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Häufig gestellte Fragen zur freien Problem- und Sacherörterung (FAQs)

Soll ich ein Konzept schreiben?


 

 


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Ausformulierte Textentwürfe sind nicht jedermanns Sache

Ob man ein Konzept, also einen Entwurf, vor der Reinschrift (Endfassung) einer freien Problem- und Sacherörterung schreiben soll oder nicht, kann man nicht für jeden oder jede auf die gleiche Weise beantworten.

Es gibt natürlich hinreichend Gründe für und gegen und dagegen. "Na toll" , wirst du jetzt vielleicht sagen, "das hilft mir auch nicht weiter!" 
Woher soll man also wissen, ob man das machen soll, oder nicht?

Die Endfassung ist keine Reinschrift mehr

Konzepte, die im Wesentlichen schon aussehen wie die eigentliche Niederschrift, sind meistens überflüssig.
Denn dies sind keine wirklichen Entwürfe und bringen nur unnötigen Zeitverlust. "Echte" Konzepte sind Entwürfe, die vor der eigentlichen Niederschrift noch einmal gründlich, entweder in einzelnen Teilen (sequenzielle Überarbeitung) oder als Ganzes (konzeptuelle Überarbeitung) überarbeitet werden.

Solche "falschen" Konzepte sind vor allem dann unnötig, wenn die Schreibaufgabe von einem Einzelnen z. B. im Rahmen einer Klassenarbeit oder Klausur bewältigt werden muss. Anders kann dies natürlich gehandhabt werden, wenn man seinen Text nicht im Rahmen strenger Zeitvorgaben schreiben muss. So kann man sich auch Zeit für eine gründliche Überarbeitung eines Textentwurfs nehmen und verschiedene Überarbeitungsstrategien folgen, bis man ganz zum Schluss eine Endfassung als "Reinschrift" abfasst.

Aber auch in einem solchen Fall, schreibt man, weil man nicht zufrieden ist, nicht einfach wieder von vorne los, sondern schaut genau hin, was nicht passt, überlegt sich Lösungsmöglichkeiten und nimmt erst dann die nötigen Überarbeitungen vor. (Strategie des planvollen Untersuchens und Überarbeitens)

Sieht man einmal von besonders "geflickten" Niederschriften ab, die wegen aller möglichen Vor- und Rückverweise kaum mehr leserlich sind, ist die Niederschrift also heute im Allgemeinen meistens keine wirkliche Reinschrift und schon längst keine Schönschrift mehr. 

Auch wenn das Lehrerinnen und Lehrern, die die Manuskripte häufig wirklich nur mit Mühe lesen und verstehen können, nicht unbedingt gefällt: Es hat einfach damit zu tun, dass die Gewichtung der äußeren Form eines handschriftlichen Aufsatzes heute längst nicht mehr den Stellenwert hat wie früher.

Wer seinen Aufsatz also "nur" ein zweites Mal in Reinschrift abschreibt, muss schon viel Zeit haben.

Trotzdem: Eine leserliche und den Lesefluss nicht immer wieder unterbrechende Form der Darstellung kommt immer besser "rüber", als ein unleserliches mit Häkchen, Sternchen, Klammern und Durchstreichungen versehenes Werk! 
Und: Wer sich einmal in die Rolle einer Lehrerin oder eines Lehrers versetzt, der Aufsätze korrigieren muss, wird schnell kapieren, dass die "Form" immer eine Rolle spielt, auch wenn sie sich nicht einfach auf der Notenskala ablesen lässt. Aber Lehrer sind schließlich auch nur Menschen!

Teilkonzepte helfen weiter!

Ein Konzept kann dennoch von Nutzen sein und ist sogar für viele anzuraten, wenn man darunter nicht das vollständige erste Abfassen eines Aufsatzes versteht.

Wir plädieren also sehr für das Abfassen von Teilkonzepten. In einem Aufsatz gibt es immer Passagen, in denen es aus inhaltlichen, argumentativen oder sprachlich-stilistischen Gründen "eng" wird. Statt einen Gedanken einfach niederzuschreiben, muss man genau überlegen, was und wie etwas im einzelnen gesagt werden soll.
Hier lohnt sich also schon einmal ins Unreine zu formulieren, die inhaltliche Richtigkeit und gedankliche Folgerichtigkeit sowie die korrekte sprachlich-stilistische Gestaltung zu überprüfen, ehe man sie in der Niederschrift verhunzt. 

Ein Teilkonzept kann ganz verschieden ausfallen. In der Regel handelt es sich dabei um eine der nachfolgenden Möglichkeiten:

  • die vollständige Abfassung eines einzelnen Gliederungspunktes 

  • eine stichwortartige Argumentationsskizze, die Thesen, Argumente usw. im Modell der einfachen oder erweiterten Argumentation darstellt

  • eine stichwortartige Auflistung bestimmter inhaltlicher Gesichtspunkte (auch Mind Map)

Das Konzept wird nicht benotet

Im Allgemeinen werden das Konzept oder die erstellten Teilkonzepte, wie auch die durchgeführten Arbeitsschritte bis hin zur Arbeitsgliederung nicht benotet. Bewertet wird nur die Niederschrift der freien Problem- und Sacherörterung, wenn nichts anderes zuvor vereinbart worden ist.

Natürlich gibt es gerade bei Lehrplan- bzw. Unterrichtseinheiten zur Erörterung auch die Möglichkeit, dass Klassenarbeiten geschrieben werden, die die schriftliche Dokumentierung bestimmter Arbeitschritte vor der Abfassung der Erörterung zum Gegenstand haben. Also besser vorher fragen, als hinterher ein langes Gesicht machen!

Unterschiedlich gehandhabt wird auch, ob ein Konzept oder die anderen Vorarbeiten der Niederschrift bei einer Klassenarbeit / einer Klausur mit abgegeben werden müssen oder nicht.
Dies sollte einfach auch schon vorher von den Lehrkräften und Schülern vereinbart werden.
Für die Lehrerin oder den Lehrer können diese Vorarbeiten natürlich wichtige Hilfen sein, um die Leistung des Schülers bei der Niederschrift genauer beurteilen zu können, und - und das ist weit wichtiger - die Beratung eines Schülers nach der Korrektur zu verbessern. Bei Prüfungsarbeiten müssen sämtliche Unterlagen (Vorarbeiten usw.) abgegeben werden!

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 06.10.2018

     
 

 
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