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Bausteine

Das Erzählverhalten am Romanbeginn analysieren

Thomas Mann: Buddenbrooks

 
FAChbereich Deutsch
Glossar
Literatur Literarische Gattungen Autorinnen und Autoren Thomas ManN (1875-1955) Buddenbrooks  Gesamttext/Rechercheversion Didaktische und methodische Aspekte Überblick ASPEKTE DER ERZÄHLTEXTANALYSE Überblick Zeitgestaltung Raumgestaltung Erzählverhalten Darbietungsformen Figurengestaltung ▪ Einzelne figuren Johann Buddenbrook, sen. (1765 - 1842) Gotthold Buddenbrook (1796 - 1856) Friederike (1822-?), Henriette (1823-?) und Pfiffi Buddenbrook (1824-?) Antoinette Buddenbrook, geb. Duchamps (? - 1842) Johann Buddenbrook, der Jüngere, Konsul (ca. 1800 - 1855) Konsulin Elisabeth Buddenbrook, geb. Kröger (ca. 1803 - 1871) [ Thomas Buddenbrook (1826-1875) Überblick Aspekte zur Analyse und Interpretation Bausteine ] Antonie Buddenbrook, verh. Grünlich, Permaneder (1827-?) Christian Buddenbrook (1828-?) Clara Buddenbrook (1838-1864) Hanno Buddenbrook (1861-1877) Weitere Figuren Komparativisches ErzählenTextauswahl Bausteine Links ins Internet Schreibformen Operatoren im Fach Deutsch
 

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Erzählformen und Erzählverhalten (Petersen)
Überblick
Erzählform
Standort des Erzählers (point of view)
Erzählperspektive (Sichtweise)
Erzählverhalten
Erzählhaltung  
Darbietungsweisen

»Was ist das. – Was – ist das …«

»Je, den Düwel ook, c'est la question, ma très chère demoiselle!« Die Konsulin Buddenbrook, neben ihrer Schwiegermutter auf dem geradlinigen, weiß lackierten und mit einem goldenen Löwenkopf verzierten Sofa, dessen Polster hellgelb überzogen waren, warf einen Blick auf ihren Gatten, der in einem Armsessel bei ihr saß, und kam ihrer kleinen Tochter zu Hilfe, die der Großvater am Fenster auf den Knieen hielt.

»Tony!« sagte sie, »ich glaube, daß mich Gott –«

Und die kleine Antonie, achtjährig und zartgebaut, in einem Kleidchen aus ganz leichter changierender Seide, den hübschen Blondkopf ein wenig vom Gesichte des Großvaters abgewandt, blickte aus ihren graublauen Augen angestrengt nachdenkend und ohne etwas zu sehen ins Zimmer hinein, wiederholte noch einmal: »Was ist das«, sprach darauf langsam: »Ich glaube, daß mich Gott«, fügte, während ihr Gesicht sich aufklärte, rasch hinzu: »– geschaffen hat samt allen Kreaturen«, war plötzlich auf glatte Bahn geraten und schnurrte nun, glückstrahlend und unaufhaltsam, den ganzen Artikel daher, getreu nach dem Katechismus, wie er soeben, anno 1835, unter Genehmigung eines hohen und wohlweisen Senates, neu revidiert herausgegeben war. Wenn man im Gange war, dachte sie, war es ein Gefühl, wie wenn man im Winter auf dem kleinen Handschlitten mit den Brüdern den »Jerusalemsberg« hinunterfuhr: es vergingen einem geradezu die Gedanken dabei, und man konnte nicht einhalten, wenn man auch wollte."

(Quelle: Thomas Mann, Buddenbrooks, Frankfurt; dtv 1999/2008, VIII, 4 - S. 7; Mann, Thomas. Buddenbrooks: Verfall einer Familie (Fischer Klassik) (S.1). FISCHER E-Books. Kindle-Version)

Erzählformen und Erzählverhalten (Petersen)
Überblick
Erzählform
Standort des Erzählers (point of view)
Erzählperspektive (Sichtweise)
Erzählverhalten
Erzählhaltung  
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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 16.04.2024

       
    Arbeitsanregungen
:
  1. Untersuchen Sie den Romananfang unter dem Blickwinkel des darin realisierten Erzählverhaltens.

    • Welche Textstellen lassen sich als neutral, welche als auktorial und welche als personal bezeichnen?

  2.  Erläutern Sie, was der Literaturwissenschaftler Jochen Vogt meint, wenn er sagt: "So ergibt sich in unserem Text die Verwendung der neutralen Szene zunächst aus der Autorintention, durch einen möglichst unmittelbaren und anschaulichen Erzählbeginn die Aufmerksamkeit der Leser zu fesseln; die Einmischung des auktorialen Erzählers sodann aus der Notwendigkeit, dem gleichen Publikum Vorinformationen (Zeit, Ort, Personen des Geschehens) nachzuliefern, die für das Verständnis nötig sind. Die personale Sicht schließlich, die in der gedanklichen Schlittenfahrt zum ersten Mal deutlich wird, zeigt an, dass Antonie im Auf und Ab ihres Schicksals und unter wechselnden Nachnamen immer wieder einmal als Perspektivfigur bzw. als 'personales Medium' verwendet wird (woraus der Autor überwiegend humoristische Effekte gewinnt)." (Jochen Vogt 1990, S.53).

 
 
 

 
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