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Hanna Johansen, Der Mangobaum

Die Ich-Erzählerin und Franz

Gegenüberstellung

 
 
 

Das Verhalten bzw. die Äußerungen der Ich-Erzählerin und von Franz in  Kurzgeschichte »Der Mangobaum« von Hanna Johansen lassen sich in folgender tabellarischen Auslistung darstellen.
 

Ich-Erzählerin

Franz

 

1
hat Mangofrucht mit Erstaunen gegessen

2
denkt, dass aus dem Kern, wenn man ihn einfach wachsen lässt, ein "erstaunlicher Baum" werden würde

3
"begräbt" den Kern in feuchter Erde in einem blauen Blumentopf

 

 

5
äußert im Gestus der Gewissheit, dass der Mangobaum schon noch wachsen werde

4
konstatiert ohne gefühlsmäßige Beteiligung: "Er wächst nicht."

 

6
bezweifelt diese Gewissheit



8
zweifelt im Geheimen daran, ob sie etwas falsch gemacht habe, will es aber von Franz nicht hören

10
ist erstaunt, besorgt und gleichzeitig voller Hoffnung Hilfe zu bekommen

7
fragt, ob die Ich-Erzählerin etwas falsch gemacht haben könnte

 

9
behauptet, dass der Kern / Mangobaum bei anderen Leuten wachse

11
verweigert den Nachweis

 

13
räumt verunsichert diese Möglichkeit ein

14
will aber Hoffnung nicht aufgeben, passt ihre Erwartungen der möglichen Realität an (keine Früchte, Kleinwüchsigkeit)

12
behauptet, dass ein Mangobaum in einem blauen Topf sowieso Unsinn sei; (rationalisiert mit Scheinlogik) Widerspruch in sich

 

 

 

 

 

17
hofft darauf, dass der Keimungszyklus von anderen "natürlichen" Vorgängen abhängen könne (Frost, Feuer, Steppenbrand) (beginnt selbst zu rationalisieren!)

hat allerdings daran auch schon Zweifel

15
wiederholt nach einiger Zeit seine Eingangsbehauptung: "Er wächst nicht."

16
will wissen, wie lange die Ich-Erzählerin noch warten wolle (Vorwurf, Ungeduld!)

 

19
überlegt sich, wie sie mit "technischen Mitteln" das Keimen des Samens fördern könne (=Abkehr vom Einfach-wachsen-Lassen)

18
behauptet, Ich-Erzählerin gebe dem Keim zu wenig Wasser

 

21
bestätigt dies, weil sie nichts unversucht lassen wolle

 

23
muss darüber lachen und wird gleichzeitig von Trauer überwältigt

24
erkennt, dass sie diese Äußerung schon vor einem Jahr gemacht hat, dass hinter der unterschiedlichen Zeitwahrnehmung die persönliche Entfremdung verborgen ist

20
wechselt zur Behauptung, sie ertränke den Keim

 

22
behauptet, sie habe letzte Woche gesagt, "es sei unmenschlich", wenn ein Kern so lange brauche um ein Baum zu werden

(Quelle des Textes: Hanna Johansen, Die Schöne am unteren Bildrand, München: dtv 1995, S.49-52; München Wien: Carl Hanser Verlag 1990)
 

 
 
   Arbeitsanregungen:
  1. Inwiefern stehen sich im Verhalten der Ich-Erzählerin und Franz männlicher Rationalismus vs. weibliche Emotionalität gegenüber?

  2. Was halten Sie von dieser Entgegensetzung?
     

 
     
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