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KMK-Bildungsstandards zur materialgestützten Erörterung

Materialgestütztes Schreiben argumentativer Texte


Die materialgestützte Erörterung hat - unter anderer Bezeichnung - einen festen Platz in den »Bildungsstandards im Fach Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife, die von der Kultusministerkonferenz vom 18.10.2012 (Abk. BISTA-AHR-D 2012) verabschiedet worden sind.

Materialgestütztes Schreiben als Standard für die schriftliche Abiturprüfung

Die Abituraufgabe zählt zur Gruppe der Schreibaufgaben, die in den →KMK-Bildungsstandardards als materialgestütztes Schreiben bezeichnet werden. (BISTA-AHR-D S.24).
Dabei wird zwischen dem materialgestützten Verfassen informierender und dem materialgestützten Verfassen argumentativer Texte unterschieden.

"Im Rahmen der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Deutsch werden Aufgaben gestellt, die die Rezeption und Analyse vorgegebener Texte und die erklärend-argumentierende Auseinandersetzung mit diesen in den Mittelpunkt stellen (Textbezogenes Schreiben), sowie Aufgaben, die keine vollständige Textanalyse erfordern, da das vorgelegte Mate-rial auf der Grundlage von Rezeption und kritischer Sichtung für eigene Schreibziele genutzt werden soll (Materialgestütztes Schreiben). Den Aufgaben jeweils zuzuordnen sind die Standards in den Abschnitten „Erklärend und argumentierend schreiben“ und „Informierend schreiben“
[...] Die von den Schülerinnen und Schülern in der schriftlichen Abiturprüfung zu erstellenden konkreten Texte (z. B. Erörterung, Interpretation, Rezension, Lexikonartikel, Es-say) sind den Aufgabenarten in angemessener Weise zuzuordnen.“ (BISTA-AHR-D, S.24)

Die Bildungsstandards beschreiben auch, worum es im Kern beim materialgestützten Verfassen argumentierender Texte geht:

"Das materialgestützte Verfassen argumentierender Texte besteht im Kern darin, zu strittigen oder erklärungsbedürftigen Fragen, Sachverhalten und Texten differenzierte Argumentationen zu entwickeln und diese strukturiert zu entfalten (vgl. Abschnitt 2.2.2: 'Erklärend und argumentierend schreiben') Dabei nutzen die Schülerinnen und Schüler die vorgegebenen Materialien und die Ergebnisse eigener Analysen, Vergleiche und Untersuchungen ebenso wie eigene Wissensbestände und geeignete Argumentationsstrategien. Der dabei entstehende Text soll die Kontroverse sowie die Argumentation und die vom Prüfling eingenommene Position für den Adressaten des Textes nachvollziehbar machen. Argumentierende Texte enthalten immer auch erklärende und informierende Anteile (vgl. Abschnitt 2.2.2: 'Informierend schreiben')." (BISTA-AHR-D, S.26)

Es wird also auch betont, dass Mischformen wohl eher die Regel als die Ausnahme darstellen, zumal sie, wie jede der anderen Aufgabenarten auch, miteinander kombiniert werden können, solange "für Schülerinnen und Schüler in der Aufgabenstellung erkennbar ist, welche der genannten Schreibformen den Schwerpunkt bildet." (ebd., Hervorh. d. Verf.). Dem entspricht auch die Tatsache, dass die Schreibaufgabe mit einer Reihe unterschiedlicher Schreibformate bzw. Textmuster verbunden wird, die sich unter Vorgabe einer fiktiven Kommunikationssituation an journalistischen Schreibformen wie dem Kommentar, Essay etc. orientieren.

Von einer materialgestützten Erörterung als schulische Schreibform kann man in diesem Sinne also dann sprechen, wenn der Schwerpunkt - textlinguistisch gesprochen - auf einer explikativen und argumentativen Themenentfaltung liegt.

Aller Bemühungen zum Trotz: eindeutige Zuordnungen sind nicht einfach, weil es in der "Textwirklichkeit" zahllose Überschneidungen zwischen den Kompetenzbereichen und Aufgabenarten beim erklärenden, argumentativen und informierenden Schreiben gibt, wie auch von den Verfassern der Bildungsstandards eingeräumt wird.

Die Aufgabenarten, die im Bereich des materialgestützten Schreibens gestellt werden, sollen auf der Basis der Standards für das erklärende und argumentative Schreiben sowie das informierende Schreiben "keine vollständige Textanalyse" wie beim textbezogenen Schreiben (Textinterpretation, Textanalyse, literarische Erörterung und Texterörterung) erfordern, da das vorgelegte Material auf der Grundlage von Rezeption und kritischer Sichtung für eigene Schreibziele genutzt werden soll. (vgl. ebd.)

Weitere Infos zu den Bildungsstandards für die schriftliche Abiturprüfung

»Bildungsstandards im Fach Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife, die von der Kultusministerkonferenz vom 18.10.2012 (Abk. BISTA-AHR-D 2012)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 15.03.2017
 

    

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