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Lessing: Nathan der Weise

Gesprächsverlauf III,5 - III,7

III,7: Die Ringparabel


Der Verlauf des Gesprächs zwischen Nathan und Saladin - unterbrochen durch den Monolog Nathans (III,6) - bei ihrer ersten Begegnung (III,5 und III,7) lässt sich in einer tabellarischen Übersicht darstellen:
   

  Inhalt / Kommunikation Saladin Nathan
III,5: Erste Begegnung Saladins und Nathans (1)

Dialog Nathan - Saladin

  • Kontaktgespräch auf der Basis unterschiedlicher Beziehungs-
    definitionen von Nathan und Saladin

  • Fangfrage des Sultans

  • will komplementäre Beziehung demonstrieren

  • betont Dominanz des Herrschers

  • will wegen Begnadigung des Tempelherrn Saladin einen Dienst erweisen

  • stellt die Macht Saladins nicht in Frage

  • strebt dennoch symmetrisches Beziehungskonzept an

III,6 Monolog Nathans
  • 'Sammlungs'-Monolog (Fricke/ Zymner 1993, S.263)

  • Entscheidung für die Antwortstrategie: "Märchen" (Ringerzählung)

 
  • zunächst im Unklaren über die Absichten Saladins

  • reflektiert über Saladins Wahrheitsbegriff

  • vermutet schließlich eine Falle

  • will Saladin mit einem "Märchen" "abspeisen"

III,7 Erste Begegnung Saladins und Nathans (2):
Die Ring- parabel

Dialog Nathan - Saladin

  1. Verständigung über die Form der Antwort: zunächst "ein Geschichtchen"
  2. Die Ringparabel bis zum Tod des Vaters
  3. Die Übertragung auf die Sachebene durch Nathan
  4. Die Erzählung vom Richter
  5. Freundschaft zwischen Saladin und Nathan
    - Kreditangebot u. Fürsprache Nathans für den Tempelherrn
  • verwundert über die Sicherheit, die Nathan ausstrahlt

  • betont aber auch die existentielle Bedeutung der Antwort für Nathan

  • stimmt zu, zunächst ein Geschichtchen zu hören

  • wird allmählich unwillig, fühlt sich nicht ernst genommen u. beharrt auf Unterscheidbarkeit der Religionen

  • lässt sich von Nathans Argument der geschichtlichen Bedingtheit der Religionen überzeugen

  • leistet offene Selbstkritik

  • bietet Nathan die Freundschaft an

  • strahlt Sicherheit aus

  • will zunächst ein "Geschichtchen" erzählen

  • erzählt die Ringparabel

  • während des Erzählens Kontaktsignale, die Saladin bestätigt

  • überträgt sein "Geschichtchen" auf die Frage Saladins

  • entschuldigt sich dafür, dass er die Religionen aus Vernunftgründen nicht unterscheiden kann

  • betont geschichtliche Bedingtheit des Wahrheitsanspruchs der Religionen

  • erzählt Geschichte vom Richter

  • nimmt Freundschafts-
    angebot Saladins an

  • bietet Saladin aus freien Stücken Kredit an

  • setzt sich für den Tempelherrn ein

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.09.2014

     
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