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Stellungnahme

Texting while Driving

Können solche Videos abschrecken?


Die »Tredegar Comprehensive School und die »Polizei von Gwent im Südosten von Wales in Großbritannien veröffentlichten 2008 einen halbstündigen Film mit dem Titel 'COW' - The film that will stop you from texting and driving." Der Film von Peter Watkins-Hughes ist nach der Hauptfigur Rachel Cowan "Cow" genannt worden. Er ist inszeniert und wurde mit Spezialeffekten versehen, die von der Fa. »Zipline Creative hinzugefügt worden sind. Das nachfolgende YouTube-Video ist der Film-Trailer zu dem gesamten Film.
Die Polizei von Gwent zeigte den Film in den Schulen von Wales. Mittlerweile wurde er schon von unterschiedlichen Fernsehsender auf der ganzen Welt gesendet, in zahlreichen Reportagen besprochen und seine Wirkung vielerorts diskutiert. Auf YouTube und anderen Videoplattformen hat der Film eine ganze Reihe von Videos nach sich gezogen, in denen andere User das Thema in eigenen Videos aufgegriffen haben.

 

Wer sich interessiert, wie die Spezialeffekte dem Film hinzugefügt wurden, kann sich auf YouTube ansehen:»'The Making Of' British Text and Drive Car Crash PSA - Special Effects Breakdown

Nach BBC-Angaben verlangsamt "Simsen" am Lenkrad die Reaktionszeit um 35%. Zudem hat man für Großbritannien ermittelt, dass mehr junge Leute am Steuer simsen als unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fahren. Die Zahl der Jugendlichen zwischen 18 und 24 Jahren, die während der Fahrt "simsen" beträgt nahezu 50%. Wie gefährlich das Simsen am Steuer ist, hat im Jahr 2009 auch eine amerikanische Studie bewiesen. Für die US-Studie am Virginia Tech Transportation Institute (VTTI) wurden zehn Millionen gefahrene Kilometer mit Hilfe von Kameras und anderen Messinstrumenten ausgewertet. Das Ergebnis: Das Unfallrisiko steigt um das 23-fache. Der Grund: Wer simst, richtet seine Augen mehrere Sekunden lang nicht auf das Verkehrsgeschehen. Fährt man zum Beispiel 90 km/h, dann legt das Auto ca. hundert Meter dabei zurück, ohne dass der Fahrer auf die Straße schaut. Interessanterweise kam ferner heraus, dass Simsen, Telefonieren oder das leidige Suchen nach dem Handy bei allen Fahrzeugtypen das Unfallrisiko beträchtlich erhöht, aber je schwerer das Auto ist und bei LKWS aber dann noch höher ausfällt. Eines aber scheint festzustehen: Von allem, was mit dem Handy am Steuer so angestellt wird, ist das Simsen das Gefährlichste. (vgl. rp-online, 30.07.2009)
In Deutschland und anderen Ländern gilt das Handyverbot am Steuer, und folgerichtig ist auch das Simsen am Lenkrad strikt verboten. Wer's dennoch macht und dabei erwischt wird, muss 40 Euro Bußgeld bezahlen und erhält einen Punkt auf seinem Flensburger Verkehrssünderkonto. Und auch wer es nicht wissen sollte: Schon alleine das In-die-Hand-Nehmen des Handys reicht dafür und das Simsen allemal. Daran ist nicht zu rütteln, auch wenn in der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht ausdrücklich verboten ist, Kurzmitteilungen zu schreiben und zu lesen. Übrigens; Das Handyverbot trifft auch die Radfahrer!
Auch wenn das Telefonieren und Simsen am Steuer seit 2001 verboten ist, scheren sich in Deutschland nach einer repräsentativen »Studie von Infratest und E-Plus aus dem Jahr 2011 mehr als die Hälfte der 809 Befragten (48%) nicht weiter darum. 16 Prozent von ihnen gaben an, dass ihre Neugierde einfach zu groß sei. 26 Prozent meinten, dass sie das Handy beim Fahren nur wegen "einem wichtigen Grund" nützten. Immerhin: Jeder Dritte sagt aus, das Mobiltelefon am Steuer nur selten zu nutzen.
Interessant, wie sich Männer und Frauen, bei diesem Umgang mit dem Mobiltelefon unterscheiden: Frauen (41%) greifen während der Autofahrt weniger als Männer (55%) zum Handy. Und auch das Alter spielt eine bemerkenswerte Rolle: Wer jünger als vierzig ist, der nimmt das Handy deutlich häufiger beim Fahren in die Hand als Ältere. Dass sich so viele geradezu unbekümmert über die gesetzlichen Vorschriften hinwegsetzen, hat wahrscheinlich auch mit den doch sehr niedrigen Strafen in Deutschland zu tun. Während man  z. B. in den Niederlanden mit dem Handy im Ohr während der Fahrt schon erkleckliche 140 Euro berappen muss, werden einem in Italien sogar 155 Euro abgeknöpft..
Trotz des "Handy-Verbots" darf man in Deutschland sein Mobilfunkgerät auch am Steuer nutzen, wenn man eine Freisprechanlage hat. Besser aber ist es wohl immer noch: Rechts ranfahren, Motor ausschalten (!) und dann telefonieren oder simsen. (vgl, Studie von Infratest und E-Plus)
Neuere technische Entwicklungen könnten das ändern. Wer ein Smartphone hat, kann sich z. B. häufig seine SMS mit der so genannten Text-to-Speech-Technologie (TTS) vorlesen lassen. Und spezielle Spracherkennungs-Softwarelösungen werden bald da sein, mit denen man seine SMS künftig auch einfach diktieren kann.
 

    
   Arbeitsanregungen:
  1. Nehmen Sie nach dem Ansehen des Videos (kritisch) Stellung zu dem folgenden Problem:

"Immer wieder verunglücken Jugendliche in aller Welt, weil sie am Steuer eines Kfz nach dem Handy greifen und 'simsen".
Können solche Videos wie das 'Cow"-Video wirklich abschrecken?"

  1. Visualisieren Sie den Informationstext über das Verfassen von Kurznachrichten am Steuer.
  2. Setzen Sie sich mit dem Text: Was hat Facebook mit Unfallgaffern zu tun? (2011) von Gert Egle kritisch auseinander.
      

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