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Aussagekern

Überblick


Der Aussagekern ist ein äußerst wichtiger Teil der Inhaltsangabe als Lernmedium und schulische Schreibübung.  (Didaktische und methodische Aspekte)
Mit ihm beginnt sie und deshalb muss man bei seiner inhaltlichen Gestaltung sehr sorgfältig vorgehen. In einer Kurzinformation über die wichtigsten Fakten zu seiner Einordnung vermittelt er zugleich in kürzester Weise, wie ein Schreiber/eine Schreiberin den Text, den es in der Inhaltsangabe zusammenzufassen gilt, versteht. Auch wenn der Aussagekern am Anfang der Textzusammenfassung in Form einer Inhaltsangabe steht, empfiehlt es sich, ihn erst dann abzufassen, wenn man den Text inhaltlich vollständig erschlossen hat.
Unter kommunikativer Perspektive betrachtet, erleichtert der →zweiteilige Aufbau der Inhaltsangabe in Aussagekern und Inhaltswiedergabe einem Leser, sich einen raschen Überblick über den Text zu verschaffen. So könnte er schon nach dem Lesen des Aussagekerns darüber entscheiden, ob der Text wirklich brauchbar ist  und wo er ggf. beschafft werden kann. Die nachfolgende Inhaltswiedergabe gibt ihm darüber dann noch weiteren Aufschluss.
Wird der Aussagekern, mitunter auch Basisinformation genannt, ohne längere Inhaltswiedergabe im Anschluss, zu einer eigenen Textsorte weiterentwickelt, mündet er in den so genannten →Abstract, wobei die Übergänge hier sicherlich als fließend anzusehen sind.

Beim Lesen des Aussagekerns erfährt man das Wichtigste in Kürze über den Text. Dabei sollen die folgenden Fragen beantwortet werden:

  • Wer hat den Text verfasst?

  • Wie lautet der Titel des Textes?

  • Wann und wo ist der Text erschienen?

  • Was für eine Textsorte liegt vor?

  • Was ist das Thema des Textes?

  • Was ist der Inhalt in kürzester Fassung?

Für die sprachlich-stilistische Gestaltung des Aussagekerns gilt, was auch bei der sprachlichen Form der Inhaltsangabe als Ganzes verlangt wird:
  • Präsens (= Gegenwartsform)

  • sachlich

  • keine wörtliche Rede : Umwandlung der wörtlichen Rede in indirekte Rede

Die Abfassung des Aussagekerns ist gerade in sprachlich-stilistischer Hinsicht nicht ganz einfach. Keinesfalls muss alles, was im Aussagekern gesagt werden soll, in einen einzigen Satz gepackt werden. Am besten eignen sich dafür zwei Sätze (vgl. Beispiel).

Bei der Zeichensetzung muss man vor allem das Setzen von Anführungszeichen bei der Angabe des Titels beachten.

  • Anführungszeichen stehen vor und hinter zitierten Überschriften, Titeln von Büchern, Filmen, Gedichten, Namen von Zeitungen u. ä.

  • Wenn ein Titel einen Artikel enthält (z.B. "Die Zeit", "Die Woche", "Der Spiegel"), kann er mit zwischen die Anführungszeichen genommen werden; wenn er allerdings gebeugt (dekliniert) ist (z.B. Ich lese den "Spiegel"), dann steht der Artikel außerhalb.

  • Die Anführungszeichen können weggelassen werden, wenn es sich eindeutig um einen Titel usw. handelt (z.B. Goethes Faust ist ein Drama.)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 30.10.2015

            
Allgemeine Merkmale ] Sachtexte/literar. Texte ] Aussagekern ]
                   

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