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Konspekt

Beispiel

 
 
  Das nachfolgende Beispiel eines Konspekts zeigt wesentliche Merkmale dieser Form der Textwiedergabe auf. Allerdings erfüllt es nicht alle (formalen) Anforderungen die an einen Konspekt zu stellen sind:
 

Barbara Friebertshäuser:

Jugendsubkulturen - Orte der Suche nach einer weiblichen oder männlichen Geschlechtsidentität.

Jugendliche in Subkulturen, suchen in der Regel außerpädagogische Spielräume. Deshalb lassen sich diese Jugendlichen meist nicht für organisierte Jugendarbeit gewinnen. Es handelt sich hier um zwei Kulturen, in denen Jugendliche zum Teil auch recht unterschiedliche Erfahrungen sammeln.

Zur Bedeutung von Jugendsubkulturen für Jugendliche

"Jugendsubkulturen können als subjektive und kollektive Verarbeitungsform gesellschaftlicher Problemlagen betrachtet werden... Sie lösen, wenn auch imaginär, Probleme, die auf konkret materieller Ebene ungelöst bleiben."

Konstitutiv dafür sind verschiedene, historisch entstandene Bedingungsfaktoren des Jugendalters:

1. Die gesellschaftliche Lage der Jugend zwischen Verselbständigung einerseits und der verlängerten Abhängigkeit andererseits.

2. Die biographische Lage der Jugend: teilweise Herauslösung aus familiären Bindungen & Abhängigkeiten und einer noch nicht erfolgten Einbindung in neue verbindliche Strukturen & Abhängigkeiten.

3. Es geht um das historische Entstehen einer autonomen Phase zwischen Kindheit und Erwachsenstatus, eine Phase, in der Kreis der Gleichaltrigen an Bedeutung gewinnt.

4. Es ist die Suche nach einer eigenen Identität, die hier zum Ausdruck kommt!

In jeder hierarchischen Gesellschaftsform gibt es Initiationsriten, Aufnahmeriten in die Welt der Erwachsenen. Es gilt junge Männer und Frauen in die Rituale des Stammes einzuführen.

Unsere westliche Welt ist geprägt, so der Psychologe Blos (1973), von einem Verschwinden institutioneller Formen der Initiation in unsere Gesellschaft.

"Es ist von wesentlicher Bedeutung, daß die moderne, demokratische, kapitalistische Gesellschaft, der Jugend keine Bestätigung ihres Status liefert, keine Initiationsriten, keine Weihung. Die Adoleszenz ist sich selbst überlassen und bildet daher spontan miteinander wetteifernde Organisationen aus ihren eigenen Reihen.

Das was nicht organisiert ist, organisiert sich selbst - in Cliquen, Banden, die miteinander konkurrieren und wetteifern!

Subkulturen entstehen also in einem Vakuum nicht-institutionalisierter Adoleszenz in der westlichen Gesellschaft!

Jugendsubkulturen und die männliche Geschlechtsidentität

Jugendkulturen gestalten sich meist geschlechtsseperat - sie sind primär männlich organisiert! "Männlichkeit" ist in diesen Gruppen ein zentrales Thema, denn während der Adoleszenz vollzieht sich die Einführung, die Initiation der jungen Männer in die von der Gesellschaft vorgesehene männliche Geschlechterrolle!

Zwar variiert die Bandbreite dessen, was als männlich gilt, aber im Kern geht es dabei um die Abgrenzung zum "Weiblichen"!

"Stark zu sein, ist eine Eigenschaft, die sich viele Männer wünschen ... in erster Linie physische Stärke. Und eben diese Stärke wird als einer der grundlegenden Unterschiede zwischen Mann und Frau angesehen." (Jokisch 1982, S.13).

Männlichkeit muss also auch als Erziehungsziel verstanden werden!

Jugendsubkulturen können aber auch für Jugendliche die Rolle des Familienersatzes (Schutzzone, Abgrenzungsfunktion...) übernehmen. Hier gibt es Rituale. Praxen der Selbstinitiation - Vorbereitung auf den Status der Männer.

Es gibt hier z.B. als Mutproben inszenierte Rituale, eigene Zeichen und Symbole. Die Schaffung einer Gruppenidentität geschieht in Form einer spezifischen subkulturellen Stil-Bildung.

Der Umgang mit Gewalt und die Erfahrung des physischen Kampfes spielen gerade in Arbeiter-Jugendsubkulturen eine große Rolle.

Gewalt ist hier nicht Ausdruck blinder Wut, sondern sie geschieht oft nach den Regeln eines internen Ehrenkodex.

In der Auseinandersetzung mit jugendlicher Gewalt, muss deshalb viel mehr als bisher neben dem Aspekt der "Männlichkeit", auch die jugendliche Gruppenkultur berücksichtigt werden!

[..]

(aus: Konspekt zu Barbara Friedbertshäuser, Jugendsubkulturen, verfasst von Stephan Aust, 19.1.03, gekürzt)
 

 
   
   Arbeitsanregungen:
  1. Beschreiben Sie die einzelnen Textelemente, aus denen der Konspekt besteht.

  2. Zeigen Sie, welche Anforderungen an einen Konspekt nicht hinreichend erfüllt werden und beurteilen Sie die Bedeutung dieser Mängel.
     

 
    
Beispiel 1 ] [ Beispiel 2 ] Beispiel 3 ]
                   

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