teachSam- Arbeitsbereiche:
Arbeitstechniken - Deutsch - Geschichte - Politik - Pädagogik - PsychologieMedien - Methodik und Didaktik - Projekte


deu.jpg (1524 Byte)

Bausteine zu Lessing: Nathan der Weise - 3. Akt: Szene 7

Die (inhaltliche) Einordnung der Dramenszene

III,7 - Nathans Antwort für Saladin. Die Ringparabel


 

 
FAChbereich Deutsch
Center-MapGlossar: Fachbegriffe des Deutschunterrichts Kompetenzorientierter Deutschunterricht Literatur Autorinnen und Autoren Gotthold Ephraim Lessing: │● Nathan der Weise
Center-Map teachSam-YouTube-Playlist Überblick Gesamttext (Recherche-/Leseversion) "Friede, das ist so was von 90er" Entstehungsgeschichte Historischer Hintergrund Aufbau des Dramas  Handlungsverlauf: Quiz 31 Fragen - Kreuzworträtsel - Inhalt im Überblick -  Komposition des Dramas - Analytische Dramenstruktur - Akte: Inhaltsüberblick (I,1 - V,8) - Szenenüberblick - Akt-/Szenenschema - 1. Akt - 2. Akt - 3. Akt: Inhaltsüberblick - Szenenüberblick -  III,1 - III,2 - III,3 - III,4 - III,5 - III,6 III,7 Nathans Antwort für Saladin. Die Ringparabel: Text Bausteine: Arbeitsanregungen zur Analyse der Szene - Die (inhaltliche) Einordnung der Dramenszene - Die Ringerzählung bei Boccaccio und Lessing im Vergleich - Nathans Denkmodell in der Ringparabel - Die Parabelstruktur der Ringerzählung - Gesprächsverlauf bei der Begegnung von Nathan und Saladin III,5 bis III,7 - Erzähltechnische Mittel - Szenenillustration - Interpretationsansätze im Überblick - Ansätze zum Verständnis der Ringparabel ◄ -  III,8 - III,9 - III,10 - Bausteine - 4. Akt - 5. Akt - Orte der Handlung - Bausteine - Inhalt   ▪ Wichtige Motive  ▪ Figurenkonstellation  ▪ Figurenkonzeption  ▪ Einzelne Figuren  ▪ Sprachliche Form: Blankvers  ▪ Rezeptionsgeschichte  ▪ Textauswahl  ▪ Portfolio: Nathan der Weise  ▪ Klassenarbeiten / Klausuren  ▪ Links ins WWW  ▪ Bausteine │ ● LinguistikSchreibformen RhetorikFilmanalyseOperatoren im Fach Deutsch Prüfungen: Berufsschule - Abitur

 
  
Die Szene III,7 steht unter dem Aspekt der dramentektonischen Komposition von Lessings »Nathan der Weise« an einer zentralen Stelle des Stücks. Im Kompositionsmodell  von Freytag (1863), das auf Dramen der geschlossenen Form angewendet werden kann, stellt es den eigentlichen Wendepunkt (Peripetie) des dramatischen Geschehens dar, weil über den Weg vernünftiger Verständigung zwischen Nathan und Saladin Weisheit und Macht so zueinander in Beziehung gesetzt werden, dass die dramatische Handlung überhaupt ein gutes Ende finden kann. (vgl. Nisbet 2008, S.789)
Die Beschäftigung mit der Ringparabel im Literaturunterricht sollte daher auch stets berücksichtigen, dass das Ringgleichnis kein unabhängiger Text im dramatischen Gesamttext ist. Seine Analyse muss ihren Erzählanlass und ihre Stellung und Funktion im gesamten Nathan-Drama berücksichtigen. (vgl. Atkins (1951/1984, S.156)

Die Einordnung der Szenen III,5 bis III,7 in Lessings »Nathan der Weise« in die Dramenhandlung muss folgende Aspekte des Handlungsverlaufs berücksichtigen. (vgl. FAQ 5)


Der Erzählanlasss für die Ringparabel ist die Unterhaltung, die in  III,5 und III,7 zwischen Nathan und Saladin stattfindet. In diesem Gespräch soll nach dem Willen Saladins und seiner Schwester Sittah, Nathan zum Objekt eines "einträgliche(n) Erpressungsgeschäft(s)" (Leisegang (1931/1984, S.125) gemacht werden, weil Saladin in Geldnöten ist und Nathan, der reiche Jude, offenbar nicht so recht gewillt ist, dem Sultan den gewünschten Kredit zu gewähren (vgl. Al-Hafis Taktieren gegenüber Saladin in II,2 V 1030ff.) Sittah gibt ihrem Bruder dazu die Anregung, "Nathan zu einer Äußerung zu verleiten, die verrät, dass dieser seinem Gesprächspartner moralisch und intellektuell unterlegen ist. Gelänge ihm dies, so hätte er einen Rechtfertigungsgrund, Nathan zu zwingen, ihm das dringend nötige Geld zu leihen." (Atkins (1951/1984, S.156) Dabei setzt das muslimische Geschwisterpaar offenbar auf die Tatsache, dass Nathan "aus der Pflicht des Juden, seine Religion als die des auserwählten Volkes über alle anderen zustellen" (Leisegang (1931/1984, ebd.) gar nicht anders kann, als in die aufgestellte Falle zu gehen. (III,4)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 07.08.2018

     
 

 
Dramatische Texte

Center-MapSTRUKTUREN DRAMATISCHER TEXTE:
FAQ's: Häufig gestellte Fragen Plurimedialität des dramatischen Textes Textschichten: Haupt- und Nebentext Dramenhandlung Figurengestaltung: - Kontrast- und Korrespondenzbeziehungen der Figuren - Figurenkonstellation - Konfiguration - Figurenkonzeption - Figurencharakterisierung Raumgestaltung Dramatische Rede: - Analyse einer dramatischen Szene im Überblick - Formen des Gesprächs im Drama - Analyse der dramatischen Kommunikation (Beilhardt u. a. 1975) Formtypen des Dramas Dramaturgie und Inszenierung
Interpretation eines dramatischen Textes: Center-Map -
FAQ's: Häufig gestellte Fragen Literarische Charakteristik dramatischer Figuren

 
    
   Arbeitsanregungen:

Ordnen Sie die Begegnung Saladins mit Nathan in III,5 und III,7 in die Dramenhandlung ein.

  1. Zeigen Sie, welche Überlegungen für die Auswahl der obigen Handlungsaspekte maßgebend sind. Begründen Sie, weshalb andere Aspekte für die Einordnung ohne Belang sind.

  2. Verfassen Sie eine schriftliche Einordnung der Szenensequenz in das Gesamtdrama, die die Handlung vor und nach der Szene und die funktionale Bedeutung der Szene im Dramenaufbau berücksichtigt. (FAQ 5)
     

 
     
  Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA)
Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von
externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de
-
CC-Lizenz