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Arbeitsschritte bei der Stellungnahme

Überblick

Was man über Arbeitsschrittmodelle wissen muss

 
FAChbereich Deutsch
Center-Map Glossar Schulische Schreibformen Erörterndes Schreiben Freie Erörterung (Problem- und Sacherörterung:  Didaktische und methodische Aspekte
Kompetenzen beim Erörtern Merkmale Erörterungstypen ▪ Grundtypen: linear oder dialektisch Weitere Typen der freien Problem- und Sacherörterung Kommentierender Leserbrief (textungebunden) Stellungnahme Didaktische und methodische AspekteQuickie für Eilige Überblick Aspekte der Schreibaufgabe Überblick Schriftlich argumentieren, aber kein Erörterungsaufsatz Aufbau: Seine Stellungnahme strukturieren [ ArbeitsschritteÜberblick Jede/r schreibt für sich allein (produktorientiertes Schreiben) Teilweise kooperativ im Team schreiben (prozessorientiertes Schreiben in Schreibkonferenzen) ] Typische Schreibaufgaben Musterbeispiele Textauswahl Bausteine Selbsteinschätzung und Reflexion Links ins Internet Literarische Erörterung Texterörterung Materialgestützte Erörterung ● Operatoren im Fach Deutsch

Wie jemand seine Stellungnahme schreibt, hängt von vielen Faktoren ab

Die Art und Weise, wie jemand seine ▪ Stellungnahme schreibt und die Arbeitsschritte, die er/sie dazu durchführt, hängen von vielen Faktoren ab. Manche folgen einfach ihrem "Gefühl", andere mühen sich von Satz zu Satz, schreiben Konzepte und versuchen, das, was sich in ihren Augen bzw. ihrer bisherigen Schreibpraxis als tauglich und mehr oder weniger gut erwiesen hat, zur Bewältigung der Schreibaufgabe einzusetzen. Manch einer macht sich schon einmal Gedanken über sein Schreiben (metakognitive Kompetenz), andere machen es "halt wie immer".

Kommt es zu Problem mit der schriftlichen Stellungnahme hat, bleiben viele einigermaßen ratlos. In jedem Fall lohnt es sich, möglichst zügig über deren Ursachen nachdenken, um die "Lust am Schreiben" oder besser gesagt: die eigene Schreibmotivation zu erhalten.

Schließlich muss man ja nicht nur daran glauben, dass man auch in diesem Fall lernfähig ist und sich verbessern kann, sondern auch wissen, wie man dies erreichen kann. Gängige ▪ Alltagshypothesen über das Schreiben, das dem einen angeblich liegt und der anderen nicht, führen hier nämlich nicht weiter. Wer sich hingegen angemessen selbst einschätzen kann, kann auch Schreibhemmungen und ▪ Schreibstörungen und -blockaden, die einem ganz schön zu schaffen machen können, leichter überwinden.

Allgemeiner Fragebogen zur Selbsterkundung des eigenen Schreibens

Schreiben ist immer ein vielschichtiger Prozess und keine "Naturgewalt"

Wie man auch immer zur Bewältigung der Schreibaufgabe vorgeht, immer spielen drei Prozesse beim Schreibprozess eine Rolle, nämlich Planen, Formulieren und Überarbeiten (Hayes/Flower 1980). Diese drei Prozesse werden bei der Bewältigung einer Schreibaufgabe nicht in einem linearen phasenweisen Nacheinander sukzessiv abgearbeitet oder müssen so abgearbeitet werden, sondern können und werden auf vielfältige Art und Weise aufeinander bezogen. (Rekursivität)  Sie können sich, z. B. miteinander vermischen, können nach Belieben und beliebig oft wiederholt werden und finden oft auch gleichzeitig statt. Dennoch sind es unterschiedliche Prozesse, die auch Verschiedenes zum Schreiben beitragen.

Dementsprechend stehen sämtliche Arbeitsschrittmodelle stets unter dem Vorbehalt der Rekursivität, d. h. sie bilden zwar ein lineares Nacheinander von Arbeitsschritten ab, erheben aber nicht den Anspruch, dass nur durch ein  linear-sequenzielles Bearbeiten eines Schrittes nach dem anderen, die Schreibaufgabe bewältigt werden kann.

Analog dazu gilt, dass bestimmte ▪ Schreibstrategien und solche Arbeitsschrittmodelle also auch ▪ nie Patentrezepte für das Erstellen von Texten sind. Wie jemand die Schreibaufgabe zur Stellungnahme letzten Endes angeht und bewältigt, hängt nämlich von zahlreichen Faktoren ab, wie  z. B. der Person, ihren Schreiberfahrungen und -routinen (Schreibentwicklung), ihrer Motivation beim Schreiben, der Schreibaufgabe, dem Setting, in dem diese angegangen wird, und schließlich dem Texttyp selbst. (vgl. Mrotzek/Böttcher 2011, S. 39)

Wer sich also dafür entscheidet, die vorgestellten Wege zu gehen, entscheidet sich zunächst einmal dafür, einen solchen Weg zu erproben. Am Ende muss der Schreiber bzw. die Schreiberin selbst darüber entscheiden, ob er/sie damit klarkommt und die gesetzten Schreibziele erreicht. Und natürlich kann man immer auch nur einzelnen Arbeitsschritten folgen und sich sein eigenes Arbeitsschrittemodell "zimmern".

Arbeitsschritte für das produktorientierte oder das prozessorientierte Schreiben

Die Arbeitsschritte für das Schreiben einer ▪ Stellungnahme unterscheiden sich neben den Unterschieden bei der Schreibaufgabe (Lern-, Übungs- oder Leistungsaufgaben) im Allgemeinen dadurch, ob sie für ein Schreiben gedacht sind, bei dem ▪ jede/r für sich allein schreibt und es vor allem darauf ankommt, was am Ende dabei für ein Text herauskommt (produktorientiertes Schreiben) oder ob das Schreiben, zumindest ▪ teil- bzw. schrittweise im Team erfolgt (prozessorientiertes Schreiben).

Produkt- und prozessorientiertes Schreiben (Schreibdidaktik)

Arbeitsschritte hängen auch von der allgemeinen Schreibaufgabe ab

Die Arbeitsschritte, die man zur Bewältigung durchführen sollte, hängen auch von der ▪ Art der Schreibaufgabe ab, auf die das hier vorgestellte Arbeitsschrittemodell nicht in jedem Fall angewendet werden kann. Dieses ist für Schreibaufgaben gedacht, in denen die ▪ Stellungnahme eine eigenständige ▪ schulische Schreibform darstellt. Dabei werden Aufgaben, die mit einer vorgegebenen Kommunikationssituation, aber ohne bestimmtes Textmuster, verknüpft sind, im Rahmen des Modells berücksichtigt.

Stellungnahmen, die im Rahmen eines bestimmten Textmusters geschrieben werden sollen, wie z. B. als ▪ Stellungnahme in einem privaten Geschäftsbrief oder in Form eines kommentierenden Leserbriefs werden in den jeweiligen Arbeitsbereichen behandelt. Ebenso verhält es sich mit Schreibaufgaben zur Stellungnahme, die als Zusatzaufgabe bei einer anderen Schreibform wie z. B. der erweiterten Inhaltsangabe oder bei einer ▪ Schaubildanalyse vorkommen.

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 03.06.2020

     
 

 
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