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Friedrich Schiller: Maria Stuart - I,7

Gesprächsverlauf

 
 
 
  Der Gesprächsverlauf zwischen Maria Stuart und Burleigh in Szene I,7 von Schillers Drama »Maria Stuart«  lässt sich mit folgender detaillierter tabellarischer Darstellung erfassen. Die wichtigen  Gesprächsbeiträge - nach der Kontaktaufnahme - von Vers 694ff. an -  sind dabei durchnummeriert.
 
  Maria Stuart Burleigh
1   betont, freiwillige Unterwerfung Marias unter englische Gerichtsbarkeit (V 694)
2 widerspricht B. und erklärt unter Berufung auf englisches Recht:
"Nur Könige sind meine Peers." (V 706)
 
3   besteht auf faktischer Anerkennung des englischen Gerichts wegen Anhörens der Anklage und Aussage von M. vor  Vernehmungsrichtern (V 707)
4 erklärt ihr Erscheinen vor dem Gericht damit, dass sie von Hatton hintergangen worden sei. Außerdem habe sie den Lords ihre Achtung erweisen wollen. (V 714f.)  
5   beansprucht Gerichtsbarkeit über alle,  die sich auf englischem Boden befinden. Recht steht damit auch über Königen und Königinnen. (V 719)
6 betont dagegen, dass englisches Recht nur für englische Staatsbürger gelten könne: "Bin eine freie Königin des Auslands." (V 727)  
7   wendet ein: Königswürde gewährt keine Straffreiheit bei Anstiftung zum Aufruhr. Zudem gebe es die Gleichheit vor dem Gesetz. (V 731f.)
8 beharrt darauf, dass sie sich nicht der Rechenschaft darüber, was sie getan habe, entziehen wolle, die Richter aber ablehne (V 725)  
9   verteidigt Ansehen, Rang und Würde der "ersten Männer dieses Landes" (V 742), die das Gericht gebildet hätten; hebt die große Anzahl der Richter (40) hervor
10 hält einen Moment inne (V 762) und "kokettiert" mit mangelnden rhetorischen Fähigkeiten (V 764); bestreitet die Würde und Unvoreingenommenheit der Richter; erhebt Vorwürfe: Schmeichelei und Heuchelei, Korruption, religiöser und politischer Opportunismus (V770ff.)  
11   wirft ein, dass sich M. in Englands Unglück bestens auskenne (V 787)
12 wendet sich persönlich an B., und lobt dessen moralische und politische Integrität und Staatsloyalität; zugleich warnt sie ihn, Staatsräson für Gerechtigkeit zu nehmen (V 790ff.); ungeachtet dieser persönlich versöhnlichen Geste, hält sie an der Ablehnung des Gerichts aus zwei Gründen fest: das protestantische Bekenntnis der Richter ("Eiferer", V 801) und die historische englisch-schottische Feindschaft ("vor Gericht kein Brite gegen den Schotten, / Kein Schotte gegen den Briten zeugen darf", V 807); nur unter einer Herrschaft vereint, könne diese Feindschaft überwunden werden (V 825)  
13   fragt, ob sie glaube, dass eine Stuart diese gemeinsame Krone tragen solle (V 827)
14 räumt ein, dass sie daran geglaubt habe, die schottische und die englische Krone miteinander vereinen zu können (V 829ff.)  
15   klagt sie an, für dieses Ziel Bürgerkrieg in England angezettelt zu haben. (V 840)
16 verwahrt sich gegen diese Anschuldigung und verlangt Beweise (V 842f.)  
17   weicht aus und gibt das Urteil und die Rechtsgrundlage des Urteils bekannt (Act for the Queens Safety). (V 847ff.)
18 weist die Legitimität des Gesetzes  zurück (Ad-hominem-Gesetz, Ex-post-facto-Verbot) (V 855ff.)  
19   beharrt darauf, dass das Gesetz eine Warnung gewesen sei, die M. mit ihrer führenden Beteiligung am Attentatsplan Babingtons missachtet habe. (V 863)
20 fordert erneut Beweise für ihre Beteiligung. (V 871)  
21   erklärt, sie habe diese vor Gericht zu sehen bekommen (V 873)
22 bestreitet die Beweiskräftigkeit, der von fremder Hand geschriebenen Kopien (V 874ff.)  
23   behauptet, Babington habe vor seinem Tod die Urheberschaft und die inhaltliche Richtigkeit der schriftlichen Mitteilungen Marias an ihn bezeugt (V 878)
24 will wissen, warum man ihr Babington nicht gegenübergestellt und ihn stattdessen sofort hingerichtet habe (V 880f.)  
25   weicht aus und betont, dass auch die Schreiber Marias unter Eid sich für die inhaltliche Richtigkeit der Kopien verbürgt hätten. (V 884)
26 lehnt ihre Hausbedienten, die ihr die Treue gebrochen hätten, als Zeugen ab. (V 888)  
27   wendet ein, dass sie sonst doch so viel von ihrem Schreiber Nau gehalten habe. (V 893)
28 erklärt dessen falsche Zeugenaussage mit den Auswirkungen der Folter (V 896)  
29   widerspricht dem Vorwurf, dass der Eid Naus auf der Folter erpresst worden sei ("Mit einem freien Eid hat er’s beschworen" (V 900)
30 verlangt die Gegenüberstellung der beiden Bediensteten gemäß eines englischen Gesetzes, das anordne, "den Kläger dem Beklagten vorzustellen." (V 910); will von Paulet wissen, ob ein derartiges Gesetz in England gelte (914)  
31   B. antwortet nicht (Paulet bestätigt M. Frage mit einem klaren Ja) (V 916)
32 insistiert auf ihrer legitimen Forderung nach einer Gegenüberstellung (V 918ff.)  
33   lenkt ab und will weitere Urteilsgründe vorbringen (V 925)
34 unterbricht und besteht darauf, dass ihr allein die Babington-Verschwörung zum Vorwurf gemacht worden sei; verlangt von B., nicht auszuweichen, sondern Rede und Antwort zu stehen (V 928)  
35   behauptet, dass es Beweise dafür gebe, dass M. mit dem spanischen Botschafter verhandelt habe (V 929)
36 verlangt erneut Antwort auf ihre Fragen (V 931)  
37   behauptet, dass es Beweise dafür gebe, dass M. mit Gewalt den Katholizismus in England wieder einführen wolle und einen Krieg der europäischen Mächte gegen England heraufbeschwören wolle. (V 931f.)
38 erklärt es zu ihrem (königlichen) Recht, sich für ihre Befreiung aus widerrechtlicher Haft in England mit anderen Mächten zu verbünden; weist weiterhin jede Beteiligung an Mordplänen, die sie selbst "entehrt" hätten, zurück (V 947ff.)  
39   fordert sie auf, ihre Lage nicht zu verkennen, denn als Gefangene müsse sie sich der Realität beugen. (V 951)
40 erklärt, dass sie die Realität wohl zur Kenntnis nehme ("Ich bin die Schwache, sie die Mächt’ge", V 961); besteht jedoch darauf, dass es in ihrem Fall nur um die Macht und nicht um Gerechtigkeit gehe und dies der ganzen Welt klar sei: "Ermorden lassen kann sie mich, nicht richten!" (V 971)  

 

 
      
 
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