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Häufig gestellte Fragen zur freien Problem- und Sacherörterung (FAQs)

Was macht man eigentlich bei der Betrachtung und Erschließung des Themas?


 

 

 
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Die Betrachtung und Erschließung des Themas spielt eine Schlüsselrolle bei der Schreibaufgabe

Viele kümmern sich kaum um diesen Arbeitsschritt mit dem langen Namen: Betrachtung und Erschließung des Themas, den andere auch kürzer Erfassung des Themas nennen. Sie lassen sich dabei oft gar nicht auf ein schrittweises Vorgehen bei der Bewältigung der Schreibaufgabe ein und bevorzugen, bedacht oder unbedacht, eine andere Schreibstrategie statt des Schreibstrategie des Schritt-für-Schritt-Schreibens, das dem Arbeitschrittemodell zugrunde liegt, das hier für den dialektischen und linearen Typ der freien Problem- und Sacherörterung vorgestellt wird.

Die Themenauswahl erfolgt oft zu unbedacht

Gar nicht so selten liegt das Problem schon an der Themenauswahl. Zu unbedacht und/oder zu schnell wird aus der Liste von Themen, die einem oftmals zur Auswahl vorgelegt worden sind, ein Thema gewählt, bei dem man das Gefühl hat, dass es "passt". Passt, weil man es einfach "gut" findet, weil das Thema auch für einen selbst einen "Aufreger" darstellt und das Gefühl, dazu mal endlich seine Meinung sagen zu können, in Richtung eines bestimmten Themas drängt. Oft suggerieren einem solche Gefühle auch, dass man die nötigen Kenntnisse hat und über eine Reihe wichtiger Argumente verfügt, um das Thema zu erörtern, obwohl dies, wenn man näher hinschaut, gar nicht der Fall ist.
Wenn man dann dazu noch dazu neigt, einfach drauflos zu schreiben, dann kommt die Einsicht, sofern sie kommt, beim Schreiben zu spät, um das Thema noch zu wechseln.

Eine Frage der metakognitiven Kompetenz und Schreibkompetenz

Damit das nicht passieren kann, muss man schon einiges über sich und sein Schreiben wissen (metakognitive Kompetenzen). Und Schreibkompetenz in ihren verschiedenen Dimensionen (s. Abb.) gehört natürlich auch dazu. Dann kann man auch wichtige Einsichten darüber gewinnen  wie man gemeinhin beim Schreiben vorgeht und welche alternativen Schreibstrategien es dazu gibt. Aber: Man muss auch bereit sein, etwas darüber zu lernen und ggf. zu ändern!

Es ist also meistens keine gute Idee, sich vorschnell für ein Thema zu entscheiden, wenn mehrere Themen zur Auswahl stehen. Wer einmal unter seinem Aufsatz gelesen hat: "Thema verfehlt", weiß, wovon hier im Extremfall die Rede ist: Ein einziger Quell von Ärger, Wut, Enttäuschung und Trauer.

Eine gute Themenwahl bestätigt sich bei der Betrachtung und Erschließung des Themas

Ob das Thema wirklich passt, entscheidet sich bei der Betrachtung und Erschließung des Themas. Und: Wenn man feststellt, dass das nicht der Fall ist, kann man bei einer entsprechenden Zeitplanung (Zeitmanagement und Ich werde nie fertig. Wie soll ich es jemals schaffen, meinen Aufsatz in der vorgegebenen Zeit abzufassen?) wahrscheinlich noch auf ein anderes Thema umsteigen.

Bei der Betrachtung und Erschließung des Themas muss man zunächst einmal herausfinden, 

Genau hinschauen lautet die Devise

Da muss man also schon ganz genau hinschauen (Betrachtung) und sich entsprechende Gedanken zum Thema machen (Erschließung). Und: Natürlich muss man auch wissen, was man dabei zu tun ist, welche Arbeitsoperationen angesagt sind.

Sich über die einzelnen Arbeitsoperationen informieren

Deshalb stellen wir hier unten noch einmal die wichtigsten Aufgaben bei diesem, dem ersten der insgesamt fünf Arbeitsschritte bei den dialektischen und linearen Grundtypen der freien Problem- und Sacherörterung  zusammen, die mit einem Mausklick zu den entsprechenden Seiten im Arbeitsbereich bringen.

Betrachtung und Erschließung des Themas

In aller Kürze: So wird's gemacht!

In aller Kürze mal einfach der Reihe nach. Bei der Betrachtung und Erschließung des Themas musst du im Allgemeinen fünf Arbeitsschritte durchführen:

  1. Zunächst musst du gewöhnlich ein Thema auswählen. Suche dir ein Thema mit einer Problemstellung heraus, zu der du etwas zu sagen hast. Also nicht unbedingt das, was einen am stärksten "anmacht". Denn manchmal ist es besser, die Sache mit einem kühlen Kopf anzugehen, statt sich einfach etwas von der Seele zu reden.

  2. Dann musst du dir überlegen, was bei der Bearbeitung eines bestimmten Themas allgemein verlangt wird. Jetzt heißt es also herauszufinden, um welchen Erörterungstyp es sich bei dem Thema handelt und welche Bearbeitungsart dazu gefordert ist.
    Dazu musst du also den Erörterungstyp bestimmen. Die zwei wichtigsten sind dabei: die lineare Erörterung und die dialektische Erörterung.

    Beispiel: Pro und Contra Fernsehen

  3. Im nächsten Schritt musst du dir darüber klar werden, worum es bei dem Thema eigentlich geht. Hierzu musst du die Themenstellung untersuchen. Jetzt geht es darum zu klären, was zum Thema gehört und was nicht dazu gehört.
    Dazu muss man das Thema Stück für Stück "auseinander nehmen". Da sind zuallererst einmal die wichtigen Begriffe, die in einem Thema bzw. der Themenstellung vorkommen, genau unter die Lupe zu nehmen. Diese Themabegriffe oder auch Schlüsselbegriffe schreibt man am besten untereinander in tabellarischer Form heraus und notiert dann jeweils dahinter, was bei dem Themabegriff wohl gemeint ist und was nicht.
    Natürlich gehört unendlich viel nicht zu einem bestimmten Thema. Wenn also hier gesagt wird, du sollst auch die Sachen notieren, die nicht zum Thema gehören, dann ist damit nicht barer Unsinn gemeint. Stattdessen soll natürlich nur das zu Papier gebracht werden, was zur Abgrenzung des eigentlichen Themas von angrenzenden Themabereichen oder Themen nötig ist.

Beispiele: Welche Ursachen hat die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland? - Was kann man gegen den Hunger in der Dritten Welt tun? - Das Auto ist heute für viele wie ein lackierter Kampfhund.

  1. Nach der Klärung der Themabegriffe musst du den Inhalt und die Reichweite des Themas problemorientiert erfassen. Das bedeutet einfach ausgedrückt: Formuliere die Ergebnisse deiner bisherigen Arbeit als Fragen, die zum Thema gehören. Auf diese Fragen kannst du später bei der Stoffsammlung noch einmal zurückgreifen.
    Schreibe also auf der Grundlage des vorangegangenen Arbeitsschrittes so genannte Erschließungsfragen nieder, die dir die Richtung deiner problemorientierten Herangehensweise an das Thema anzeigen.

 Beispiel: Welche Ursachen hat die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland?

  1. Die nächste und letzte Arbeitoperation im Rahmen der Betrachtung und Erschließung des Themas stellt die Formulierung der Themafrage dar. Mit der Formulierung der Themafrage - es können u. U. auch zwei bis drei solcher Fragen werden - bringst du deine Überlegungen im ersten Arbeitsschritt der Problemerörterung zum Abschluss.
    Die Themafrage präzisiert und konkretisiert die Themenstellung, also die inhaltliche und sprachliche Form des Themas, das du zu Beginn ausgewählt hast. Sie lautet damit in den meisten Fällen auch anders als das ursprüngliche Thema.

Beispiele: "Touristen sind wie Heuschrecken im Besitz von Devisen.“ - Nehmen Sie zu dieser Aussage eines afrikanischen Politikers Stellung. - "Glückliche" Schnitzel schmecken besser. - Was bedeutet diese paradox (= widersinnig) klingende Aussage? Wie stehen Sie dazu?

 

» Wozu eigentlich die vielen Arbeitsschritte? (FAQ)

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 21.08.2018

     
 

 
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