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Warriors for the babies

Ein Glossay* über das Cruzifizierte Land der Evangelibans
Gert Egle (2016)

 
 
  Irgendwie kam die Meldung daher, wie der tägliche Wetterbericht. Bei Colorado Springs in der Nähe einer Klinik von Planned Parenthood (PPFA), einer Non-Profitorganisation, die ihn ihren mehreren hundert Kliniken in den USA auch Schwangerschaftsabbrüche durchführt, wurden drei Menschen ermordet und etliche andere verletzt. Schwer zu sagen, ob sich die Motive des 57-jährigen Mörders, Robert Lewis Dear, letztlich nur auf seine unverhohlene Abscheu vor der Abtreibung gründen. (1) „Turn to JESUS or burn in hell“ (2) hatte der vor 25 Jahren wegen seines gesetzwidrigen Zur-Schau-Tragens von Messern und geladenen Waffen in der Öffentlichkeit schon mal festgenommene Täter in einem Internetforum geschrieben. Vieles deutet jedenfalls darauf hin, dass Dear den Schauplatz des Colorado-Springs-Planned-Parenthood-Shootings bewusst gewählt hat, zumal er offenbar schon früher einmal eine Klinik der Organisation ins Visier genommen hatte. (3) Nach Recherchen der „Gray Lady“ aus New York (4) war Dear darüber hinaus in seinem Umfeld als radikaler Abtreibungsgegner bekannt und zeigte nicht nur Sympathien für alle jene, die Personen und Einrichtungen angriffen, die Schwangerschaftsabbrüche vornahmen. Mehr noch: Die Art und Weise, wie er solche Angriffe als das Werk Gottes hinstellte und die Mitglieder des terroristischen Anti-Abtreibungsnetzwerks Army of God (5) als Heroes glorifizierte (6), zeigt, dass sich seine Mordtat in die große Zahl krimineller Straftaten gegen Personen und Einrichtungen einreihen lässt, die Abtreibungen unter bestimmten Bedingungen befürworten oder vornehmen. (7) Die Bluttat des religiösen Fanatikers Dear, der sich selbst als „Warrior for the babies“ (8) bezeichnete, wurde in der deutschen Öffentlichkeit, in der die Diskussion um die Abtreibung seit der letzten Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Schwangerschaftsabbruch im Jahr 2010 (9) deutlich abgeebbt ist, mehr in den Kontext der allgemeinen Entrüstung über Shootings und Waffengesetzgebung in den USA gestellt. Das liegt wohl daran, dass die Deutschen einen besonders ausgeprägten Hang zum Mitleiden zeigen, wenn das Gute gegen das Böse den Kürzeren zieht oder, wenn, wie in diesem Fall, demokratische US-Präsidenten immer und immer wieder daran scheitern, gegen die Waffenlobby, die Republikaner und den waffenstarrenden American Way of Life eine Verschärfung der Waffengesetze durchzusetzen. So wundert es auch nicht, wenn die Tränen, die Barack Obama (10) vergoss (11), als er zuletzt seine eigenmächtig-präsidialen Verschärfungen der Waffengesetze im Weißen Haus ankündigte (12), auch hierzulande die Aufmerksamkeit auf das Waffenarsenal dieser bis zu den (Milch-)Zähnen bewaffneten Nation (13) lenkten, wo viele bis heute meinen, man könne sich gegen das Böse wie einst Wild Big Hickock (1837-1876)(8) im Gunfight (14), allerdings mit modernen Pumpguns (15) im Anschlag oder mit den sogenannten Kurzwaffen (concealed handguns) (16) unterm T-Shirt verteidigen, die weit über 11 Millionen erwachsene Amerikaner vom Walmart (17) bis nach Disneyland (18) verdeckt herumtragen dürfen. (19) Für den Rest der Welt unvorstellbar: Auf 100 Bürger kommen fast 90 Schusswaffen in Privatbesitz, in fast jedem zweiten Haushalt gibt es mindestens eine Schusswaffe, statistisch gesehen hat nur etwa jeder Zehnte keine Schusswaffe und manche sagen, davon gäbe es in den USA inzwischen 310 Millionen, jeden einzelnen Tag werden knapp dreihundert Menschen durch Schusswaffen verletzt oder getötet, 30.000 lassen pro Jahr durch sie aus Versehen oder bei Schießereien ihr Leben, 11.000 davon durch Totschlag und Mord, zwei Drittel Suizide, allein 2015 ballerten mindestens 265 Kinder und Jugendliche aus Versehen auf andere oder trafen sich ... und Massenschießereien, sogenannte Shootings mit mehr als vier Opfern (einschließlich der Täter) gab es 2015 so gut wie jeden Tag ...(20) Wer dieses Fass aufmacht - Michael Moore (21) hat uns davon mit Bowling for Colombine (22) einen Einblick gegeben -, hat keine Angst mehr vor der Büchse der Pandora.(23)
Perspektivenwechsel: Natürlich hat auch dies alles für die Morde Dears eine Rolle gespielt. Wenn es aber nur in diesen Kontext gestellt wird, kann es auch von anderen, mindestens genau so wichtigen Aspekten ablenken. Und nicht nur das: Die Kritik am Waffenwahnsinn in den USA – wie kann man schreiben, die Menschen dort seien bloß in Waffen „vernarrt“?(24) – leistet dann unter Umständen auch einer Deutung des Colorado-Springs-Planned-Parenthood-Shootings und ähnlicher Vorkommnisse Vorschub, alles mit dem Waffenwahn von Joe und Bill oder Jane und Jill (average Joe and plain Jane) (25) oder irgendwelchen Hillbillies (26) und ihren Hintermännern in der National Rifle Association (27), dem mächtigsten Interessenverband der USA, zu erklären. Viel zu einfach das Ganze, das wissen die Deutschen aus eigener leidvoller Erfahrung. (28) Monokausale, einfache Erklärungsmuster (ganz unmathematisch, nur verdeutlichend: Shooting=Waffendichte, Amoklauf=Ego Shooter (29)) bringen nichts. Die Massenschießerei von Colorado Springs ist und bleibt ein Angriff auf Pro Choice (30) und alle Menschen und Institutionen, die in den USA für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch eintreten.
Mehrfacher Schauplatzwechsel: Selbstverständlich scheiden sich, selbst wenn die Gräben derzeit zugeschüttet scheinen, beim Thema Schwangerschaftsabbruch auch hierzulande weiterhin die Geister, und das oft vollkommen unversöhnlich. Die Geister früherer Tage: Mein Bauch gehört mir vs. Abtreibung ist Mord (31) haben sich wohl nur vorübergehend verzogen. Aber eines ist sicher: Der Ohrwurm der frühen 68er Die Herrschaft der Schwänze hat ihre Grenze (32) passt zwischen die Ohrstöpsel der iPodPadPhone-Generation nicht mehr hinein. „Weiberräte“ (alte Anti-68er-Parole: Befreit die sozialistischen Eminenzen von ihren bürgerlichen Schwänzen!)(33) – nein, der Weiberrat des Markranstädter Carneval Clubs (34) ist etwas ganz anderes – Weiberrat und Katholibans aller Art in Deutschland – das ist wieder eine ganz eigene Geschichte. Soviel nur: Bis heute sammeln letztere auf Facebook für die Parole Abtreibung ist Mord, für den „guten Zweck“, fleißig Likes (35)(36) Trotzdem: Auch wenn es, weiter können wir den Deckel hier nicht lüften, sogar eine De-URL (37) mit der Parole als Domain (38) gibt, hat sich hier selbst in Zeiten hitzigster Kontroversen (noch) niemand an den barbarischen Terrorakten schießwütiger Abtreibungsgegner in den USA ein Beispiel genommen. Die drüben zum Teil aus dem Umfeld des schon Jahrzehnte bestehenden Army-of-God-Netzwerks (AOG) (39) stammenden Warriors (40), einem losen Haufen selbsternannter Gotteskrieger christlich-fundamentalistischer Ausprägung, haben hier noch keine direkten Nachahmer, Gottseidank!
In den USA zählen Shootings wie das von Colorado zu terroristischen Straftaten. Man bezeichnet sie als domestic terrorism (41) und will sie damit als „hausgemacht“ ausweisen, weil ihre Terrorakte von amerikanischen Staatsbürgern oder Personen mit einem Aufenthaltsrecht in den Vereinigten Staaten ausgeführt werden. Zum Feld des Inlandsterrorismus, wie man den „hausgemachten“ Terrorismus nennen könnte, zählen dabei nicht nur Terrorakte, die radikale Abtreibungsgegner (anti-abortion-violence) (42) durchführen, sondern auch der so genannte Eco-terrorism (43) (Gehören eigentlich „Free-Willy“-Aktionen (44) in Delphinarien auch dazu? ), die Aktionen der Animal Liberation Front(45), der Black Liberation Army (46), der Jewish Defense League (47) und eben auch der Terror des Ku Klux Klan (48) und der Army of God. Deren Gotteskrieger bekennen sich, wie jede andere Terrororganisation der Welt, offensiv zu Geiselnahmen, Brandstiftungen und Briefbomben-Attacken (vorgeblich oder tatsächlich mit Anthrax (49) gefüllte Briefe), um ein Klima der Angst zu erzeugen und, in diesem Fall, die Befürworter von Schwangerschaftsabbrüchen (Pro-Choice-Bewegung (50)), mit ihren Angriffen auf Leib und Leben oder ihrem Telefon-, Brief- und E-Mail Terror, mit Cybermobbing im Netz (Internet-Harassment (51) jeder Art) und vielem anderen mehr einzuschüchtern. Und die Hassprediger dieser Christobans haben bis heute die Stirn, in einem Land, dem die freie Meinungsäußerung über alles geht, in einer – man höre und staune - Selbstverteidigungserklärung (Defense Action Statement) kundzutun, dass sie (allein) „die gerechte göttliche Sache vertreten“ und demzufolge auch das Recht beanspruchen könnten, „alle notwendigen Mittel“ einzusetzen, und zwar „einschließlich Gewalt, um das unschuldige Leben, geboren oder ungeboren, zu verteidigen.“(52) Christlich motivierte Allahu-akbar-Rufe(53) vor dem nächsten Blutbad? Die Opfer bei Charlie Hebdo (54) und im Pariser Bataclan (55) und anderswo schreien auf! Kein Vergleich? Und ob, und selbst dann, wenn sich IS (56) und Army of God kaum noch mehr spinnefeind sein könnten.
Bis heute dürfen die Gotteskrieger der Army of God, die ohne Zweifel die geistigen Anstifter des irgendwie psychopathisch wirkenden Mörders von Colorado Springs sind, auf ihrer Webseite den reuelosen und kaltblütigen Mörder des NAF-Mitglieds Dr. George Tiller, den 52-jährigen Scott Roeder, der 2010 zu einer mindestens 50 Jahre dauernden Freiheitsstrafe verurteilt worden ist (57), ungehindert zu einem American Hero mit eigener (Gedenk-)Seite küren (58) und ihre Anhänger dazu auffordern, diesem mit E-Mails ins Gefängnis ihre Sympathie auszudrücken, während sie zugleich den ermordeten Arzt in schonungsloser Weise weiter verhöhnen. (59) Doch dies ist bekanntlich nur die Spitze des Eisberges. Die Nichtregierungsorganisation »National Abortion Federation (NAF) (60) verzeichnete seit Mitte der 70er-Jahre nicht nur mehr als 200 Bomben- und Brandanschläge auf Beratungsstellen und Kliniken, in denen Schwangerschaftsabbrüche oder künstliche Befruchtungen (In-Vitro-Fertilisation) vorgenommen wurden bzw. werden, sondern auch 8 Morde, die meisten davon allerdings zwischen 1974 und 1994. Insgesamt kam es in diesen 40 Jahren zu 6.948 kriminellen Gewalttaten gegen diese Einrichtungen in den Vereinigten Staaten. (61)
Inlandsterrorismus pur in genau dem Land, das nach dem furchtbaren Terroranschlag auf die Twin Towers (62) in New York und die anderen Ziele am 11. September (63) unter seinem bis auf die Knochen erschrockenen (64) Präsidenten George W. Bush (US-Präsident 2001-09), den War on Terror (WoT) oder auch Global War on Terrorism (GWOT) lauthals ausgerufen und mit seinem, wie wir heute wissen, beispiellosen Pyrrhussieg(65) über den irakischen Diktator Sadam Hussein (66) und seinen Folgen, den Terrorismus von Al-Qaida (67) und dem Islamischen Staat (68) in der ganzen Welt erst so richtig groß gemacht hat; Inlandsterrorismus in einem sich selbst stets hochlobenden Land, von US-Kriminellen praktiziert, eine bittere Pille für viele dort, so weit so schlimm, aber „hausgemacht“? Domestic terrorism ein Gezücht der eigenen politischen Kultur? Das geht ans Eingemachte und vielen Amerikanern zu weit.
Wer glaubt, dass die Gotteskrieger der AOG heutzutage mit der gleichen unerbittlichen Härte bekämpft würden, wie dies so manchem vermeintlichen Taliban-Sympathisanten (69) aus aller Welt ergangen ist, der unter völliger Missachtung von Menschenrechten und ohne ordentliches Gerichtsverfahren, einfach auf Verdacht hin, terroristische Straftaten begehen zu wollen, von den Anti-Terror-Kriegern nach Guantánamo (70) verbracht und dort vor den Augen der Weltöffentlichkeit u. U. gefoltert wurde, verkennt, worum es geht, und wie tief religiös kaschierte Vorurteile in der amerikanischen Gesellschaft verwurzelt sind. Die Cruzification- und Trumpification der öffentlichen Meinung mit Vorurteilen hat sogar die „Post“ (71) im Dezember 2015 veranlasst, eine Zeichnung ihres Karikaturisten Tom Toles zu drucken, die zeigt, wie Donald Trump (72) der Statue of Liberty (73) ein Hitlerbärtchen malt und sie damit zur Statue of Limitations (74) umfunktioniert.(75) Die Trumpification spielt jedenfalls nicht nur der großen Zahl von Evangelibans (76) und der Tea-Party-Fraktion (77) in die Hände, sondern zielt mit ihrem zum Teil faschistoiden Populismus mitten ins Herz der amerikanischen Gesellschaft, dort sehen sie auch in Donald Trump den „Uramerikaner“, „der zwischen Hirn und Mund keinen Filter hat“(78) und gerade deshalb ankommt, weil seine Sprechblasen aus genau dem Stoff gemacht sind, den die erzkonservative Rechte gesabbert hat, aber in der Mitte inzwischen auch als „erfrischend“ goutiert wird. Und selbst die Mitbewerber bei den Republikanern haben den Braten gerochen: „Ich denke, er zapft die Wut an, die die Leute fühlen“(79), sagt Carly Fiorina (80). Beim Thema Abtreibung eiert der Immobilien-Milliardär herum – ein Post (81) bezeichnet ihn als „flip flopper on abortion“ (82) - und gibt sich, gemessen an der Haltung der extremen Rechten in seiner Partei, geradezu „liberal“, wenn er öffentlich verkündet, er sei schon immer „very pro-choice“ gewesen, dann aber auf Nachfragen erklärt, wie das zu verstehen ist: Schwangerschaftsabbruch in einer bestimmten Frist, aber nur dann, wenn das Leben der werdenden Mutter in Gefahr ist, nach einer Vergewaltigung oder bei Inzest. (83) Für den ganzen Trump-Eiertanz in der Abtreibungsfrage – keine Zeit. Aber auch das ist typisch Trumpification und jeder Autofahrer kennt die Unart: Links blinken und dann rechts abbiegen. Und taucht dann etwas weiter ein Krankenhaus von Planned Parenthood am Horizont auf, das wie die anderen Kliniken der Organisation Schwangerschaftsabbrüche im gesetzlichen Rahmen des jeweiligen Bundesstaates anbietet, dann summieren sich die dort vorgenommenen Abtreibungen vor dem inneren Auge des Betrachters schnell auf horrende Zahlen, und, wie schon gesagt, ohne Filter zwischen Hirn und Mund bricht aus Trump wieder hervor, was er sich nach einem möglichen Wahlerfolg vorgenommen hat: Planned Parenthood, der „abortion factory“, zumindest seinem „brutal part“, wie der Ex-Showmaster von The Apprentice (84) Trump sagt, den Garaus zu machen. (85) Defund Planned Parenthood lautet seine Devise und, wer hätte es gedacht auch die von Ted Cruz (86), auf gut Deutsch, alle staatlichen Zuschüsse streichen. Dann müssen sie dichtmachen, so oder so. Eine kleine Genugtuung jedenfalls auch für Dear, dem die Todesstrafe droht. „Courageous Cruzer“ (87) prangt von dem Bus (bei uns nennt man solche Fahrzeuge bekanntlich Guido-Mobile (88)), mit dem ein anderer Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, Ted Cruz, Sohn eines aus Kuba stammenden Predigers, in Iowa, einem der bigottischen Stammlande fundamentalistischer Evangelicals (89), durch die ländlich-weiße Provinz tourt (90), wo sich sonst wohl kein anderer Jihadist (91) wahrscheinlich je hinverirren wird, die Angst vor dem radikalen Islamismus aber um so größer ist (Wen erinnert das nicht an Sachsen, wo die Angst vor Ausländern so groß ist, dass sich dort schon längst keiner mehr niederlässt. (92)). Dass Cruz fest an der Seite der Gunfighter-Fraktion steht (93), und dem Schwangerschaftsabbruch den Kampf angesagt hat (94), das nur der Vollständigkeit halber.
Dort zwischen Waukon, Decorah, Cherokee (95) und Hinterpfuideifel findet er, händchenhaltend mit seinem Ehekassiber Heidi (96) (ihre Anhänger sehen in ihr den „Jackpot“ der ganzen Cruzcampaign) die, obwohl sie mal Vizepräsidentin von Goldman Sachs (97) gewesen ist, die Schutzmantelmadonna aller Nur-Hausfrauen- und -Mütter gibt, dort also findet er die Gläubigen, auch mal in einem heruntergekommenen Landpub versammelt, (für einen wie „The Donald“(98) undenkbar!), die jeden seiner missionarischen Ausfälle auf seinem Kreuzzug gegen die „blutsaugenden Parasiten“ in Washington, den Schwächling Obama and so on, mit den gleichen ekstatischen „Amen-Amen-Amen“- Rufen(99) bejubeln (100) wie auf einem Massen-Anti-Christ-Prophezeiungsevent von Billy Graham (101), dem baptistischen Erweckungsprediger. Dass in Anbetung des Gotteskriegers Cruz dann schon mal wie bei einem Stop an einer Pizza Ranch in Pocahontas (102) eine Frau in Ohnmacht fällt(103), ist, so gesehen, nicht verwunderlich – das ist im Übrigen schon auf anderen Wallfahrten, nach Rom oder Woodstock (104) beispielsweise oder zu den Beatles (105), den Göttern der heutigen Sixty+-Generation, zu den Teenie-Olympiern(106) Take that (107), zum Schnulzengott (108) Julio Iglesisias (109), zur Sexmachine und Godfather James Brown (110) oder zum Pandabemaskten Rapper Carlo Waibel alias Cro (111) vorgekommen... will eigentlich sagen: Es zeigt, in welchen bewusstlosen Sphären sich die cruzifizierten Jünger und Jüngerinnen des Predigersohnes bewegen.
Wie andere Evangelibans bei uns (ja die gibt es), die für sich reklamieren, „keine Denkverbote für das Reden über den Glauben, über das Leben, über Gott und die Welt“ (112) zu haben, himmeln sie drüben Cruz dafür an, dass er mit ihnen Himmel oder Hölle (113) spielt, nur mit dem zugegeben gewaltigen Unterschied zum Spiel, dass künftig jeder, dann auch zwischen Laramie (114) und Dodge City (115) im Wilden Westen, schon bei dessen ersten Worten weiß, wo der Himmel und wo die Hölle ist. „Ich ersuche Sie zu beten, auch wenn es nur eine Minute am Tag ist“, so einer der Kernsätze von Ted Cruz auf der Courageous-Cruzer-Rally, und das Gebet, das er anstimmt, klingt wie das Horst-Wessel-Lied (116), das heute hierzulande, dem Himmel sei Dank, nur noch jene kennen, die im Nebel der Pegidasierung (117) der öffentlichen Meinung irgendwo in Deutschland Jagd auf so genannte „Kinderschänder“ (118) und Flüchtlinge (119) machen: „Gottvater, bitte setze dieses Erwachen fort und führe diese spirituelle Erneuerung fort. Erwecke den Leib Christi, um uns vor dem Abgrund zurückzureißen!“ (120) Wem davon nicht schlecht wird, dem bleibt zumindest die Hoffnung, dass Deutschland, selbst wenn man hierzulande seit den Kölner Silvesterereignissen (121) kräftig „aufrüstet“ (122), von solchen „Warrior for the babies“ für immer verschont bleibt, und das, was die extremen Gotteskrieger von der Army of God aus dem Rückenwind der Cruzifizierung und Trumpifizierung machen, uns nicht auch noch aufgetischt wird, sondern bleibt, was es ist, domestic terrorism „Hausmacher Art“ (123). – Amen. (124)

Gert Egle, 26.01.2016

Anmerkungen:
* Glossay ist ein Kunstwort, das aus den Begriffen Glosse und Essay gebildet ist. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der Text zwischen Glosse, Kommentar und Essay bewusst mäandert.
1) Bei seiner ersten Vorführung vor Gericht schwieg er sich jedenfalls über seine Motive aus. vgl. Spiegel online, 1.12.2015, http://www.spiegel.de/panorama/justiz/planned-parenthood-schiesserei-mutmasslichem-taeter-droht-todesstrafe-a-1065369.html, 14.01.16 Allerdings ließ er seine gegen Abtreibung und gegen die Ziele und Praktiken von Planned Parenthood gerichteten Sichtweisen erkennen und bezeichnete sich selbst als „a warrior for the babies“ –Auch Planned Parenthood zeigte sich in einer ersten Stellungnahme unmittelbar nach dem Geschehen vorsichtig: „We don't yet know the full circumstances and motives behind this criminal action, and we don't yet know if Planned Parenthood was in fact the target of this attack. We share the concerns of many Americans that extremists are creating a poisonous environment that feeds domestic terrorism in this country.“ (zit. n. 9NEWS COLORADO#S NEWS LEADER, http://www.9news.com/story/news/local/2015/11/27/colorado-springs-shooting/76454812/, 29.11.2015
2) Turn to JESUS or burn in hell: dt. Kehre dich Jesus zu oder schmore in der Hölle!
3) Dies geht aus einer Aussage einer Frau gegenüber NBC hervor, die zwischen 1985 und 1993 mit Dear verheiratet gewesen ist. vgl. dort als Quelle angegeben: "Planned Parenthood Shooting Suspect Robert Dear Targeted Agency Before: Ex-Wife". NBC News. December 1, 2015
4) Gray Lady (dt. graue Dame) = The New York Times: (NYT) überregionale Tageszeitung aus New York City; auch „The Gray Lady“ genannt; veröffentlicht insgesamt über 30 Druckmedien; Ende 2004 betrug die verteilte Druckauflage wochentags 1.124.700 und sonntags 1.669.700 Exemplare. Mit derzeit 1250 redaktionellen Mitarbeitern verfügt das Unternehmen über die größte Zeitungsredaktion der USA; hat die meisten Online-Leser (über 30 Millionen Besucher pro Monat, Daten von 2010) in den USA.
5) Army of God: (AOG) (dt.: Armee Gottes) US-amerikanische christlich-fundamentalistische Terrororganisation, die in den USA dem domestic terrorism (vgl. Anm. 39) zugerechnet wird. Sie hat zahllose Übergriffe auf Kliniken (Brandstiftungen, Geiselnahmen und Morde) durchgeführt, die in den USA Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.
6) vgl. Fausset, Richard "For Robert Dear, Religion and Rage before Planned Parenthood Attack". The New York Times, (December 1, 2015) - http://www.nytimes.com/2015/12/02/us/robert-dear-planned-parenthood-shooting.html, 20.1.16
7) »National Abortion Federation (NAF):History of Violence, http://prochoice.org/education-and-advocacy/violence/violence-statistics-and-history/, http://www.nytimes.com/2010/01/30/us/30roeder.html?_r=0, 14.01.16
8) Warrior for the babies: (dt. Krieger für die Babys); zit. n. Wikipedia, http://en.wikipedia.org/wiki/Colorado_Springs_Planned_Parenthood_shooting dort als Quelle angegeben: Wagner, Laura (December 9, 2015). "Accused Planned Parenthood Shooter: 'I'm A Warrior For The Babies'". NPR
9) „Mit dem am 1. Januar 2010 in Kraft getretenen „Gesetz zur Änderung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes wurden die Anforderungen an eine umfassende Aufklärung, Betreuung und Begleitung der Schwangeren bei einer möglichen medizinischen Indikation, insbesondere nach der Eröffnung eines auffälligen pränataldiagnostischen Befunds, neu geregelt. Das Gesetz schreibt nun auch für Abbrüche nach der 14. SSW eine dreitägige Frist zwischen Diagnose und Schwangerschaftsabbruch vor, die es zuvor nicht gab. Die angehenden Eltern sollen nicht im ersten Schock nach der Diagnose eine Entscheidung treffen. Die Gesetzesänderung trat am 1. Januar 2010 in Kraft. Im Falle eines Abbruchs zwischen der 14. und 24. SSW ohne eine medizinische Indikation bleibt die Schwangere selbst straffrei, wenn sie eine Beratung nachweisen kann. Der Arzt handelt jedoch strafbar. In jedem Fall kann das Gericht von Strafe absehen, wenn es feststellt, dass sich die Schwangere zur Zeit des Eingriffs in besonderer Bedrängnis befunden hat.“ (Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Schwangerschaftsabbruch)
10) Barack Obama (geb. 1961) seit dem 20. Januar 2009 der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Seine Amtszeit endet im November 2016; mit dem Demokraten Obama wurde erstmals ein Afroamerikaner Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
11) Barack Obama zeigte sich immer wieder zu Tränen gerührt, wenn er zu den verschiedenen Amokläufen in einer Pressekonferenz Stellung. Sogar bei seiner Verkündung einer Verschärfung der Waffengesetze im Weißen Haus am 6.1.2016 zeigte sich der US-Präsident den Tränen nahe.
12) US-Präsident Obama will in den letzten Monaten seiner Amtszeit auch ohne Zustimmung der Abgeordneten des Parlaments die Waffengesetze in den USA verschärfen, - vgl. http://www.sueddeutsche.de/politik/waffenkontrolle-in-den-usa-wie-obama-die-waffengesetze-verschaerfen-will-1.2804842, 20.1.16
13) vgl. ZEIT ONLINE, 5.1.2016: http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-01/waffen-usa-barack-obama-gesetz,15.01.16; Im Übrigen verzerren natürlich Behauptungen, die die Anzahl der Morde in den USA, direkt kausal und vor allem mehr oder weniger ausschließlich, auf die Waffendichte zurückführen auch das Bild. Auf die in den USA geführte öffentliche Debatte, insbesondere in der Auseinandersetzung um die von John R. Loft und der National Rifle Association mit millionenschweren Kampagnen in den Medien immer wieder verbreitete More-Guns-Less-Crime-Hyptothesis kann hier nicht weiter eingegangen werden. Wer will, kann sich über die More-Guns-Less-Crime-Hyptothesis in den Fox News im Internet ein Bild machen, die als Sprachrohr von NRA und der Waffenträger fungieren (z. B. http://www.foxnews.com/us/2014/07/09/murder-drops-as-concealed-carry-permits-rise-claims-study.html ,15.01.16). Eine ausführliche Auseinandersetzung mit Lott und NRA, die die entgegengesetzte Shooting Down the More Guns, Less Crime Hypothesis vertreten, findet sich z. B. im Internet-Blog ArmedWithReason, der von Evan DeFilippis and Devin Hughes betrieben wird: http://www.armedwithreason.com/shooting-down-the-gun-lobbys-favorite-academic-a-lott-of-lies/,15.01.16
14) James Butler Hickok (* 27. Mai 1837 in Troy Grove, Illinois; † 2. August 1876 in Deadwood, South Dakota), genannt Wild Bill, war ein US-amerikanischer Western- beziehungsweise Revolverheld (Gunfighter), der in verschiedenen Städten des Wilden Westens immer wieder als Sheriff oder City Marshall ausübte und in acht überlieferten Schießereien als Gunfighter wahrscheinlich acht Menschen erschossen hat. Später machte er, wie andere berühmte Westernhelden auch, eine Wildwestshow auf, die allerdings bald Pleite machte. Als er sich 1874 vom Osten der USA aus wieder in den Wilden Westen aufmacht, wird er in Cheyenne in Wyoming mehrmals wegen Landstreicherei festgenommen. Auch sein Plan danach als Goldsucher im Dakota Territory sein Glück zu machen, scheitert: Als er nämlich im Sommer 1876 in der improvisierten Goldgräbersiedlung Deadwood im exterritorialen Siouxgebiet um die Black Hills eintrifft, schlägt er sich dort wieder als Spieler durch. Am 2. August 1876 wird er dort von Jack McCal, der ein paar Monate danach dafür hingerichtet wird, im Saloon Nr. 10 ermordet. Er starb mit einer Dame, zwei Assen (nach anderer Überlieferung zwei Buben) und zwei Achten in der Hand, ein Blatt, das seitdem Dead Man’s Hand genannt wird. (Quelle: Wikipedia.de)
15) Pumpgun: Vorderschaftrepetierflinte (Slide-action shotgun) die zu den Mehrladewaffen gehört. Zum Laden der Waffe zieht der Schütze den Vorderschaft zurück, dadurch wird der Verschluss geöffnet, der Schlaghahn gespannt und eine eventuell vorhandene leere Hülse ausgeworfen. Anschließend wird der Vorderschaft nach vorne bewegt, um eine neue Patrone ins Patronenlager zu laden und den Verschluss zu schließen.
16) Kurzwaffen: (concealed handguns) Schusswaffen wie Pistolen und Revolver, die z.B. in einem Holster steckend oder sonst nahe am Körper, aber vor allem verdeckt getragen werden dürfen. Die Einzelregelungen werden von den jeweiligen Bundesstaaten der USA getroffen.
17) Walmart: weltweit tätiger US-amerikanischer Einzelhandelskonzern, der einen großen Teil des US-Marktes beherrscht und auf der Liste Fortune Global 500, die die umsatzstärksten Unternehmen der Welt auflistet, auf Platz eins. Walmart ist mit weltweit über zwei Millionen Angestellte der größte private Arbeitgeber der Welt.
18) Disneyland: Vergnügungspark(s) der Walt Disney Corporation; ursprgl. Im Jahr 1955 von Walt Disney als ständiger Freizeitpark im Unterschied zu einer nur zu bestimmten Zeiten stattfinden Kirmes o.ä. Heute zählen die Freizeitparks und Resorts, die von der Walt Disney Corporation z. B. in Kalifornien, Paris oder Hongkong betrieben werden, zu den weltweit erfolgreichsten Freizeitparks.
19) vgl. Fox News online July 9, 2014, http://www.foxnews.com/us/2014/07/09/murder-drops-as-concealed-carry-permits-rise-claims-study.html, 15.01.2016;
20) vgl. ZEIT ONLINE, 5.1.2016: http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-01/waffen-usa-barack-obama-gesetz ,15.01.16
21) Michael Francis Moore (geb. 1954); US-amerikanischer Filmregisseur, Autor und Oscarpreisträger. Bekannt wurde Moore vor allem durch seine Filme Roger & Me, Bowling for Columbine und Fahrenheit 9/11.
22) Bowling for Columbine ist Dokumentarfilm des amerikanischen Regisseurs und politischen Aktivisten Michael Moore aus dem Jahr 2002, der mi einem Oscar und zahlreichen anderen Preisen ausgezeichnet worden ist. Ausgehend von dem Schulmassaker von Littleton im Jahr 1999, bei dem zwei Schüler an der Columbine High School zwölf Mitschüler, einen Lehrer und sich selbst erschossen, thematisiert der den Waffenhandel in den USA und die Einstellungen von US-Bürgern zu Schusswaffen sowie die Positionen der National Rifle Association.
23) In der griechische Mythologie enthielt die Büchse der Pandora alle der Menschheit bis dahin unbekannten Übel wie Arbeit, Krankheit und Tod. Sie kamen erst in die Welt, als Pandora die Büchse öffnete. Pandora selbst wurde von Hephaistos auf Weisung des Zeus aus Lehm erschaffen und war die erste Frau. Sie war ein Teil der Strafe für die Menschheit wegen des durch Prometheus gestohlenen Feuers. Prometheus’ Bruder Epimetheus und Pandora heirateten. Zeus wies Pandora an, den Menschen die Büchse zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie unter keinen Umständen geöffnet werden dürfe. Doch sogleich nach ihrer Heirat öffnete Pandora die Büchse. (Wiipedia.de, 15.01.16)
24) So der schon erwähnte Artikel auf ZEIT ONLINE, vgl. Anm. 20
25) Average Joe and plain Jane: in etwas Hinz und Kunz im Deutschen
26) Hillbilly (etwa „Hinterwäldler“, „Landei“) ist eine oft abfällig verwendete Bezeichnung für Bewohner der ländlichen, bergigen Gegenden der USA wie den Appalachen und den Ozarks.
27) National Rifle Association (RFA): („Nationale Gewehr-Vereinigung“) 1871 in den USA als Organisation für das Sportschießen und Training an Schusswaffen gegründet; entwickelte sich bis 1977 zur Waffen-Lobby, die als eine der größten Interessengruppen zahlreiche politische Wahlen in den USA finanziell und propagandistisch beeinflusst; propagiert, die Verfassung der Vereinigten Staaten zu verteidigen, besonders deren 2. Zusatzartikel, der nach ihrer Interpretation das „individuelle Recht aller US-Bürger auf Erwerb, Besitz, Tragen, Transport, Weitergabe und legitimen Gebrauch von Waffen“ garantiert, „damit sie jederzeit ihre legitimen individuellen Rechte zur Selbsterhaltung und Verteidigung ihrer Familie, Person und ihres Eigentums ausüben und ebenso in einer angemessenen Miliz der allgemeinen Verteidigung der Republik und individuellen Freiheit ihrer Bürger dienen können.“ (Foundation for Public Affairs (Hrsg.): Public interest profiles, 1988–1989. Congressional Quarterly, Washington D.C. 1988, ISBN 0-87187-461-X, S. 166, zit. n. Wikipedia.de, 19.01.16) Aus dieser Position leitet die NRA ihre Fundamentalopposition gegen so gut wie jede Form der Waffenkontrolle ab. Sie bekämpft jede Lizenzierung, Registrierung und Wartefrist beim Kauf von Schusswaffen, ist grundsätzlich gegen das Verbot halbautomatischer Schusswaffen und lehnt jede Begrenzung von Munitionsmagazinen ab. Im Mai 2013 soll die NRA fünf Millionen Mitglieder gehabt haben. ( http://en.wikipedia.org/wiki/National_Rifle_Association, 18.01.16)
28) Die schlimmsten Amokläufe in Deutschland waren Amokläufe in Schulen, und zwar die Amokläufe von Erfurt 2002, der Amoklauf von Emsdetten 2006, die Amokläufe in Winnenden und in Ansbach 2009
29) Ego Shooter: (lat. ego = „ich“; engl. shooter = „Schießspiel“; engl. first-person shooter (FPS)) Typus von Computerspiel, bei dem ein Spieler aus der Egoperspektive in einer frei begehbaren, dreidimensionalen Spielwelt agiert und mit Schusswaffen andere Spieler oder computergesteuerte Gegner bekämpft. Die vom Spieler gelenkte Spielfigur ist menschlich oder menschenähnlich. In Deutschland wurde längere Zeit eine heftige öffentliche Debatte um die Wirkung von Ego-Shooter-Spielen auf die Spieler geführt, als bekannt wurde, dass der Amokläufer von Erfurt im Jahr 2002, der 19-jährige Robert Steinhäuser, der am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt am 26.4.2002, ehe er sich selbst tötete, elf Lehrer, eine Referendarin, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten kaltblütig erschoss, ein Fan des Ego-Shooter-Spiels Counterstrike gewesen ist.
30) Pro Choice (engl. „für die Wahlmöglichkeit“) US-amerikanische soziale Bewegung, die sich u. a. dafür einsetzt, dass schwangere Frauen frei wählen bzw. entscheiden können, ob sie einen Schwangerschaftsabbruch legal durchführen wollen. Der Name der Bewegung ist dem Begriff Pro-Life, der Bewegung der Abtreibungsgegner, entgegengesetzt. (vgl. Anm. 50)
31) Der Satz „Mein Bauch gehört mir“ war in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein populärer Slogan der Frauenbewegung, der ihre Forderung nach Selbstbestimmung der Frau bei einem Schwangerschaftsabbruch unterstreichen sollte. Im Zentrum stand dabei der Kampf gegen den §218 des Strafgesetzbuches, der die Abtreibung unter Strafe stellte. Mit dem öffentlichen Bekenntnis von 374 Frauen, darunter Stars und Sternchen wie die Filmschauspielerin Romy Schneider oder das Model Veruschka von Lehndorf. im "Stern" vom 6. Juni 1971: "Wir haben abgetrieben!" geriet die öffentliche Diskussion in ihre „heiße Phase“. In Deutschland dauert es nach der Wiederherstellung der deutschen Einheit, die u. a. zur Folge hatte, dass in den westlichen Bundesländern eine andere gesetzliche Regelung galt (Indikationslösung) als in den östlichen (Fristenlösung) bis 1992, bis sich die Parteien auf einen Kompromiss in der Abtreibungsfrage einigen können. Die zeitweilig auch in der „alten“ Bundesrepublik Deutschland geltende Fristenlösung ist 1975 vom Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt worden und wurde dann durch die so genannte Indikationslösung ersetzt, die eine Abtreibung in den ersten drei Monaten, bei Gesundheitsgefahr für die Mutter, schwerer Schädigung des Ungeborenen, Vergewaltigung oder sozialer Notlage für zulässig erklärte. Dabei erteilte sie dem beratenden Arzt, der die Indikation befürworten musste, das letzte Wort. 1992 stimmte eine Mehrheit der Abgeordneten des Deutschen Bundestags für den sogenannten Gruppenantrag von SPD und FDP, dem auch Bündnis 90, die PDS/Linke Liste und sogar 32 CDU-Abgeordneten, die vorwiegend aus den neuen Bundesländern im Osten stammten. Danach sollte die Entscheidung über die Durchführung einer Schwangerschaftsunterbrechung bei der Frau liegen. Der Eingriff sollte in einer Frist von zwölf Wochen möglich sein, wenn vorher ein ärztliches Beratungsgespräch stattgefunden hatte. Zugleich war verlangt, dass sich die Frauen dies danach drei Tage zu bedenken hatten, ehe sie den Abbruch vornehmen lassen durften. Der "Gruppenantrag" wurde jedoch nie geltendes Recht. Nach einer Verfassungsklage und mehreren Gesetzesänderungen trat das "Schwangerschaftskonfliktgesetz", so wie es heute gilt, erst im Oktober 1995 in Kraft. Als eine Art "modifizierter Fristenlösung" ist der Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen ohne Indikation zwar rechtswidrig, nach Beratung aber straffrei.
Seit 2015 tritt der oft despektierlich „Hebammenprotest“ genannte Kampf von Eltern (und Hebammen) mit der Losung „Ich gebäre – Ich entscheide. Mein Bauch gehört mir! 2.0“ gegen Bestrebungen von Krankenkassen und Politik an, die Unterstützung der Frauen bei einer Hausgeburt zu verschlechtern oder ganz abzuschaffen. Unter Berufung auf die Menschenrechte fordert die Bewegung, die freie Wahl des Geburtsortes und der Geburtsbegleitung durch Frauen, die Kinder zur Welt bringen wollen, durch Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen und weitere Formen der häuslichen Betreuung von Mutter und Kind nach einer Geburt zu garantieren. (vgl. http://www.hebammenunterstuetzung.de/news/2015/3/6/mein-bauch-gehrt-mir-20, 20.1.16)
Mit der Losung „Abtreibung ist Mord“ traten und treten bis heute vor allem christliche Fundamentalisten auf, die den Schwangerschaftsabbruch, die Pille danach oder auch die Sterbehilfe als „Euthanasie“ moralisch verdammen, ein Begriff, der bei uns vor allem mit der im Nazi-Jargon „Ausmerzung lebenswerten Lebens“ genannten brutalen Ermordung Tausender von Behinderter im Nationalsozialismus unter Hitler in Verbindung gebracht wird. Wer diese Position vertritt, fordert
Schwangerschaftsabbrüche und alle reproduktiven Technologien bedingungslos zu verbieten, weil ausschließlich Gott über Leben und Tod bestimmen könne und jedes Kind als »Gottesgeschenk« zu gelten habe. Im Februar 2013 erklärte die katholische Deutsche Bischofskonferenz, das „medizinisch-pharmazeutische Methoden, die den Tod eines Embryos bewirken, (...) weiterhin nicht angewendet werden (dürfen).“ Mit der Aufschrift „Kirche raus aus den Gebärmuttern!“ hat eine junge Frau Aufmerksamkeit erregt, die ihren Protest dagegen auf ihrem T-Shirt auf einer der zahlreichen Gegendemonstrationen gegen die Abtreibungsgegner getragen hat. (vgl. http://www.sopos.org/aufsaetze/513b51bda8f3a/1.phtml , 20.1.16)
32) vgl. http://www.emma.de/artikel/wir-haben-abgetrieben-265457, 20.1.16
33) Gemeint ist z. B. der Frankfurter Weiberrat, für den im September 1968 „Genossin Heike Sander im Anschluss an ihre Rede des ‚Aktionsrates zur Befreiung der Frauen‘ auf der 23. Delegiertenkonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes / SDS in Frankfurt“ sogar „die SDS-Autoritäten mit Tomaten“ beworfen hat (SDS=Sozialistischer Deutscher Studentenbund, der in der Studentenbewegung von 1968 eine führende Rolle gespielt hat. In einem Flugblatt, das der Weiberrat dort verteilte, hieß es: „wir machen das maul nicht auf ! wenn wir es doch aufmachen, kommt nichts raus !wenn wir es auflassen, wird es uns gestopft, mit klein-bürgerlichen schwänzen, sozialistischem bumszwang, sozialistischen Kinderliebe, sozialistischer geworfheit (...) wenn's uns mal hochkommt, folgt: sozialistisches schulterzucken (...) kotzen wir´s öffentlich aus: penisneidisch, frustriert, hysterisch, verklemmt, asexuell, lesbisch, frigid, zu kurzgekommen, irratinal, penisneidisch, lustfeindlich hart, viril spitätg, zickig, wir kompensieren, wir überkompensieren, sind penisneidisch, penisneidisch, penisneidisch penisneidisch, penisneidisch“. Und nach der Parole: „BEFREIT DIE SOZIALISTISCHEN EMINENZEN VON IHREN BÜRGERLICHEN SCHWÄNZEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!“ werden 48 solcher „linker“ Eminenzen aufgeführt, darunter Philosophen wie Habermas und Adorno, prominente SDS-Mitglieder wie Dutschke, Semmler, Rabehl, Cohn-Bendit und dazu noch Mao, Lenin und Karl Marx. (vgl. http://mikiwiki.org/wiki/Frankfurter_Weiberrat, 20.1.2016)
34) Dieser Weiberrat, zufällig „gegoogelt“, steht stellvertretend für alle während der „tollen Tage“ im Rahmen von Weiberfasnacht etc. wirkenden Frauen - vgl. http://mcc-oho.com/carneval-club/gruppen/weiberrat/, 20.01.16
35) Likes: Mit einem Like (engl. to like = gefallen) können Nutzer sozialer Netzwerke zum Ausdruck bringen, dass ihnen etwas gefällt oder sie etwas Bestimmtes unterstützen (das sogenannte „Liken“).
36) vgl. http://de-de.facebook.com/abtreibungistmord, 20.01.16
37) URL: Internetadresse – genauer: Uniform Ressource Locator (einheitlicher Ressourcenanzeiger) identifiziert und lokalisiert eine Ressource, wie z. B. eine Website über die zu verwendende Zugriffsmethode.
38) Domain: ein im Internet weltweit einmaliger und eindeutiger und unter gewissen Regeln frei wählbarer Name unterhalb einer Top-Level-Domain (z. B. de, eu, com, fr etc) . - vgl. http://www.abtreibung-ist-mord.de/ , 20.01.16
39) Army of God: vgl. Anm. 5
40) Warrior, engl. Krieger
41) domestic terrorism (eng. domestic = inländisch)
42) anti-abortion-violence: „Anti-Abreibungs-Gewalt(taten)“
43) Eco-terrorism: (dt. Ökoterrorismus) Nach Definition des US-FBI’s kriminelle Straftaten gegen Personen und Sachen/Eigentum, die aus ökologischen oder sonstigen umweltpolitischen Gründen vorgenommen werden.
44) Free Willy – Ruf der Freiheit ist ein Tierspielfilm von Regisseur Simon Wincer, gedreht im Jahr 1993 in den Vereinigten Staaten. Im Film geht es um die Freundschaft des Jungen Jesse mit dem Orca Willy. Der Orca war als Jungtier in Gefangenschaft geraten. Nachdem Jesse Schmierereien in einem Vergnügungspark hinterlassen hat, muss er diese beseitigen und freundet sich dabei mit Willy und den Mitarbeitern des Parks an. Der Junge bringt dem als schwierig geltenden Orca Kunststücke bei und darf mit ihm auftreten. Doch der Auftritt misslingt und Jesse beschließt, von seinen Pflegeeltern auszureißen, um seine Mutter zu suchen. Als Jesse sich von Willy verabschiedet, entdeckt er, dass der Parkbesitzer Willy töten will, um an Versicherungsgelder zu kommen. Zusammen mit Rae und Randolph, den befreundeten Mitarbeitern des Parks, rettet er in einer dramatischen Aktion den Orca und setzt ihn im Meer aus. Als die Verfolger ihm den Weg ins offene Meer versperren, gelingt Willy die Flucht in die Freiheit mit einem gewaltigen Sprung. Inzwischen hat es weitere vier Free-Willy-Filme gegeben (Quelle: Wikipedia.de, 25.1.16)
45) Animal Liberation Front: (ALF) (dt. Tierbefreiungsfront) international in über 4o Staaten wirkende, dezentral organisierte Gruppe der militanten Tierbefreiungsbewegung, die in den USA als terroristische Vereinigung angesehen wird. Die ALF will vor allem Tierversuche und die Tötung von Tieren zu verhindern. Dies geschieht in erster Linie durch Tierbefreiungen sowie Anschläge auf Laboratorien und Tierfarmen mittels Sabotage, Brandanschlägen und anderen direkten Aktionen. Aktivisten des ALF verwehren sich indessen gegen den Vorwurf, sie seien Kriminelle, und erklären, dass sie ihre Organisation als nicht gewalttätig betrachten, da ihre Mitglieder angewiesen seien, bei ihren Aktionen dafür Sorge zu tragen, dass Menschen nicht zu Schaden kommen und Menschenleben nicht gefährdet werden.
46) Black Liberation Army: (BLA) Untergrundorganisation in den USA, von 1970 bis 1981 aktiv; oft als radikale Splittergruppe der Black Panther Party (BPP) betrachtet, der viele ihrer Mitglieder angehörten; Ziel der BLA war es nach eigenen Aussagen, den bewaffneten Kampf für die Befreiung und Selbstbestimmung der afro-amerikanischen Bevölkerung in den USA zu führen; in den USA verantwortlich gemacht für eine Reihe von Bombenattentaten, Überfällen und Gefängnisausbrüchen sowie diverse Morde, darunter an über einem Dutzend Polizeibeamten.
47) Jewish Defense League: (JDL) (dt. Jüdische Verteidigungsliga) nach Einschätzungen des US-FBI’s rechtsextreme, jüdische Organisation, die Juden in der Diaspora (also außerhalb Israels) mit allen Mitteln vor Antisemitismus zu beschützen will, die von ihr dafür als notwendig betrachtet werden. Sie. Sie selbst verurteilt allerdings in ihren offiziellen Publikationen jede Form von Terrorismus und Rassismus. FBI-Statistiken dagegen zeigen, dass es im Zeitraum von 1980 bis 1985 18 von Juden begangene Terroranschläge in den USA gegeben hat. Davon waren 15 von JDL-Mitgliedern verübt worden. (vgl. Wikipedia.de)
48) Ku Klux Klan: (KKK) rassistischer Geheimbund in den Südstaaten der USA; gegründet 1865 vor allem zur Unterdrückung der Schwarzen; die Gewalttaten, der paramilitärischen Organisation richteten sich hauptsächlich gegen Schwarze und deren 1915 wurde der Klan als eine nativistische Massenorganisation neu gegründet; 1915 Neugründung (1924: 4 Millionen Mitglieder) mit einer klaren rassistischen, militant antikatholischen und antisemitischen Ausrichtung; nach dem Zweiten Weltkrieg verschiedene Gewaltakte bis hin zu Morden an tatsächlichen oder vermeintlichen Vertretern der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
49) Anthrax: (dt. Milzbrand) Erreger einer Infektionskrankheit, der als Biowaffe verwendet werden kann; die durch den Bacillus anthracis verursacht wird; das vom Erreger produzierte Milzbrandtoxin ist hochgiftig; die Sporen können unter Umständen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überleben.
50) Pro Choice-Bewegung: vgl. Anm. 30
51) Internet harassment: Belästigungen und Bedrohungen, die übers Internet ausgeführt werden
52) The Second Defense Action Statement, http://www.armyofgod.com/defense2.html ; 14.01.16 Im Original: „We the undersigned, declare the justice of taking all godly action necessary, including the use of force, to defend innocent human life (born and unborn). We proclaim that whatever force is legitimate to defend the life of a born child is legitimate to defend the life of an unborn child.“
53) Allahu akbar: dt. Gott ist groß bzw. Gott ist größer oder Gott ist am größten
54) Am 7. Januar 2015 wurde während der wöchentlichen Redaktionskonferenz ein islamistisch motivierter Terroranschlag auf die Mitarbeiter von Charlie Hebdo verübt, bei dem zwei maskierte Männer in die Redaktionsräume in der Rue Nicolas-Appert, mitten im Zentrum von Paris, eindrangen und mit Sturmgewehren zwölf Menschen erschossen, darunter den Herausgeber und Zeichner Stéphane Charbonnier („Charb“), die Zeichner Jean Cabut („Cabu“), Bernard Verlhac („Tignous“), Philippe Honoré und Georges Wolinski, den Journalisten und Mitinhaber des Blattes Bernard Maris („Oncle Bernard“), als einzige Frau die jüdische Kolumnistin Elsa Cayat, den Lektor Mustapha Ourrad sowie zwei Polizisten. Mindestens 20 weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer. Während der Tat riefen die Täter Parolen wie Allahu akbar („Gott ist am größten“) und On a vengé le prophète! („Wir haben den Propheten gerächt“). (Quelle: Wikipedia.de, 25.1.16)
55) Bei der koordinierten, terroristischen Angriffsserie islamistisch motivierter Attentäter in Paris am 13.11.2015 kamen während eines Rockkonzerts im Bataclan-Theater sowie in einigen Bars, Cafés und Restaurants in Paris 130 Menschen ums Leben, 352 wurden verletzt, davon 97 schwer. Die Attentäter, die zur Terrorgruppe Islamischer Staat gehörten, stürmten das Bataclan ebenfalls mit dem Ruf Allahu akbar („Gott ist am größten“) und eröffneten damit das Feuer auf die jungen Menschen im Saal. (Quelle: Wikipedia.de, 16.01.16)Es handelte sich um mehrere Schusswaffenattentate, ein Massaker mit Geiselnahme sowie sechs Explosionen, die von Selbstmordattentätern mit Sprengstoffwesten ausgelöst wurden.
56) IS: Abk. Abk. für die Terrororganisation „Islamischer Staat“; eine seit 2003 aktive terroristisch agierende sunnitische Miliz mit zehntausenden Mitgliedern, die derzeit (2014/15/16) größere Gebiete im Irak und in Syrien und kleinere Gebiete in Libyen beherrscht; hat seit Juni 2014 ein „Kalifat“, einen „Quasi-Staat“ ausgerufen, dessen Gebiet Gegenden im Irak und Syrien umfasst; Anführer und selbsternannter Kalif des IS ist Abu Bakr al-Baghdadi als „Kalif Ibrahim – Befehlshaber der Gläubigen“, der mit der Annahme des Titels „Kalif“ gleichzeitig den Anspruch erhebt, als Nachfolger des Propheten Mohammed religiöser und politischer Führer aller Muslime zu sein; der IS ist für seine brutalen Morde, für Verschleppungen von Frauen und Massenhinrichtungen, sowie die Zerstörung von antiken Kunstwerken berüchtigt; für die Anschläge von Paris im September 2015 (vgl. Anm. 48) hat der IS die Verantwortung übernommen
57) vgl. Monica Devey, Abortion Foe Found Guilty in Doctor’s Killing, in: New York Times online, http://www.nytimes.com/2010/01/30/us/30roeder.html?_r=0  29.10.2010,14.01.16
Die Ermordung des 67-jährigen Arztes und Mitglieds der »National Abortion Federation (NAF) im Mai 2009 in Wichita (Kansas) hat seinerzeit für weltweites Aufsehen gesorgt. Dr. Tiller wurde von seinem Mörder in einem Vorraum einer Kirche niedergeschossen. Der Arzt hatte seit den 1970er Jahren Schwangerschaftsabbrüche im gesetzlichen Rahmen vorgenommen. Schon 1993 hatte man ihm bei einem anderen brutalen Angriff auf seine Person zwei Mal in die Arme geschossen. Trotzdem hatte er sich nicht einschüchtern lassen, sondern bot Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollten, weiterhin seine Unterstützung an.
58) vgl. http://www.armyofgod.com/POCScottRoederIndexPage.html , 14.1.2016
59) vgl. http://www.armyofgod.com/index.html , 14.1.2016
60) National Abortion Federation: (NAF) gemeinnützige und über Spenden finanzierte Organisation der (klinischen) Anbieter von Schwangerschaftsabbrüchen in den USA, die 1977 gegründet wurde.
61) vgl. History of Violence, http://prochoice.org/education-and-advocacy/violence/violence-statistics-and-history/, http://www.nytimes.com/2010/01/30/us/30roeder.html?_r=0 , 14.01.16 - NAF VIOLENCE AND DISRUPTION STATISTICS. INCIDENTS OF VIOLENCE & DISRUPTION AGAINST ABORTION PORVIDERRS, http://5aa1b2xfmfh2e2mk03kk8rsx.wpengine.netdna-cdn.com/wp-content/uploads/Stats_Table_2014.pdf
62) Twin towers: gemeint sind die beiden Türme (Gebäude) des Wordl Trade Centers in New York, die bei den Terroranschlägen am 11. September 2001 (s. Anm. 56) zerstört und eingestürzt sind.
63) Die Terroranschläge am 11. September 2001 (auch kurz als 11. September, Nine-Eleven oder 9/11 bezeichnet) waren vier koordinierte Flugzeugentführungen mit anschließenden Selbstmordattentaten auf wichtige zivile und militärische Gebäude in den Vereinigten Staaten von Amerika. Drei Verkehrsflugzeuge wurden auf Inlandsflügen von jeweils mehreren, insgesamt Tätern der islamistischen Terrororganisation al-Qaida entführt und zum Absturz gebracht. Die Täter lenkten zwei davon in die Türme des World Trade Centers (WTC) in New York City und eines in das Pentagon in Arlington (Virginia). Das vierte Flugzeug, das wahrscheinlich ein Regierungsgebäude in Washington, D.C. treffen sollte, wurde nach Kämpfen mit Passagieren vom Piloten der Entführer bei Shanksville (Pennsylvania) zum Absturz gebracht. Die Anschläge verursachten den Tod von etwa 3000 Menschen und gelten als terroristischer Massenmord. Etwa 15.100 von 17.400 Personen konnten sich aus den WTC-Gebäuden retten. (Quelle: Wikipedia.de)
64) Andrew Card, der damalige Stabschef des Weißen Hauses, informierte US-Präsident George W. Bush bei einer Schülervorlesung in Sarasota (Florida) gegen 9:00 Uhr Ortszeit vom ersten, kurz darauf vom zweiten Anschlag auf das Word Trade Center: „Ein zweites Flugzeug hat den zweiten Turm getroffen. Amerika wird angegriffen.“ Bush setzte die Schulveranstaltung, vor laufender Kamera, noch sieben Minuten lang fort – die Fernsehbilder, die es davon gibt, erwecken diesen Eindruck.
65) Ein Pyrrhussieg ist ein zu teuer erkaufter Erfolg. Im ursprünglichen Sinne geht der Sieger aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und kann auf dem Sieg nicht aufbauen. Der Ausdruck geht auf König Pyrrhos I. von Epirus (319/318–272 v. Chr.) zurück. Dieser soll nach seinem Sieg über die Römer in der Schlacht bei Asculum (Süditalien) 279 v. Chr. einem Vertrauten gesagt haben: „Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!“ Im heutigen Sprachgebrauch wird Pyrrhussieg überwiegend im übertragenen Sinn genutzt.
66) Saddam Hussein (19372006), von 1979 bis 2003 Staatspräsident und von 1979 bis 1991 sowie 1994 bis 2003 Premierminister des Irak. Er regierte das Land diktatorisch und wurde später wegen des Massakers an Schiiten und Kurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.
67) Al Quaida: weltweit operierendes Terrornetzwerk meist sunnitischer islamistischer Organisationen, das seit 1993, meist in Verbindung mit Bekennerschreiben, zahlreiche Terroranschläge, darunter Massenmord an Zivilisten, in mehreren Staaten begangen hat. Berüchtigt wegen der Terrorangriffe vom 11. September 2001 in den USA, aber auch zahlreicher anderer Terroraktionen weltweit. Al Qaida will eigenen Angaben zufolge einen alle islamischen Länder und Gebiete sowie weitere Territorien umspannenden Gottesstaats für alle „Rechtgläubigen“ schaffen. Bei einer Kommandooperation von Spezialeinheiten der US-Armee wurde der Gründer und ideologische Anführer von Al Quaida, Osama bin Laden, im Mai 2011 in Abbottabad, rund 50 km von der pakistanischen Hauptstadt Islamabad entfernt, getötet.
68) vgl. Anm. 56
69) Taliban: islamistische Miliz, welche von September 1996 bis Oktober 2001 große Teile Afghanistans beherrschte; seit 2003 verüben die Taliban, ausgehend von Pakistan, terroristisch-militärische Aktionen gegen die demokratische Islamische Republik Afghanistan und die internationalen Truppen der ISAF in Afghanistan; diese Anschläge treffen noch häufiger direkt die afghanische Zivilbevölkerung.
70) Guantánamo: Stadt und Municipio im Südosten Kubas und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Hier ist die nicht in der Stadt liegende US-amerikanische Militärbasis Guantanamo Bay Naval Base mit dem gleichnamigen Gefangenenlager. Im Januar 2002 wurde in Folge der Anschläge vom 11. September 2001 und der darauffolgenden US-amerikanischen Invasion in Afghanistan begonnen, den Stützpunkt in ein Internierungslager für Gefangene zu erweitern, die von US-Regierungen unter Bush und Obama als ungesetzliche Kombattanten bezeichnet werden. Die Rechtslage der Gefangenen, deren Haftbedingungen, die verwendeten Verhör- und Foltermethoden (z. B. Waterboarding, Schlafentzug, Isolations- und Dunkelhaft, Medikamentests etc.) und die Verstöße gegen die Menschenrechte führten international zu scharfer Kritik und zu Forderungen nach Schließung. Nachdem seit 2002 insgesamt 779 Gefangene dort inhaftiert worden waren, betrug deren Zahl im November 2015 noch 107. US-Präsident Barack Obama hat seit seinem Amtsantritt des öfteren erklärt, dass er Guantánamo schließen wolle und verschiedentlich Bemühungen dahingehend unternommen, scheiterte aber u. a. daran, dass im ihm die republikanische Mehrheit im US-Kongress die finanziellen Mittel strich, mit denen die Abwicklung des Lagers hätte vorgenommen werden sollen. Am Ende seiner Amtszeit scheint er aber entschlossen, in der Guantánamo-Frage noch einmal Ernst zu machen. Seine Taktik: Guantánamo einfach untragbar teuer zu machen, indem er systematisch die Anzahl der dort noch gefangengehaltenen „Verdächtigen“ dadurch verringert, dass er diese entweder in andere Hochsicherheitsgefängnisse in den USA überstellen oder in andere Länder, die bereit sind, mitzumachen, abzuschieben.
71) Washington Post: kurz auch: „Die Post“, größte Tageszeitung in Washington, D.C., der Hauptstadt und dem Regierungssitz der USA. 1877 gegründet; damit die älteste noch erscheinende Zeitung in Washington; im August 2013 verkauft an den Amazon-Gründer Jeff Bezos.
72) Donald John Trump (geb. 1946 in New York City) ist ein amerikanischer Milliardär, der sein Vermögen mit Immobilien-und in der Unterhaltungsindustrie gemacht hat. Er tritt in den als Kandidat der Republikaner in den Vorwahlen an und will 2016 den Demokraten Barack Obama als US-Präsident nachfolgen. Immer wieder sorgt er mit populistischen und in ihrer Wirkung äußerst umstrittenen Aussagen über illegale Einwanderung u. v. m. für mediale Aufmerksamkeit in der ganzen Welt. Trump betreibt beim Schwangerschaftsabbruch aus augenscheinlich opportunistischen Gründen ein Verwirrspiel: Je nach Situation spricht er sich für Pro Choice oder für die Abtreibungsgegner (Pro Life) aus. (vgl. Nate Cohn: The Trump Campaign’s Turning Point. In: The New York Times, 18. Juli 2015 http://www.nytimes.com/2015/07/21/upshot/the-trump-campaigns-turning-point.html ); vgl. Dan Balz: Trump’s Attack on McCain Marks a Turning Point For Him — And the GOP. In: The Washington Post, 19. Juli 2015 (http://www.washingtonpost.com/politics/trumps-attack-on-mccain-marks-a-turning-point-for-him--and-the-gop/2015/07/19/92759254-2e51-11e5-97ae-30a30cca95d7_story.html; Wenn sich Trump freilich für Abtreibung ausspricht, dann nur, wenn das Leben der werdenden Mutter auf dem Spiel steht, nach einer Vergewaltigung oder bei Inzest. (vgl. http://www.lifenews.com/2015/01/26/donald-trump-on-abortion-im-pro-life/ , 16.1.16
Trump führt das parteiinterne Bewerberfeld der Republikaner seit Ende Juli 2015 in Umfragen konstant an.
73) vgl. http://www.truthrevolt.org/news/brokaw-trump-basically-hitler, 16.1.2016 oder: http://thecomicnews.com/edtoons/2015/1209/trump/01.php , 16.1.2016
74) Statue of liberty: Freiheitsstatue in New York, von Frédéric-Auguste Bartholdi geschaffene neoklassizistische Kolossalstatue auf Liberty Island im New Yorker Hafen; eingeweiht 1886 als ein Geschenk des französischen Volkes an die Vereinigten Staaten; Die Statue stellt die in Roben gehüllte Figur der Libertas, der römischen Göttin der Freiheit, dar.
75) Statue of limitations: dt. etwa Statue der Einschränkungen bzw. der Beschränktheiten
76) gemeint sind die fundamentalistischen Evangelicals in den USA (s. Anm. 81)
77) Die Tea-Party-Bewegung ist eine US-amerikanische rechtspopulistische Protestbewegung, die von der religiösen Rechten und den Neokonservativen unterstützt wird. Auch wenn sie, wie andere Rechtspopulisten in Europa auch (Le Pen, AFD etc.) keine konsistente Ideologie besitzt, weist sie aber ein starkes paranoides Element auf und befeuert vor allem die Angst des weißen Amerika bald zu einer Minderheit zu werden.
78) Eric T. Hansen: Super Trump - Warum Donald für uns Amis ein Held ist, in: DIE ZEIT Nr. 35/2015, 27. August 2015, http://www.zeit.de/2015/35/donald-trump-usa-wahlkampf, 16.1.16
79) vgl. http://www.watson.ch/International/USA/523472806-%C2%ABUnsere-Spitzenpolitiker-sind-dumm!-Politiker-sind-dumm!%C2%BB-%E2%80%93-Trump-schiesst-bei-der-ersten-TV-Debatte-gegen-alles-und-jeden
80) Cara Carleton „Carly“ Fiorina (geb. 1954) Die ehemalige Managerin von Hewlett-Packard (HP) gab im Mai 2015 ihre Bewerbung um die US‑Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei bekannt.
81) ein Post: Beitrag in Webforen oder Blogs ; in der anlogen Welt vergleichbar mit einem Beitrag, der an einem sogenannten schwarzen Brett ausgehängt wird und dort von allen Betrachtern gelesen werden kann.
82) „Mitzi“ als Kommentar zu einem Artikel über Trumps Positionen zur Abtreibung, http://liveactionnews.org/donald-trump-abortion-muddle /, 16.01.16
83) vgl. Bethany Blankley, Donald Trump’s abortion muddle, LiveActionNEWS, 5.12.2015, http://liveactionnews.org/donald-trump-abortion-muddle /, 16.01.16
84) The Apprentice: (dt. Der Lehrling) amerikanische Fernseh-Reality-Show, des Senders NBC; in 17 weiteren Länder, darunter auch kurz in Deutschland unter dem Titel „Big Boss“ mit Rainer Calmund als Moderator; US-Version zwischen 2004 und 2012 insgesamt 11 Staffeln; in einer Art dreizehnwöchigem Vorstellungsgespräch können die Kandidaten einen mit 250.000 US-Dollar dotierten Einjahresvertrag in einem der Unternehmen von Donald Trump gewinnen. Im Spiel wetteifern zwei Teams um die Erfüllung einer Aufgabe, deren Ergebnisse am Ende verglichen und bewertet werden. Wer rausfliegt, ist “gefeuert” und muss nach Hause. Die Sendung wurde von Donald Trump moderiert und andere Mitglieder der Trump-Familie wirkten in der Jury mit. selbst moderiert von selbst moderiert, lt. Angaben von NBC soll Arnold Schwarzenegger sein Nachfolger in der neuen Staffel werden.
85) vgl. Blankley, s. Anm. 83
86) Rafael Edward „Ted“ Cruz (geb. 1970), Senator des Bundesstaats Texas; kandidiert in den Vorwahlen für die Präsidentschaftswahlen 2016 für die republikanische Partei und ist ein direkter Konkurrent für Donald Trump. Cruz bekennt sich offen zu Pro-Life, der Sammlungsbewegung gegen die Abtreibung, und lehnt den Schwangerschaftsabbruch kategorisch ab, solange das Leben der werdenden Mutter nicht bedroht ist.
87) Courageous Cruzer: Wortspiel (courageous = couragiert, mutig, unerschrocken, standhaft), wahrscheinlich aus Marketinggründen bewusste Wahl des Adjektivs, das in der Bibel meist in der Verbindung „Be strong and courageous“ verwendet wird und dort als Phrase auch Gott in den Mund gelegt wird. (vgl. Scofield III Study Bible-NIV, herausgegeben von Cyrus Ingerson Scofield, Oxford University Press 2004, aufgerufen über Google Books unter: https://books.google.de/books?id=3uUAAefqKR4C&pg=PA284&lpg=PA284&dq=courageous+dt&source=bl&ots=jRXXcgd1VA&sig=8zcIG4_EuEjUg3soY5vpqMosUIU&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjonLuPvLjKAhWHl3IKHdADCioQ6AEISDAE#v=onepage&q=courageous%20dt&f=false ; Cruzer von dem Namen Cruz und dem englischen Wort cruiser (dt. Kreuzfahrtschiff, Straßenkreuzer) bzw. cruisen (= (herum-)fahren gebildet; 20.1.16
88) Guido-Mobil: Das mit der vollmundigen Aufschrift “Projekt 18%” versehene Wohnmobil, mit dem der FDP-Kandidat Guido Westerwelle im Bundestagswahlkampf 2009 durch die Lande zog.
89) Evangelicals: meist christlich-fundamentalistisch ausgerichtete, weit über die USA hinausreichen Bewegung von protestantischen Christen, die ihre Wurzeln im deutschen Pietismus, dem englischen Methodismus und der Erweckungsbewegung des 18. Jahrhunderts zurückgeht. Der Evangelikanismus beruft sich auf die Autorität der Bibel, die von vielen Anhängern über jeden Zweifel erhaben ist. Zudem machen sie ihre jeweils persönliche Beziehung zu Jesus Christus zur Grundlage ihres Christentums, die der einzelne durch seine persönliche Willensentscheidung eingeht und oder durch i individuelle Erweckungs- und Bekehrungserlebnisse erlebt. Evangelikale Christen gehören verschiedenen protestantischen Konfessionen an, sie können beispielsweise reformiert, lutherisch, baptistisch, methodistisch oder anglikanisch sein. Sie können sich aber auch zu konfessionsübergreifenden (überkonfessionellen) oder nicht-konfessionellen Gruppierungen bekennen. Die Kritik an der Gleichsetzung von christlichem Fundamentalismus und Evangelikalismus hebt unter anderem hervor, dass es ein breites Spektrum des Evangelikalismus gibt, der nicht im Begriff des mit Fundamentalismus konnotierten religiösen Fanatismus aufgeht, auch wenn er sich wie diese meistens rundweg antimodernistisch zeigt. Dennoch gebe es den fundamentalistischen Typ bei den Evangelikalen, der von der absoluten Irrtumslosigkeit (inerrancy) und Unfehlbarkeit (infallibility) der "ganzen Heiligen Schrift in jeder Hinsicht" ausgeht, sich grundsätzlich und klar von der kritischen Bibelforschung abgrenzt und dagegen opponiert, die Evolutionslehre rundweg ablehnt und deren Ergebnisse leugnet und den Schwangerschaftsabbruch, Feminismus und anderes mehr bekämpft. – vgl. Reinhard Hempelmann, Evangelikalismus und Fundamentalismus.
Zur Situation in Deutschland - http://www.kath-akademie-bayern.de/tl_files/Kath_Akademie_Bayern/Veroeffentlichungen/zur_debatte/pdf/2007/2007_05_hempelmann.pdf, 20.1.16
90) Jihadist (auch Dschihadist): Anhänger einer besonders militant extremistischen Strömung des Islamismus, die zum Heiligen Krieg aufruft. Seine Anhänger propagieren den Aufbau und die Ausdehnung des Machtbereichs eines islamischen Staates mit dem Mittel der Gewalt. Der Dschihadismus bezieht sich dabei auf das islamische Konzept des kleinen Dschihad, das er als religiöse Verpflichtung jedes Muslims zum gewaltsamen Kampf zur Verteidigung des Islam gegen Ungläubige interpretiert, zu denen er neben Anhängern anderer Religionen auch Muslime abweichender Überzeugungen zählt.
91) Sachsen: Nach Ausführungen des sächsischen Innenministers Markus Ulbig (2014) waren im Jahr 2012 (neuere Zahlen gibt es offenbar nicht) nur ungefähr 0,1 Prozent der in Sachsen lebenden Menschen Muslime, insgesamt also etwa 4000 Menschen. Um so verwunderlicher, dass Pegida gerade dort von Überfremdungsängsten überwältigte Wutbürger auf die Straße bringt, die gegen die angeblich „Islamisierung Deutschlands und des Abendlandes“ protestieren. – vgl. u. a. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-die-thesen-im-faktencheck-a-1008098.html, 20.1.16 Das Sachsen-Anhalt mit 42,2%, gefolgt von Bayern (33,1%), Mecklenburg-Vorpommern(32,8%), Thüringen (30,9%)und Brandenburg (29,6%) bei rechtsextremen und ausländerfeindlichen Einstellungen der Bevölkerung vorn weg geht, ist angesichts eines vergleichsweise geringen Ausländeranteils (bei den drei letztgenannten beträgt er sogar nur etwa 2%) nur auf den ersten Blick verwunderlich. Denn wie man in einer Studie nachweisen konnte, nimmt die Ausländerfeindlichkeit ab, wenn der Anteil von Ausländern an der Bevölkerung höher ist. So haben z. B. Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg einen Ausländeranteil von etwa 10% und ihre Bürgerinnen und Bürger zeigen eine verhältnismäßig geringe Zustimmung zu ausländerfeindlichen Positionen von etwa 20,2% und 16,9 % (Bundesdurchschnitt: 24,3%). – vgl. Oliver Decker, Johannes Kies und Elmar Bräger (Hrsg.) Rechtsextremismus der Mitte und sekundärer Autoritarismus, Gießen: Psychosozial Verlag 2014 -vgl. http://www.huffingtonpost.de/2015/04/07/auslaenderfeindlich-bundeslaender-deutschland_n_7015650.html, 7.4.2015
92) vgl. http://abcnews.go.com/Politics/takeaways-ted-cruzs-iowa-bus-tour/story?id=36200109 , 17.1.16
93) vgl. http://www.pbs.org/newshour/updates/ted-cruz-believe-candidate-stands-10-issues/  17.1.16
94) vgl. ebd.
95) Waukon, Decorah und Cherokee sind drei der kleineren Städte in Iowa, die Ted Cruz auf seiner Wahlkampftour durch den Bundesstaat besucht hat
96) Heidi Cruz (geb. 1972) Investment Managerin bei Goldman Sachs und Ehefrau von Ted Cruz.
97) Goldman Sachs: Die Goldman Sachs Group ist ein weltweit tätiges Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen mit Sitz in New York City. Goldman Sachs ist hauptsächlich als Finanzdienstleister für Großunternehmen und institutionelle Investoren tätig.
98) The Donald: gemeint ist Donald Trump – vgl. http://www.huffingtonpost.de/2015/04/07/auslaenderfeindlich-bundeslaender-deutschland_n_7015650.html, 20.1.16
99) Die Interjektion Amen drückt zunächst einmal aus, dass man dem, was ein Redner oder eine Rednerin sagt, vorbehaltlos zustimmt. Zugleich soll sie den Redner ermuntern so fortzufahren. Wenn das Amen aber als Antwort, Zwischenruf oder ähnliches auf die Predigt eines Predigers verwendet wird, dann drückt es auch eine Fürbitte aus, dass Gott den Prediger mit all seinen Betrachtungen über Gott und die Welt erhören und weiter geleiten möge. – vgl. http://www.catholic.com/quickquestions/what-exactly-does-amen-mean , 17.1.16
100) vgl. Oliver Grimm, US-Präsidentenwahl: Ted Cruz, der Gotteskrieger, Die Presse.com, 16.1.2016, http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4905933/USPraesidentenwahl_Ted-Cruz-der-Gotteskrieger-?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do, 17.1.16
101) Billy Graham, eigentlich William Franklin Graham, KBE (geb. 1918); US-amerikanischer Baptistenpastor und Erweckungsprediger, der dem Evangelikalismus zuzurechnen ist. Er wird in den Vereinigten Staaten nicht nur von konservativen Theologen als einer der einflussreichsten Christen des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Zu seinen Evangelisationsveranstaltungen kamen immer wieder Zehntausende zusammen.
102) Kleinstadt von ca. 1.800 Einwohnern im Nordwesten von Iowa, die nach der Tochter des Indianerhäuptlings Wahunsonacock, später bekannt als Rebecca Rolfe; P. galt als eine Vermittlerin zwischen den Stämmen der Virginia-Algonkin und den englischen Kolonisten.
103) vgl. http://edition.cnn.com/2016/01/07/politics/woman-faint-ted-cruz-pocahontas/index.html, 18.01.16
104) Das Woodstock Music and Art Festival vom 15. bis 17./18. August 1969 auf einem Farmgelände in Bethel (Bundesstaat New York) war ein Musikfestival mit mehr als 400.000 Besucherinnen und Besuchern. Es gilt als musikalischer Höhepunkt der US-amerikanischen Hippiebewegung gilt. Bis heute steht „Woodstock“ für den Mythos eines „anderen“, eines künstlerischen und friedliebenden Amerikas – im Gegensatz zu dem Amerika, das sich damals im Vietnamkrieg befand.
105) The Beatles: britische Rockband in den 1960er Jahren. Mit mehr als 600 Millionen– nach Schätzungen ihrer Plattenfirma EMI sogar mehr als einer Milliarde– verkauften Tonträgern sind sie die bisher kommerziell erfolgreichste Band der Musikgeschichte. Im Jahr 1970 trennten sich die Wege der vier Bandmitglieder (John Lennon (1940-80), George Harrison (1943-2001), Ringo Starr (geb. 1940) und Paul McCartney (geb. 1942) aufgrund interner Spannungen. Bei ihren weltweiten Konzerten fielen immer wieder zahlreiche jugendliche weibliche Fans in Ohnmacht.
106) Olymp: höchstes Gebirge in Griechenland; in der griechischen Mythologie ist der Olymp der Sitz der olympischen Götter und bildet in gewisser Hinsicht das Himmelskonzept der griechischen Mythologie dar; dort leben die eigentlichen olympischen Götter, Zeus, Poseidon, Hera, Demeter, Apollon, Artemis, Athene, Ares, Aphrodite, Hermes, Hephaistos und Dionysos, und ihre Abkömmlinge.
107) Take that: britische Pop-Band (Mitglieder: Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und immer wieder mal Robbie Williams, die zwischen 1995 und 2005 ihre erfolgreichste Zeit, aber auch danach bei verschiedenen Comebacks immer wieder Erfolge in den Charts landen konnten. Als die Band sich 1996 nach dem Weggang von Robbie Williams auflöste, war die Bestürzung in den, meist weiblichen Fans der Boyband so groß, dass etliche Fans Schreikrämpfe bekamen, ins Krankenhaus eingeliefert werden musst oder einige sogar mit Selbstmord drohten. Berliner Zeitung, 14.2.1996, http://www.berliner-zeitung.de/archiv/britische-pop-gruppe-bestaetigt-geruechte-ueber-aufloesung---bestuerzung-bei-den-fans-take-that---es-ist-leider-wahr-,10810590,9081716.html, 18.012016
108) vgl. http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/schnulzengott-julio-iglesias-examen-33-jahre-nach-dem-studienabbruch-a-144368.html, 18.1.16
109) Julio Iglesias (geb. 23. September), spanischer Sänger Er gilt mit über 300 Millionen verkauften Tonträgern und 2600 Platin- und Goldschallplattenauszeichnungen als einer der erfolgreichsten Einzelinterpreten. Er singt in 14 Sprachen, darunter Spanisch, Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch und Portugiesisch.
110) James Brown: (1933-2006); US-amerikanischer Musiker des Rhythm and Blues, Soul und des von ihm stark geprägten Funk. Bekannt war er auch für sein offensives Zurschaustellen der eigenen Sexualität – einer seiner größten Hits: „Sex Machine“ – sorgte für großes Aufsehen. Viele sahen in ihm „The Godfather Of Soul“, zu dem er sich aber auch selbst in seinen Auftritten und Konzerten stilisierte.
111) Cro (geb. 1990) bürgerlich: Carlo Waibel deutscher Rapper, Sänger, DJ und Musikproduzent; das Pseudonym „Cro“ geht aus der Verkürzung seines Vornamens hervor. Sein Markenzeichen: eine Pandamaske, hinter der er sein Gesicht verbirgt.
112) vgl. http://www.em.k.de/methodismus/theologische-offenheit.html, 17.1.16
113) Himmel oder Hölle (HOH): Fingerspiel, das bei Kindern sehr beliebt ist. Es wird aus einem quadratischen Blatt Papier gefaltet und anschließend in den Farben Blau (für Himmel) und Rot (für Hölle) so angemalt, dass man, wenn man es öffnet – was über zwei Achsen möglich ist – entweder in den „Himmel“ oder in die „Hölle“ blickt. Gespielt wird mit einem Partner bzw. einer Partnerin. Einer der beiden Spielteilnehmer muss nun das Himmel-oder-Hölle-Spiel benutzen und es zur Mitte schließen. Anschließend muss das Fingerspiel so oft gedreht werden, bis keiner der beiden Spieler mehr weiß, wo Himmel und wo Hölle ist. Derjenige ohne das Fingerspiel ist, muss nun erraten, ob der andere in den Himmel oder in die Hölle „kommt“. Dann öffnet derjenige das HoH dasselbe entweder über die x-Achse oder die y-Achse. Ist der so entstandene „Schlund“ blau, kommt der Spieler in den Himmel, ist er jedoch rot, in die Hölle.
114) Laramie: drittgrößte Stadt im Südosten des US-Bundesstaates Wyoming mit etwas mehr als 30.000 Einwohnern. Laramie geriet 1998 international in die Schlagzeilen, als dort der Student Matthew Shepard aus Schwulenhass (Heterosexismus) schwer misshandelt wurde und an den Folgen starb. “Laramie” war auch Titel einer US-amerikanischen Western-TV-Serie mit John Smith als Slim Sherman, Robert Fuller als Jess Harper, Hoagy Carmichael als Jonesy und Robert L. Crawford, Jr., als Andy Sherman. Die Serie wurde in den USA in den Jahren 1959 bis 1963 produziert und lief unter dem Titel “Am Fuß der blauen Berge” vom Ende des Jahres 1959 als erste amerikanische Westernserie im Deutschen Fernsehen und spielte in und in der Umgebung von Laramie.
115) Dodge City: Stadt von etwas mehr als 27.000 Einwohnern im US-Bundesstaat Kansas. In Deutschland bekannt wurde die Westernstadt durch die erfolgreichste TV-Western-Serie aller Zeiten namens Gunsmoke (in Deutschland: Rauchende Colts). James Arness in der Rolle des Marshalls Matt Dillon und Dennis Weaver als sein Hilfssheriff Chester Goode, und ab den sechziger Jahren Ken Curtis in der Rolle des Festus Haggen, dessen deutsche Stimme, gesprochen von Gerd Duwner, ein Markenzeichen der Sendung, waren die Hauptdarsteller der Serien, die in Deutschland in 74 Folgen von 1967 bis Ende 1972 von der ARD gesendet wurde.
116) Horst-Wessel-Lied: zunächst (ab etwa 1929) ein Kampflied der SA, später Parteihymne der NSDAP; bezeichnet nach dem SA-Mann Horst Wessel, der den Text zu einem nicht genau geklärten Zeitpunkt zwischen 1927 und 1929 auf eine vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammende Melodie verfasste. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers 1933 de facto zweite deutsche Nationalhymne.
117) Pegidasierung: Gemeint ist das Auftreten der sogenannten Pegida (kurz für Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes), einer rechtspopulistischen fremdenfeindlichen und zum Teil offen rassistischen Organisation, die seit dem 20. Oktober 2014 in Dresden Demonstrationen mit zum Teil mehreren Tausend Teilnehmern gegen die von ihr als Schreckensbild an die Wand gemalte Islamisierung durchführt und dabei außer gegen Einwanderungs- und Asylpolitik auch das gesamte politische System Deutschlands und die von ihr als „Lügenpresse“ diffamierten Medien agitiert. Gegen einzelne Pegida-Organisatoren laufen Strafverfahren u. a. wegen Volksverhetzung und dem öffentlichen Zur-Schau-Stellen von Symbolen verfassungswidriger Organisationen sowie wegen geplanter Anschläge auf Flüchtlingsheime, deren Zunahme von nicht wenigen Beobachtern auch auf die Aktivitäten der Pegida zurückgeführt werden. Mit dem Herumtragen einer Galgenattrappe, an dem Schilder mit den Namen von Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef Sigmar Gabriel baumelten, taten sich einschlägig bekannte rechtsextreme Gruppierungen im November, die sich mehr und mehr unter die „rechten Wutbürger“ mischen, hervor. Mehr oder weniger zum offenen Schulterschluss mit Pegida zeigt sich immer wieder die rechtspopulistische AfD (Alternative für Deutschland) bereit, die die von Pegida und ihr immer wieder geschürte Angst vor Überfremdung auf ihre Mühlen lenken will und mit ihrer Europa-, Islam-, Fremden-, Asyl- und Flüchtlingsfeindlichkeit vor dem Sprung in die Parlamente steht.
118) Kinderschänder: Rechtsextreme treten in der Öffentlichkeit immer wieder als entschiedene Gegner des sexuellen Missbrauchs von Kindern auf und setzen sich bei ihren Aktionen mit dem Slogan „Todesstrafe für Kinderschänder“ in Szene, den man in per Internet in einschlägigen Läden auf T-Shirts gedruckt erwerben kann. Und „Kinderschänder“-Songs gehören geradezu zum Standardrepertoire von Neonazi-Bands. Ziel der Neo-Nazis ist dabei aber keineswegs der Kinderschutz, sondern als „Wölfe im Schafspelz“ wollen sie sich als die einzig entschlossenen Kämpfer gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern stilisieren, um die in solchen Fällen besonders große Empörung der Bevölkerung, die Trauer und Schmerz von Angehörigen oder Betroffenen auszunutzen. Auf diese und ähnliche Weise gehen sie anderen Fällen ebenso vor. „Taktisch gehört das“, sagt Simone Rafael, zur ‚Normalisierungsstrategie‘ der Rechtsextremen: Sie greifen populäre Themen auf, um sich selbst als sympathische politische Alternative zu präsentieren.“ - vgl. Simone Rafael, Warum engagieren sich Neonazis gegen „Kinderschänder“? 16.3.2009, http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/warum-engagieren-sich-neonazis-gegen-kinderschaender , 18.1.16
119) Jagd auf Flüchtlinge: Mit der Parole „Rache für unsere Frauen“ zogen rechtsextreme Schlägerbanden nach den Vorkommnissen der Silvesternacht in Köln 2015 am 9.1.16 durch die Stadt und hetzten und verprügelten friedliche Flüchtlinge am Kölner Bahnhof und sonstwo in der Stadt. In der Silvesternacht selbst wurden eine große Zahl von Frauen Opfer sexueller Gewalt (sexuelle Belästigung, Nötigung und es soll auch Vergewaltigungen gegeben haben) und von Raubdelikten. Bei der Polizei gingen bis zum 18. 1.16 nach einer Meldung des ZDF-Heute-Magazins-Tages weit 766 Anzeigen, die Hälfte wegen sexueller Übergriffe, ein. http://www.tagesschau.de/inland/uebergriffe-koeln-131.html, 18.1.2016; Die Übergriffe auf Frauen, die wohl vor allem von Nordafrikanern durchgeführt wurden, darunter auch Asylbewerber, sind für die rechtsextremistische Propaganda und Strategie ein gefundenes Fressen. Und neben offenem Straßenterror nutzen sie vor allem das Internet, um in den Netzwerken und sonstwo den Eindruck zu verbreiten, der Staat könne oder wolle seine Bürgerinnen und Bürger nicht mehr vor den angeblich durchweg kriminellen Flüchtlingen schützen. So müssten die Bürger das Recht selbst in die Hand und sich in Bürgerwehren organisieren. Und in Facebook folgen dem Aufruf zur Gründung (noch) virtueller Bürgerwehren Tausende. Eine, auch für künftige Konflikte äußerst bedrohliche Vernetzung rechtsextremistischen Gewaltpotentials zeichnet sich dabei ab, das weit über den harten Kern der rechtsextremistischen Szene hinausweist: „Allein die geschlossene Gruppe "Freikorps Bürgerwehr Selbstschutz der Patrioten und unserer Familien" hat mehr als 1500 Mitglieder - darunter viele, die sich als Anhänger oder Mitglieder der AfD darstellen.“ http://www.tagesschau.de/inland/koeln-rechte-gewalt-101.html,
120) vgl. Oliver Grimm, US-Präsidentenwahl: Ted Cruz, der Gotteskrieger, Die Presse.com, 16.1.2016, http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4905933/USPraesidentenwahl_Ted-Cruz-der-Gotteskrieger-?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do, 17.1.16
121) Kölner Silvesterereignisse: vgl. Anm. 119
122) So die Titelschlagzeile „Deutschland rüstet“ des Südkurier vom 19.1.2016. Indem Artikel wird unter anderem darauf hingewiesen, dass sich sehr zur Besorgnis der Polizei immer mehr Menschen in der Region rund um den Bodensee eine Waffe zulegten, weil sie sie sich in der Region nicht mehr sicher fühlten.
123) Hausmacher Art: Gerichte, die in Deutschland nach der besonderen Art des Hauses oder eben so „wie bei Oma“ zubereitet werden, werden oft so bezeichnet.
124) Amen: vgl. Anm.99

Mit großem Dank an alle Wikipedianerinnen und Wikipedianer, ohne die die 124 Anmerkungen kaum die Chance gehabt hätten, zu entstehen.

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Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 26.01.2016

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   Arbeitsanregungen zur Textanalyse
(→untersuchendes Erschließen):

  1. Untersuchen Sie den Gedankengang des Textes.

  2. Bestimmen Sie die Aussageabsicht und untersuchen Sie in diesem Zusammenhang den Einsatz der sprachlichen Mittel.

  3. Bestimmen Sie die Textsorte und zeigen Sie die Besonderheit des essayistischen Schreibens.

  4. Beurteilen Sie die mögliche Wirkung des Textes.

  5. Setzen Sie sich im Anschluss daran mit Aussagen des Textes knapp auseinander.
     

 
     
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