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Franz Kafka: Vor dem Gesetz

Der Mann vom Lande

 
 
  Das Verhalten des Manns vom Lande in Kafkas "Vor dem Gesetz" wird mit folgenden Textstellen erzählt. Sie können Ausgangspunkt einer vertieften Analyse des Textes werden, so wie es hier mit der Anwendung der Tabellenmethode versucht wird. Dabei werden in die Notizenspalte Anmerkungen und weiterführende Fragen notiert, die im Zuge der hermeneutischen Zirkelbewegung zu einem noch weiter vertieften Textverständnis führen können.
  

Mann vom Lande

bringt Vorstellungen davon mit

getrennt, losgelöst von den gewohnten Bedingungen

kommt zum Türhüter

mit welchem Motiv?

identifiziert den Mann sofort als Türhüter, zeigt sich damit nicht grundsätzlich überrascht

bittet um Eintritt in das Gesetz

abstrakte Vorstellung

überlegt und fragt dann, ob er also später werde eintreten dürfen

 

bückt sich. um durch das Tor in das Innere zu sehen

Weshalb bückt er sich?

hat solche Schwierigkeiten nicht erwartet

 

denkt: das Gesetz soll doch jedem und immer zugänglich sein

Wer behauptet das?

sieht den Türhüter genauer an

Anflug von Widerstand?

entschließt sich, doch lieber zu warten, bis er die Erlaubnis zum Eintritt bekommt

erste Resignation und Akzeptieren des Machtverhältnisses

setzt sich auf einen Schemel seitwärts von der Türe nieder

Schemel, kein Stuhl, dazu seitwärts = Unterwerfungsgeste

sitzt dort Tage und Jahre

Zeit schafft keine Vertrautheit miteinander, passives Ausharren

macht viele Versuche, eingelassen zu werden

 

ermüdet den Türhüter durch seine Bitten

ohne Erfolg

muss öfters kleinere Verhöre über sich ergehen lassen

penetrantes Nachfragen erzeugt Retourkutsche, Zementierung der komplementären Beziehungsdefinition durch den Türhüter

wird über seine Heimat und nach vielem anderen ausgefragt

 

hat sich für seine Reise mit vielem ausgerüstet

 

verwendet alles, auch Wertvolles, um den Türhüter zu bestechen

 

beobachtet während der vielen Jahre den Türhüter fast ununterbrochen

Einengung des Gesichtskreises, beobachten ist eher ein Belauern

vergisst die anderen Türhüter

verliert die Übersicht

der Türhüter erscheint ihm das einzige Hindernis für den Eintritt in das Gesetz

lässt sich täuschen und ist zugleich Opfer einer Selbsttäuschung

verflucht den unglücklichen Zufall, anfangs rücksichtslos und laut

unter diesen Umständen muss ihm das Ganze nur als Zufall erscheinen

als er alt wird, brummt er nur noch vor sich hin

resignativ

er wird kindisch

regressive Entwicklung

hat in dem jahrelangen Studium auch Flöhe im Pelzkragen des Türhüters entdeckt

zwar genaue Beobachtung, aber keine Tätigkeit, die Erkenntnisse bringt;
Flöhe im Pelzkragen: Brüchigkeit der Autorität?

bittet auch die Flöhe, ihm zu helfen und den Türhüter umzustimmen

absurde Bitte reiner Hilflosigkeit und kindlichen Bewusstseins

sein Augenlicht wird schwach

Versagen der Sinne

weiß nicht, ob es um ihn wirklich dunkler wird, oder ob ihn nur seine Augen täuschen

Verlust räumlicher und zeitlicher Oientierung

erkennt jetzt im Dunkel einen Glanz, der unverlöschlich aus der Türe des Gesetzes bricht

Einbildung, Imagination = Anziehung, die bis zur Faszination reicht

lebt nicht mehr lange

 

vor seinem Tode sammeln sich in seinem Kopf alle Erfahrungen zu einer Frage, die er bisher an den Türhüter nicht gestellt hat

 

er winkt ihm zu

 

kann seinen erstarrenden Körper nicht mehr aufrichten

 

der Größenunterschied hat sich sehr zuungunsten des Mannes verändert

der Türhüter muss sich jetzt tief hinunterneigen, Macht ist gewachsen

sagt: "Alle streben doch nach dem Gesetz, wieso kommt es, dass in den vielen Jahren niemand außer mir Einlass verlangt hat?"
 

existenzielle Frage nach dem Sinn des Daseins

 
   
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