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Interpretation soll Sachliches im Werk aufzeigen

Erich Trunz (1952)


 
"Interpretation soll nicht das, was das Werk selbst sagt, noch einmal sagen (Inhaltsnacherzählung), auch nicht des Betrachters persönliche Stimmungen beim Lesen schildern, sondern Sachliches im Werk aufzeigen; sie zeigt z. B. in »Faust II« die Beziehung der metrischen Form zum Gehalt. Hierüber sagt die Dichtung selbst nichts. Es ist eine der wesentlichen Verbindungen in ihrem Gefüge. In dieser Schicht liegen die Aufgaben der Interpretation.

Die Auslegung (als sprachliches Gebilde) kann nur eins nach dem andern abhandeln. Da sie aber versucht, das Werk als Struktur zu erfassen und den inneren Zusammenhang von Stoff, Stil, Gehalt usw. aufzuzeigen, besteht ihre besondere Kunst darin, in ihrem Nacheinander das Gleichzeitige und Ganze deutlich zu machen, so dass alle Elemente als nacheinander wechselseitig bedingend erscheinen."
 

(aus: Erich Trunz 1952, zit.n.: Goette 1975)

 

 
   
   Arbeitsanregung

   Arbeiten Sie aus dem Text heraus:

  1. Worauf zielt nach Ansicht von Trunz der Vorgang der Interpretation?

  2. Welche Aufgaben gehören seiner Auffassung nach zur (werkimmanenten) Interpretation?
     

      
  Merkmale ] Hermeneutischer Zirkel ] Aufbau ] Textauswahl ]  
  

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