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Friedrich Schiller: Maria Stuart - I,6

Arbeitsanregungen zur Analyse der Szene

 
 
 
  Szene I,6 in Schillers Drama »Maria Stuart« erfüllt weitere Aufgaben im Rahmen der Exposition der Dramenhandlung im 1. Akt. Dabei dominiert, wenngleich nicht unbedingt von der Textfülle diesbezüglicher Aussagen her ableitbar, der futurische Bezug der expositorischen Informationen. Zwar nimmt die Darstellung der so genannten Rom-Erzählung Mortimers den breitesten Raum im Gespräch zwischen ihm und Maria Stuart ein, doch dieser - viele meinen gar - verzichtbare Teil des Dialogs treibt durch seine Ankündigung der gewaltsamen Befreiungsaktion durch Mortimer und seine Helfer die Dramenhandlung voran.
Dass darüber hinaus über die Exposition der Figur Mortimers hinaus auch noch einmal in einer weiteren Figurenperspektive die Vorgeschichte Maria Stuarts zur Sprache kommt, zeigt aber auch, wie sorgfältig und multiperspektivisch Schiller die Exposition seiner Hauptfigur Maria Stuart angelegt hat.

Arbeitsanregung 1: (Untersuchendes Erschließen)

  1. Fassen Sie den Inhalt der so genannten Rom-Erzählung Mortimers (Vorgeschichte Mortimers) in Form einer Inhaltsangabe zusammen.

  2. Untersuchen Sie, aus welchen Gründen Mortimer sein Glaubensbekenntnis ändert.
    Zeigen sie dabei auch auf, welchen Stellenwert religiöse Überzeugungen für seinen Befreiungsplan Maria Stuarts besitzen.

Arbeitsanregung 2: (Untersuchendes Erschließen)

"Die Schönheit Marias hat Mortimer [...] in leidenschaftlicher Liebe zu ihr entbrennen lassen, so dass er alles, sogar sein Leben daransetzen will, sie zu retten. " 
Untersuchen Sie an Hand der Szene I,6 die Motive Mortimers für seinen Befreiungsplan und nehmen Sie zu dieser Interpretationsaussage von Edgar Neis (1981) Stellung.

Arbeitsanregung 3: (Untersuchendes Erschließen)

""Das Kunsterlebnis war zugleich ein religiöses Erlebnis."
(Scholz (1981)1993)

  1. Analysieren Sie auf der Grundlage dieser Aussage die Romerzählung Mortimers.

  2. Zeigen Sie, wie die Verschmelzung von ästhetischer Wahrnehmung und religiöser Weltsicht Mortimers aufkeimende Gefühle für Maria Stuart in Szene I,6 begründet.

  3. Beurteilen Sie auf dieser Grundlage Mortimers Charakter.

Arbeitsanregung 4: (Literarische Erörterung - untersuchendes Erschließen)

"Beim Anschauen eines Bildes wie vom Donner gerührt. Mit Mortimer hat Schiller einen unglaubwürdigen "Naivling" geschaffen."
Setzen Sie sich mit dieser Äußerung eines Schülers über Mortimer auf dem Hintergrund seiner in der Rom-Erzählung dargestellten Vorgeschichte auseinander.

Arbeitsanregung 5: (Untersuchendes Erschließen)

Popp (1995) behauptet, dass die Romerzählung Mortimers in I,6, die im Übrigen keine konkrete Bedeutung für die weitere Handlung besitze, die Aufgabe habe , die geistige Welt der Emigranten darzustellen.

  • Erläutern Sie die These von Popp unter Bezugnahme auf den Text.

  • Vergleichen Sie die Sicht Mortimers in dieser Szene und die Sicht Burleighs in der Staatsratsszene II,3.

  • Nehmen Sie zu der Behauptung Popps kritisch Stellung, dass die Rom-Erzählung im Übrigen keine konkrete Bedeutung für die weitere Handlung besitze. Lässt sich die engere Rom-Erzählung Mortimers im Interesse einer strafferen Inszenierung streichen?

Arbeitsanregung 6: (Untersuchendes Erschließen)

Untersuchen Sie die Szene I,6.

  1. Arbeiten Sie dabei heraus, welche Charaktereigenschaften Mortimers sichtbar werden.

  2. Zeigen Sie auf, wie sich diese Charaktereigenschaften im weiteren Verlauf der Dramenhandlung auswirken.

Arbeitsanregung 7: (Produktive Textarbeit - Literarisches Rollenspiel - Gestaltende InterpretationKreatives Schreiben - Szenische Interpretation)

Verfassen Sie ausgehend von seiner Vorgeschichte eine Rollenbiographie (/Selbstdarstellung) Mortimers, in der er sich und sein Handeln (auch über seinen Tod hinaus) rechtfertigt.

Arbeitsanregung 8:  (Produktive Textarbeit - Literarisches Rollenspiel - Gestaltende InterpretationKreatives Schreiben - Szenische Interpretation)

Inszenieren Sie folgende Teilszenen aus der Rom-Erzählung Mortimers in eigenen Spielszenen. (Stehgreif-Inszenierung oder aber schriftliches Verfassen des Dramentextes möglich)

  • Mortimer als Zuhörer einer puritanischen Predigt, die sich gegen Prunksucht des Papsttums und die "gotteslästerlichen" Bilddarstellungen der katholischen Kirche wendet.

  • Mortimer im Gespräch mit anderen Romreisenden vor dem Kolosseum in Rom

  • Mortimer im Gespräch mit einem gerade eintreffenden anderen protestantischen Romreisenden nach dem Besuch des päpstlichen Hochamts

  • Mortimer und der Kardinal von Guise in Rom

  • Mortimers Zusammentreffen mit dem Bischof von Roße in Reims

  • Das Treffen der Verschwörer im Palast des Grafen Aubespine

Arbeitsanregung 9:  (Produktive Textarbeit - Literarisches Rollenspiel - Gestaltende InterpretationKreatives Schreiben - Szenische Interpretation)

Bei der Verfilmung des Dramas erhalten Sie die Aufgabe, die Vorgeschichte Mortimers in einer so genannten "Traumsequenz" zu verfilmen. Dazu sollen zum aus dem Off gesprochenen Text Mortimers illustrierende Bilder und Bildfolgen gezeigt werden.

Zeichnen Sie ein Storyboard, das die bewegten oder unbewegten Szenen wiedergibt, die Ihrer Ansicht ins Bild gesetzt werden sollten.

 →Operatorenkatalog des Landes Baden-Württemberg)

X-Links

Drama der geschlossenen Form

Operatoren im Fach Deutsch

Kreatives Schreiben

 

 
      
 
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