

X-Links

Drama der geschlossenen Form

Operatoren im Fach Deutsch

Arbeit mit Texten

 

 
 


   Arbeitsanregungen:

Erläutern Sie die in der Exposition des Dramas gegebenen Informationen mit den historischen Fakten aus dem geschichtlichen Hintergrund, auf den sie sich beziehen.

 →Operatorenkatalog des Landes Baden-Württemberg)

 
     
 
Expositionsanalyse und Expositionsgestaltung in Schillers Drama "Maria Stuart"
18 S. - pdf-Format
 
 
     
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