|
Diese Frage kann man schon mal
stellen, klar. Beide befassen sich natürlich mit Problemen, so viel
steht fest.

-
Bei der
Problemerörterung steckt das Problem meist in einem Frage- oder
Aussagesatz, die das Thema (genauer: die
Themenstellung) beinhalten. Bei der
Betrachtung und Erschließung des Themas entwickelt man dazu eine
geeignete
Themafrage und erörtert dann mit unterschiedlichen
Bearbeitungsarten das dadurch formulierte Problem. Manchmal stellt
auch ein Zitat den Ausgangspunkt einer Problemerörterung dar.
- Die
Texterörterung,
das sagt schon der Name, hat mit einem Text, und zwar meistens einem etwas
längeren Text zu tun. Und: Der Begriff
Texterörterung
lässt vermuten, dass ein Text erörtert werden soll.
Aber was heißt denn das eigentlich?
 |
Einen Text erörtern heißt, sich mit
den Aussagen eines Textes kritisch auseinandersetzen. (»vgl.
Überblick) |
Aber auch darüber, was
kritische Auseinandersetzung mit einem Text bedeutet, gehen die
Meinungen oft auseinander:

Eines ist klar: Die Texterörterung verlangt auf jeden Fall, dass man
zu dem Text bzw. zu seinen Aussagen Stellung nimmt. Und eigentlich ist
auch nichts anderes gemeint, wenn man in diesem Zusammenhang von kritischer
Auseinandersetzung spricht.
Und wer sagt eigentlich, dass eine solche Stellungnahme stets Mängel oder
Fehler bei Gedankenführung und Argumentation aufdecken muss?
Gewiss, eine solche mit einem Text bzw. seinen Aussagen
widerstreitende Haltung stellt die "klassische" Form der kritischen
Auseinandersetzung dar. Aber auch wenn man einem Text und seinen Aussagen
zustimmt, also eine mit dem Text bzw. seinen Aussagen zusammenarbeitende
Haltung einnimmt, ist es ohne Weiteres möglich, eine (kritische)
Stellungnahme abzugeben. Vorausgesetzt man kann weitere Gesichtspunkte, die
in einem Text nicht zur Sprache gekommen sind, anbringen, oder die im Text
vorhandenen Gesichtspunkte weitergehend erläutern. Ebenso kann man natürlich
auch eine andere Gewichtung vornehmen und diese begründen. Nur eines darf
natürlich nicht passieren: Der Text und seine Aussagen darf nicht ohne eine
derartige Stellungnahme davonkommen!
Wem also beim besten Willen nichts einfällt, was sich zustimmend,
ablehnend oder nur teilweise zustimmend oder ablehnend erörtern lässt,
sollte, wenn die Themenauswahl es zulässt, auf die Anfertigung einer solchen
Arbeit verzichten oder ein anderes Thema wählen. Grund genug also auch
dafür, die Themenwahl ernsthaft anzugehen und sich die Sache reiflich zu
überlegen. |
|