Um
einen ▪ kontinuierlichen Sachtext
zu analysieren kann man auf verschiedene Art und Weise vorgehen.
Die Wahl der
richtigen ▪
Schreibstrategie,
die eine Art Vorgehensplan beim Schreiben darstellt, hängt dabei
von etlichen Faktoren ab, wie z. B. der schreibenden Person, ihren
Schreiberfahrungen und -routinen (Schreibentwicklung), ihrer
Motivation beim
Schreiben, der Schreibaufgabe, dem
Setting, in dem diese angegangen wird, und schließlich dem Texttyp
selbst. (vgl.
Becker-Mrotzek/Böttcher
2011, S. 39).
Unter dem
Blickwinkel einer ▪
textlinguistisch fundierten Textdidaktik hat sich
Wolfgang Heinemann (geb. 1926) in einem Aufsatz
"Textdidaktik als angewandte Textlinguistik" (2006,
S.22) z. B. für das nachfolgende Vier-Schritte-Modell
ausgesprochen.

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Selbstverständlich ist auch dieses Modell ein Vorschlag zum
Vorgehen und kann
durch eine differenziertere Betrachtung verschiedener ▪
Lese- und Rezeptionsstrategien (▪
Primär- und Stützstrategien,
▪
SQ3R-Technik,
▪
PQ4R-Methode,
▪
MURDER-Schema)
ersetzt werden, die ggf. angepasst an bestimmte Sachtextarten (▪
kontinuierliche, ▪ diskontinuierliche
Sachtexte)
und Sachtexte mit unterschiedlicher ▪
Textfunktion bzw. Textintention zu einem vertieften Textverständnis führen
sollen.
Im Allgemeinen
wird das ▪
Schritt-für-Schritt-Schreiben
modelliert,
das auch mit dem hier auf teachSam vorgestellten ▪
Arbeitsschrittemodell für
das produktorientierte Schreiben abgebildet wird. Gut
machbar ist aber, je nach
individuellen Fähigkeiten, auch eine ▪
planende
Schreibstrategie.
Mit dem ▪
Quickie für Eilige
berücksichtigen wir dabei Bedürfnisse nach einem
kurzschrittigeren Modell, das insbesondere jenen Schreiber*innen
helfen soll, die sich vergleichsweise rasch an die schriftliche
Ausarbeitung der ▪ Analyse eines
kontinuierlichen Sachtextes machen wollen.
Das
auf teachSam vorgestellte ▪
Arbeitsschrittemodell für
das Schreiben einer ▪ Textanalyse zu einem kontinuierlichen
Sachtext
ist wie alle solche Modelle ein Vorschlag für das Vorgehen.
Es
ist ▪
kein Patentrezept, aber dennoch erprobt: Das bedeutet, dass
eine ganze Reihe von Schreiberinnen und Schreibern damit
zurechtkommt, wenn sie ihren
Schreibprozess, ohne alles genau nacheinander abzuarbeiten,
so organisieren.
Natürlich muss man den vorgestellten Arbeitsschritten nicht
"sklavisch" folgen und, wie detailliert jeder einzelne von ihnen
durchgeführt wird, ist letzten Endes auch Ermessenssache, sollte
aber wohlüberlegt sein. Und selbst die Reihenfolge der
Arbeitsschritte, wie sie hier dargestellt wird, entspricht nur
in eingeschränkter Weise dem tatsächlichen Schreiben.
Hier gilt das Prinzip der ▪
Rekursivität. Das bedeutet, dass es beim
Formulieren und
Überarbeiten
von Texten nämlich keine wirklich festgelegte Reihenfolge der
einzelnen Vorgänge gibt und sich die einzelnen Tätigkeiten immer
wieder aufeinander beziehen, überlappen und vermischen sowie
beliebig oft wiederholt werden können.
Dennoch: Solche Zusammenstellungen
haben auch große Vorteile. Sie
machen nämlich immer wieder klar, in welche Teiloperationen das Bewältigen einer bestimmten Schreibaufgabe zerlegt
werden kann. Und genau das ist die Botschaft, die viele Schreiberinnen und
Schreiber benötigen, denn so erfahren sie bei der Bewältigung der
Schreibaufgabe, dass Schreiben gelernt werden kann und ▪
nicht einfach
"Naturbegabung" ist.
Sie beruhen auf verschiedenen
Arbeitstechniken und -methoden,
die zugleich Voraussetzungen für die Schreibform darstellen. Dabei wird eine
Schreibstrategie zugrunde gelegt, die dem
Schritt-für-Schritt-Schreiben
entspricht. Denkbar ist aber, je nach
individuellen Fähigkeiten, auch eine
planende
Schreibstrategie.
Gert Egle, zuletzt bearbeitet am:
30.12.2023