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Aspekte der Szenenanalyse - IV,7

Die inhaltliche Gliederung des Gesprächsverlaufs

 IV,7- Nathan und der Klosterbruder im Gespräch über die Ereignisse in Darun


FAChbereich Deutsch
Glossar Literatur Literarische Gattungen Dramatische Texte Autorinnen und Autoren Gotthold Ephraim Lessing Nathan der Weise
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Die inhaltliche Gliederung des Gesprächsverlaufs  in IV,7: Nathan und der Klosterbruder zwischen Nathan und dem Klosterbruder lässt sich wie folgt zusammenfassen:

   

Nathan

Klosterbruder

1

Monolog Nathans

  • macht sich klar, dass er Rechas Vater bleiben will

  • vertraut darauf, dass Recha in ihm auch nach Bekanntwerden der Wahrheit noch ihren Vater sehen werde

 

2

Die Gründe des Klosterbruders für die Kontaktaufnahme mit Nathan

  • nach anfänglichem Kontaktgespräch wird Nathan zusehends verunsichert und "betroffen"

  • bestätigt die Vermutungen und Angaben des Klosterbruders über den bei Askalon gefallenen Wolf von Filnek, dessen kurz zuvor verstorbene Frau

  • teilt mit, dass er Wolf von Filnek mehrfach das Leben verdanke

  • deutet eigentlichen Grund seiner Kontaktaufnahme zunächst nur an ("vertrautes Pfand")

  • erzählt eigene Geschichte zur Selbstcharakterisierung und Legitimierung seines Dienstes für den Patriarchen

  • bekennt, dass er die vom Patriarchen erteilten Aufträge nur mit "großem Ekel" ausführe

  • teilt Nathan mit, dass er auf Grund einer am selben Tag erfolgten Denunziation auf der Suche nach einem Juden sei, der eine Christin im jüdischen Glauben erziehe

  • erklärt, dass dies bei den Christen zwar als "größte Sünd' " angesehen werde, er persönlich aber nicht recht wisse, worin sie bestünde

  • vergewissert sich, ob er Nathan vor achtzehn Jahren einen weiblichen Säugling übergeben habe

3

Die pragmatische Ethik des Klosterbruders

  • bleibt zunächst vorsichtig und misstrauisch, äußert sich kaum

  • beginnt während der Erklärung des Klosterbruders Vertrauen zu ihm zu fassen

  • bittet den Klosterbruder um Beistand, wenn es einmal zur Anklage gegen ihn komme

  • öffnet sich dem Klosterbruder vollständig und erzählt ihm seine Vorgeschichte (Pogrom in Gath)

  • beruhigt Nathan und bittet um sein Vertrauen

  • stellt seine Sicht der Dinge dar:

    • Das Böse und das Gute liegen oft sehr nah beieinander.

    • In einem solchen Fall macht es keinen Sinn das Gute tun zu wollen, weil nicht klar ist, wann es in das Böse umschlägt.

  • betont, Nathan habe "natürlich" gehandelt, wenn auch im Sinne der abstrakten Norm nicht klug

  • zeigt, dass im vorliegenden Fall das normativ Gute (Kind als Christin erziehen) hätte zum Verlust der Vaterliebe geführt (Böses)

  • erkannt an, dass es nur darauf ankomme, ob das Kind zu Frömmigkeit, d.h. Glauben an Gott erzogen sei

  • akzeptiert Nathans Verhalten gerade angesichts der Wurzeln des Christentums im Judentum ("unser Herr ja selbst ein Jude war")

4

Nathans Vorgeschichte

  • betont, dass er bis dahin aus Bescheidenheit niemanden von den Ereignissen erzählt habe

  • seine "Taten" resultierten aus seinem Vertrauen in Gott (Gottergebenheit)

  • Frau und sieben Söhne sind vor achtzehn Jahren in Gath einem von Christen verübten Judenpogrom zum Opfer gefallen (verbrannt)

  • nach drei Tagen völliger Verzweiflung, Zorn auf Gott und Hass auf die Christen (Affektreaktion), dann allmählich Rückkehr zur Vernunft und Akzeptieren des von Gott verfügten eigenen Schicksals

  • Zusammentreffen mit dem als Reiterknecht dienenden Klosterbruder in Darun; Dankbarkeit für die von Gott erwiesene Gnade, so schnell wieder ein Kind zu erhalten.

  • sieht bei sich und dem Klosterbruder gemeinsame Überzeugungen ("Denn was / Mich Euch zum Christen macht, das macht Euch mir / Zum Juden!"

  • begeistert sich für Nathans praktische, einzigartige "christliche" Grundhaltung

 

5

Die Verwandtschafts- verhältnisse Rechas

  • will um Recha kämpfen (Angst vor dem erneuten Verlust eines Kindes) und nur blutsverwandtschaftliche Rechte akzeptieren

  • fordert den Klosterbruder auf, ihm Näheres über das Geschlecht Wolf von Filneks mitzuteilen

  • erfährt, dass die Mutter womöglich eine Stauffin und deren Bruder der Tempelherr Conrad von Stauffen gewesen sei

  • vermutet, dass Daja ihn beim Patriarchen denunziert habe

  • bekundet Nathan gegenüber Zustimmung bei dessen Vorhaben, um Recha zu kämpfen

  • bestätigt vorläufig Nathans Vermutungen hinsichtlich der Abstammung Rechas

  • verweist auf ein in seinem Besitz befindliches Brevier Wolf von Filneks, das mit dessen arabischen (!) Aufzeichnungen Aufschluss gebe

 

 

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 24.04.2021

 
 

 
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