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Wie küsst man eigentlich richtig?

Produktive Textarbeit zu Paul Fleming: Wie er wolle geküsset sein


  Als produktive Textarbeit haben Schülerinnen und Schüler nach der Lektüre des Gedichtes »Wie er wolle geküsset sein« von  Paul Fleming (1609-1640) folgende Texte verfasst.
Die Texte sind als veröffentlichte Antworten der Lebenshilfe-Redaktion eines Jugendmagazins zu verstehen, die auf die folgende Frage eines etwa 12 Jahre alten Mädchens antwortet: Wie küsst man eigentlich richtig?

Birgit, 19 Jahre
Der Kuss sollte ein spontaner, zwangloser Ausdruck von Zuneigung sein. Geküsst werden kann überall, denn die gegenseitig empfundene Zuneigung gibt auch in der Öffentlichkeit ein Gefühl von Intimität. Trotzdem sollte etwas Zurückhaltung geübt werden. Zu auffälliges Küssen zieht Blicke auf sich und der intime Moment verliert an seiner persönlichen Bedeutung. Der Kuss als Gebärde ist sehr von der eigenen Stimmung abhängig, sollte sich aber auch stets an der des Partners orientieren. Der Unterschied vom kleinen Küsschen auf Mund oder Wange besteht bei einem innigen Kuss im Spiel der Zungen, deren gegenseitige Berührung ein starkes Gefühl der Verbundenheit bei den Partnern aufkommen lässt. Aneinander gekuschelt. Lippen und Zunge liebkosend ist der Kuss einer der schönsten und einfühlsamsten Gebärden, um dem Partner seine Zuneigung zu zeigen und ihm das Gefühl von Geborgenheit zu geben.

Maren, 17 Jahre
Die Frage, wie küsst man eigentlich richtig, ist in einer Art und Weise schwer zu definieren, da jeder Junge bzw. jedes Mädchen anders küsst. Es gibt verschiedene Küsse und jeder hat seine eigene Taktik dafür. Vor allem sollte man nichts erzwingen und sich nicht mit Fragen wie "Was muss ich denn tun?", "Wie soll ich meine Zunge bewegen?", "Soll ich lieber die Augen schließen?" ... bombardieren, sondern den richtigen Moment abwarten, den spürt man dann schon, und lässt am besten den Jungen den Anfang machen, wenn man keinerlei Erfahrung hat. Wenn er dich küsst, öffne leicht den Mund und suche mit deiner Zungenspitze langsam seine und dann geht fast alles von alleine und ihr entwickelt eine Art von Spiel mit den Zungen. Vor allem, denk immer dran: Übung macht den Meister!

Claudia, 17 Jahre
Da es kein "richtig" bei dieser Frage gibt, muss jeder für sich entscheiden, was er für richtig hält. Aber im Großen und Ganzen läuft jeder Kuss fast gleich ab und zwar, die Lippen berühren sich, man schließt die Augen und versucht irgendwie den Partner bei seinen "Bewegungen" zu ergänzen. Meist kommt noch die Zunge ins Spiel, welche jedes Mal auf eine verschiedene Weise mitwirken kann. Dann ist es jedem selbst überlassen, ob man nun leidenschaftlich und mit vollem Elan an die Sache rangeht oder doch lieber sanft und zärtlich. Auf jeden Fall sollte man dabei darauf achten, dass man den Partner nicht vollsabbert.
  

 
   
   Arbeitsanregungen:
  1. Die Texte wurden alle von jungen Frauen verfasst. Woran merkt man das?
  2. Untersuchen Sie die Texte im Hinblick auf Wortwahl und Satzbau. Arbeiten Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus.
  3. Welchen der Texte halten Sie als veröffentliche Antwort der Redaktion auf die Frage des Mädchens für am besten geeignet. Begründen Sie Ihre Ansicht.
  4. Produktive Textarbeit:
    Verfassen Sie als Antwort auf die Frage des Mädchens einen Text über das "Knutschen", so wie darüber in einer Männerrunde geredet werden könnte.
  5. Vergleichen Sie die Prosatexte der Schülerinnen mit dem Gedicht von Paul Fleming (1609-1640) »Wie er wolle geküsset sein«.
    Welche Unterschiede in Gestaltung, Wirkung und Aussage der Texte können Sie feststellen?

  

 
  
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