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Robert Musil: Der Verkehrsunfall

Erzählstrukturen

 
 
  Die Erzähltechnik, die Robert Musil in seiner Erzählung »Der Verkehrsunfall« verwendet, lässt sich als Kameratechnik beschreiben. Dabei wird erzähltechnisch wie mit einem Zoomobjektiv hantiert und die Perspektive verengt sich zusehends auf einzelne Gegenstände wie bei einer Großaufnahme. Was derart "groß" in Szene gesetzt wird, ist scharf konturiert und bis in die Details erkennbar. Während jedoch im Film die Großaufnahme z. B. des Gesichts häufig zur Identifikation mit einer Figur beitragen soll, erscheint die erzähltechnische Großaufnahme Musils von Anfang an irgendwie "überbelichtet" zu sein. Dies freilich nicht im wörtlichen Sinne. Gemeint ist damit eine fast nicht mehr nachvollziehbare Fokussierung der Aufmerksamkeit des Erzählers für ein bestimmtes Detail. Ziel dieser Scharfeinstellung ist eben nicht mehr die Herstellung von Intimität, sondern die Entlarvung.
 

(Abbildung nach Thiemermann o. J., S.41)

Die Erzählperspektive ist über den gesamten Text nicht gleich. Während der erste Teil der Geschichte durch den ironischen Erzählerkommentar eindeutig auktorial gestaltet ist, wechselt die Erzählperspektive dann zu einer personalen Perspektive, wenn von der "querschlagenden Bewegung" erzählt wird. Die wechselnde Erzählperspektive steht dabei im Dienst einer Erzählfunktion, die die Annäherung und Distanzierung vom erzählten Geschehen des Unfalls gestalten will.

 
     
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