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Inge König: Großzügig sein

Inhaltsangabe und StW


Großzügig sein
Inge König

Die Konstanzer Verwaltung scheint von der Liberalisierung der Lebensformen im zu Ende gehenden Jahrtausend unberührt. Wer sich als Familie versteht, muss den Trauschein vorweisen. Diese Strenge erinnert an Pensionsbetreiberinnen der 60-er Jahre, die nur Verheirateten ein Doppelzimmer überließen.
Inzwischen haben sich die Lebensverhältnisse verändert. Man mag das bedauern. Die Welt ist nicht mehr so übersichtlich. Und deshalb kann den Mitarbeitern der Verwaltung schon zugemutet werden, diese Familien anzuhören und ihre Verhältnisse zu überprüfen. Es muss ja nicht gleich "geschnüffelt" werden. Dass diese Bündnisse in einigen Fällen steuerlich besser fahren als die herkömmliche Familie, sollte nicht zu neidischen Reaktionen führen. Kinder wie Erwachsene müssen sich immer noch übel meinende Kommentare gefallen lassen, weil sie sich für diesen Weg entschieden haben.
Konstanz sollte sich großzügig zeigen und den Erwachsenen einen Familienpass zubilligen, die Kinder in ihrem Haushalt großziehen.

(aus: Südkurier, 29.8.1995

Referierende Inhaltsangabe

Strukturierte Textwiedergabe

Die Stadt Konstanz hat offensichtlich von veränderten Lebensformen in unserer Zeit nicht viel mitbekommen. Als Familie gilt nur, wer als Eltern verheiratet mit Kindern zusammenlebt. Vergleichbar damit ist, was vor ca. 30 Jahren üblich war: Unverheiratete Paare konnten kein Pensionszimmer mieten. (1) Inge König wirft in ihrem Kommentar der Stadt Konstanz vor, sie habe die Veränderungen im Bereich der Lebensformen in der Gegenwart überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. (2) Denn nur so erkläre sich das Verhalten des Sport- und Bäderamtes, ermäßigte Bäderpässe nur an Familien mit verheirateten Eltern auszugeben.(3) Sie vergleicht diese weltfremde Praxis mit dem noch vor ca. 30 Jahren üblichen "Verbot", Pensionszimmer unverheirateten Paaren zu überlassen. (4) Inge König behauptet, dass sich die Lebensverhältnisse, auch wenn man die Entwicklung nicht gutheiße, eben geändert hätten. Diese Änderung, (5) so folgert sie, habe dazu geführt, dass die Welt nicht mehr so übersichtlich wie früher sei.

Die strukturierte Textwiedergabe beschreibt den Gedankengang bzw. die argumentative Struktur und gibt den Inhalt wieder, die Inhaltsangabe beschränkt sich auf den Inhalt. 

Während in den Fällen 1, 3 und 4 die Beschreibung des Gedankenganges und des argumentativen Bezugs verhältnismäßig einfach erscheint, muss im zweiten Fall der argumentative Bezug der Aussagen erst erkannt werden. Im Ausgangstext von Inge König ist dieser Bezug nicht klar herausgearbeitet.

       
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