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Häufig gestellte Fragen zur freien Problem- und Sacherörterung (FAQs)

Muss man seine Gesichtspunkte, Gliederungspunkte oder Argumente eigentlich in einer bestimmten Reihenfolge bringen?


 

 

 

 


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Eine sinnvolle Reihenfolge ist immer wichtig

Das ist wirklich eine berechtigte Frage (s. o.). Allerdings ist die Antwort darauf nicht ganz so einfach.
Es ist nämlich schon ein großer Unterschied, ob man eine schriftliche Argumentation (z.B. Problemerörterung oder kommentierender Leserbrief) verfasst oder im Rahmen einer Diskussion mündlich argumentiert.

Eine sinnvolle Reihenfolge der Gesichtspunkte ist bei einer schriftlichen oder mündlichen Argumentationimmer wichtig.

Wenn man argumentiert soll ja nicht der Eindruck entstehen, dass die Argumente beliebig sind oder alle gleich wichtig sind.

Wann eine Reihenfolge aber sinnvoll ist, hängt von etlichen Gesichtspunkten ab. Besonders wichtig sind dabei die Kommunikationssituation im Allgemeinen, der Adressatenbezug und die Schreibform:  Wen will ich mit meinen Argumenten wo in welcher Zeit erreichen?
 

Das Wichtigste zuletzt - Das Prinzip des steigernden Aufbaus der Problemerörterung

Bei der freien Problem- und Sacherörterung als Aufsatzform ist es für viele unbestritten Gesetz: Das Wichtigste zuletzt.

Verlangt wird dabei ein steigernd angelegter Aufbau. Dies bedeutet, dass die Reihe der Argumente mit dem vermeintlich schwächsten, d.h. am wenigsten überzeugenden Argument beginnt und nach und nach steigernd schließlich mit schlagkräftigsten Argument endet.

Die vorgebrachten Argumente folgen also damit einer Struktur, die eine sinnvolle Reihenfolge darstellt.

Der Grund dafür liegt in der Vermutung, dass das am Ende eines derartigen Aufsatzes zu fällende Sach- und/oder Werturteil am besten dann einleuchtet, wenn die "schlagenden" Beweise nach einem steigernd angelegten Aufbau  am Ende der argumentativen Beweisführung stehen.

Trotzdem kann man einen Problemerörterungsaufsatz aber auch in umgekehrter Reihenfolge aufbauen (vom stärksten zum schwächsten Argument). Denn auch so werden die Argumente in eine äußere Struktur eingepasst. Meistens gewünscht ist allerdings der steigernde Aufbau.

Auf alle Fälle lohnt es sich nachzufragen, was von einem Lehrer oder einer Lehrerin gemeinhin erwartet wird.

  • Allzu entschiedenen Verfechtern des steigernden Aufbaus lässt sich natürlich auch entgegenhalten, dass es auch angebracht sein kann, andere Strukturierungsprinzipien, wie z.B. das der inhaltlichen Zusammengehörigkeit, zu verwenden.

  • Und außerdem:  Wer die Abfassung von Überleitungen ernst nimmt, hat damit schließlich auch ein ausgezeichnetes Instrument in der Hand, um die die grundsätzliche Bedeutung und den Stellenwert von Argumenten im Zusammenhang anderer hervorzuheben. Die Gewichtung der Argumente muss sich also nicht unbedingt in ihrer Reihenfolge niederschlagen. 

Das Wichtigste zuerst

Es gibt gute Gründe, die wichtigsten Argumente schon am Anfang zu bringen. Dies gilt vor allem für Argumentationen in der mündlichen Rede.

  • Wer z.B. an einer Diskussion teilnimmt und damit mit der Gefahr rechnen muss, unterbrochen zu werden, tut gut daran, seine wichtigen Argumente nicht erst nach längeren Ausführungen zu bringen.
    In so mancher Diskussionsrunde von Politikern im Fernsehen würde andernfalls das Wichtige mitunter nicht einmal gesagt.

  • Die Befolgung des Grundsatzes "Das Wichtigste zuerst" kann aber auch dann angeraten sein, wenn man bei längeren Ausführungen, oder weil man z.B. erst nach ermüdenden Vorreden zu Wort kommt, versucht, wenigstens noch das Wichtigste "an den Mann" zu bringen.

  • Aber auch beim kommentierender Leserbrief kann es wichtig sein, seine wichtigsten Argumente immer am Anfang zu bringen.
    Die Leserbriefredaktionen, die gar nicht umhin kommen, die eingehenden Leserbriefe zu kürzen, neigen gängiger journalistischer Praxis folgend (Lead-Stil) dazu, den Text von hinten zu kürzen.
    Ob allerdings die Spielart des kommentierenden Leserbriefes, wie sie in der Schule verlangt wird, so gestaltet werden soll, lässt sich nicht verbindlich sagen. Hier sollte man auf jeden Fall mit seinem Lehrer bzw. seiner Lehrerin klären, was erwartet wird.

 

Gert Egle, zuletzt bearbeitet am: 03.10.2018

     
 

 
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