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Lessing: Nathan der Weise

Die Ringerzählung bei Boccaccio und Lessing

III,7: Die Ringparabel


Wenn man die Vorlage Boccaccios aus dem Dekameron und Lessings Ringparabel (III,7) im »Nathan« miteinander vergleicht, wird die Rätselhaftigkeit und Doppelsinnigkeit von Lessings Gestaltung im Vergleich zur Vorlage sicher ebenso ins Auge fallen die die Paradoxien, die darin enthalten sind. (vgl. Nisbet 2008, S.796)

Dabei kann der inhaltliche Vergleich - in Form einer Tabelle dargestellt - zu den folgenden Ergebnissen führen:
 

  Boccaccio, Dekameron Lessing, Nathan der Weise (III,7)
Teilnehmer des Gesprächs der geizige Melchisedech - Sultan Saladin der freigiebige Nathan - Sultan Saladin
Gesprächssituation Fangfrage Saladins Fangfrage Saladins
Teile des Gesprächs Erzählung - Auslegung der Erzählung Erzählung - Auslegung der Erzählung - Fortsetzung der Erzählung
Ergebnis des Gesprächs Freundschaft zwischen Melchisedech und dem Sultan, der Geld erhält Freundschaft zwischen dem Sultan und Nathan, der dem Sultan Geld gibt
Figuren der Parabel Vater, Söhne, Richter Vater, Söhne, Richter in tausend, tausend Jahren
Inhalt der Frage des Sultan Welche ist die wahre Religion? Aus welchen vernunftgemäßen Gründen bekennt sich Nathan zum jüdischen Glauben?
Echtheit der Ringe rechtmäßiger Erbe kann nicht ermittelt werden rechtmäßiger Erbe kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ermittelt werden;
denkbar: alle Ringe sind falsch
Entscheidung erst am Ende aller Geschichte möglich durch einen weiseren Richter
Ring muss um seinen Zauber entfalten zu können, mit Zuversicht getragen werden

(nach: Wilhelm Große, Stundenblätter Lessings Nathan und die Literatur der Aufklärung, Stuttgart: Klett-Verlag 1987, Beilage S.18) 

     
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