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Die
Textinterpretation befasst sich mit
literarischen (fiktionalen) Texten. In der Schule wird unter Textinterpretation eine komplexe Arbeitsaufgabe mit dem Ziel der Schlüssigkeit und Widerspruchsfreiheit der Deutung verstanden. Gegenstände der Textinterpretation in der Schule sind dabei lyrische, epische und dramatische Texte. Gedichte, Dramentexte oder -auszüge und erzählende Texte größerer oder kleinerer Art, sie alle können bzw. sollen analysiert, gedeutet bzw. interpretiert werden. (→übergeordnete Operatoren) Die Textinterpretation untersucht literarische Texte - je nach Interesse und Ansatz - unter ganz verschiedenen Gesichtspunkten. Diese Gesichtspunkte können z.B. inhaltlicher, sprachlicher, formaler, rezeptionsorientierter Art sein. Dabei bedient man sich bei der Textinterpretation verschiedener Methoden.
Interpretieren heißt keineswegs, sich immer nur mit dieser Frage herumzuquälen. Textverstehen und Interpretation sind viel komplexere Vorgänge. Die moderne Literaturwissenschaft hat mit dem davon abgeleiteten "Gespenst der richtigen Interpretation" aufgeräumt. Heute gilt ganz allgemein, dass ein literarischer Text keine mehr oder weniger fest umrissene Bedeutung besitzt. Denn "welchen Sinn, welche Bedeutung man mit literarischen Texten verbindet, ist ... eine Entscheidung, die der Interpret fällt." (Horst Steinmetz 1995, S.475). Für die schulische Schreibform der Textinterpretation hat diese Erkenntnis jedoch nur eine begrenzte Bedeutung. Der herkömmliche Interpretationsaufsatz orientiert sich nämlich noch immer an einer Interpretationsmethode, die in der literaturwissenschaftlichen Forschung längst nicht mehr aktuell ist: die Methode der werkimmanenten Interpretation. Auch wenn die Vorgaben der werkimmanenten Methode dem modernen Literaturverständnis nicht mehr entsprechen, gibt es für das Festhalten daran im schulischen Bereich auch gute Gründe. Ihr Spektrum reicht von literaturdidaktischen, arbeitsdidaktischen, entwicklungspsychologischen bis hin zu rein prüfungstechnischen Aspekten. (vgl. FAQ 2)
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