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FAQs: Stellungnahme

Problemerörterung und Stellungnahme - Was ist denn da der Unterschied?


Die Frage ist mehr als berechtigt.
Heißt es nicht auch immer, dass Erörtern Stellung nehmen bedeutet? Und wenn dem so ist, weshalb dann eine eigenständige Schreibform wie die Stellungnahme?

Stimmt schon. Man könnte sogar sagen, die Problemerörterung als schulische Schreibform ist auch eine Stellungnahme. Allerdings ist sie eine, die eine bestimmtes Anforderungs- bzw. Schreibprofil erfordert. Aber selbst wenn man das so formuliert, tut man das mit dem Gefühl bzw. der Gewissheit, dass die Unterscheidung nicht immer sehr trennscharf ist.

Versuchen wir' s also mal ex negativo, indem wir von der Problemerörterung ausgehen und hervorheben, was sie von der Stellungnahme unterscheidet:

Diese fünf Gesichtspunkte, die zum Wesen der Problemerörterung gehören, sind bei einer Stellungnahme nicht oder zumindest nicht in gleicher Weise nötig. Bei der Stellungnahme darf und soll es von Anfang an in medias res gehen, was hier so viel bedeutet, wie ohne einleitende Bemerkungen zur Sache kommen. Bei der inhaltlichen und sprachlichen Gestaltung müssen

Im Gegensatz zum kommentierenden Leserbrief ist eine mehr oder weniger umrissene Adressatenorientierung im Allgemeinen nicht vorhanden, es sei denn sie wird im Rahmen der Aufgabenstellung vorgegeben. Ebenso verzichtet man bei der Stellungnahme auf die "emotionale Einfärbung" des eigenen Standpunktes wie dies beim kommentierenden Leserbrief durchaus gewünscht ist.

Zugegeben, das klingt natürlich wieder nach einem Hintertürchen, aber es es halt so: Es hängt vom Problem oder Sachverhalt selbst ab, zu dem man Stellung beziehen soll.

  • Wenn das Problem auf eine Sachfrage/Ergänzungsfrage hinausläuft, ist immer an eine mit dem Thema der Frage kooperierende Bearbeitungsform zu denken, wie sie auch beim einfach-linearen Typ der Problemerörterung gefordert ist. Das bei einer solchen "Stellungnahme" geforderte Sachurteil geht eben nicht in einem Pro und Contra auf (wie z. B. bei der antithetisch-linearen oder bei der dialektischen Erörterung). Andererseits kann man auf eine Ergänzungsfrage nach dem Muster "Welche Auswirkungen hat das Rauchen auf die Gesundheit?" eben auch schlecht Stellung nehmen. Denn schließlich setzt diese Art der Fragestellung voraus, dass Rauchen in jedem Falle gesundheitliche Auswirkungen hat. Und dies ist insofern unstrittig. Also kann man guten Mutes daran gehen, mit dem in der Frage enthaltenen Geltungsanspruch "Rauchen hat gesundheitliche Auswirkungen" zusammenzuarbeiten und die entsprechenden Gesichtspunkte als Argumente für diese übergeordnete These zu formulieren. Allenfalls in der Gewichtung der Argumente könnte sich das Umstrittene zeigen, das eine Stellungnahme erfordert.
     
  • In der Regel wirst Du es bei einer Stellungnahme aber über das in der Frage formulierte Thema zu streiten haben. Das heißt in diesem Falle das Pro und Contra, das Für und Wider" einander gegenüberstellen und jeweils für sich begründen. Die Bearbeitungsart ist also der ähnlich, die bei einer antithetisch-linearen oder bei der dialektischen Erörterung verlangt ist. Das Problem stellt sich bei letzterem als eine Entscheidungsfrage nach dem Muster: "Sollen Handys in Schulen grundsätzlich verboten werden?"

 

                             
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