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Um den Schülerinnen und Schülern unmittelbar vor einem szenischen Spiel
die
Einfühlung in
ihre
Rollen zu erleichtern, können so genannte Einfühlungsgespräche
zwischen dem Spielleiter und dem betreffenden Spieler einer Figur
geführt werden. Der
Spielleiter wird bei dieser Technik des
Rollengesprächs
nach
Scheller (22008, S.69) "innerer Dialogpartner" der Figur.
Dafür muss sich der Spielleiter natürlich selbst in die entsprechende Figur
einfühlen. Der Spieler soll im weiteren Fortgang des Einfühlungsgesprächs
vom Spielleiter durch Fragen dazu angeregt werden, "in seiner Rolle auch
widersprüchliche und asoziale Gedanken und Gefühle zu artikulieren." (ebd.)
So kann diese
Technik der
szenischen Interpretation zur
Einfühlung in die
Rollen beitragen.
Einfühlungsgespräch zwischen Spielleiter und Spieler Der Ablauf eines Einfühlungsgesprächs, das zwischen dem Spielleiter und einem Spieler stattfindet, kann in der folgenden Art und Weise geschehen.
Einfühlungsgespräch zwischen Spieler und ihrem inneren Dialogpartner Die Technik des Einfühlungsgesprächs kann u. U. auch zum Einsatz kommen, wenn jeweils andere Schülerinnen und Schüler die Rolle des inneren Dialogpartners der verschiedenen Figuren einnehmen. Sie können dann zu "ihrer" Figur hinzutreten und mit ihr ein Einfühlungsgespräch führen. Dabei sollte aber wohl, um das Ganze erfolgreich zu gestalten, vorher von den Beobachtern ein gewisser Katalog von Fragen erarbeitet werden, die sich, ohne eine Verhörsituation zu begründen, auf Tätigkeiten, Gedanken und Gefühle beziehen. Sinnvoll wäre es in diesem Zusammenhang sicher auch, wenn die Schülerinnen und Schüler, ehe sie die Rolle des inneren Dialogpartners übernehmen, sich vorher, am besten mit entsprechenden Übungen, über die verschiedenen Arten des Zuhörens und unterschiedliche Arten von Fragen und ggf. in einem anderen Zusammenhang auch über Fragetechniken informieren könnten. Einfühlungsgespräch mit den "inneren Stimmen" Gut geeignet für das Verständnis der vom Spielleiter oder einem Beobachter des szenischen Spiels einzunehmenden Rolle als innerer Dialogpartner ist auch das aus der Kommunikationspsychologie stammende Modell der inneren Pluralität des Menschen, wie es von Friedemann Schulz v. Thun (1998) entwickelt worden ist. Der Spielleiter hat dann die Aufgabe, den jeweiligen Spieler dazu zu bewegen, die Vielfalt der inneren Stimmen im "inneren Team" der Figur zu artikulieren. Damit soll deren innere Dynamik im häufigen Gegeneinander (Rivalität, Feindseligkeit), Durcheinander (Mangel an Struktur) und Nebeneinanderher (Mangel an Kontakt und Koordination) zum Ausdruck gebracht werden. (vgl. Schulz v. Thun 1998, S.65) Auf diese Weise sollen diese "inneren Stimmen" als Metaphern für "energiegeladene seelische Einheiten" (Schulz v. Thun 1998, S.31), die "ein seelisches Anliegen vertreten", ohne dabei zugleich Verhaltensweisen und Gefühle darzustellen (ebd., S.31), in das Spiel mit einbezogen werden. Als Variante wäre natürlich auch möglich, dass mehrere innere Dialogpartner zum Einsatz kommen. Dann übernimmt jeder Dialogpartner eine der inneren Stimmen und versucht den Spieler dazu zu bewegen, diese mit Gedanken, Gefühlen und ggf. auch Körperhaltungen zu artikulieren. Dieses Verfahren eignet sich sicher besonders gut, wenn eine bestimmte Figur in einer konflikthaften Situation handeln und bestehen muss. Vgl. zu den o. g. "inneren Stimmen" auch die folgenden Bausteine zu Friedrich Schillers Drama "Maria Stuart"
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