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Als literarische Erörterung wird eine als linearer oder dialektischer Typ auftretende Form der schriftlichen Auseinandersetzung bezeichnet, deren Themenstellungen sich auf Fragen oder Problemfelder aus dem Bereich der Literatur und Kunst beschränken. Sie gehört zu den Standardaufgaben im Deutschabitur. Der literarischen Erörterung als Aufsatzform liegt die Annahme zugrunde, dass Literatur als Teil unserer Lebenswelt kulturelle Erfahrungen bewahrt und speichert, die immer wieder herangezogen werden können, wenn es um Probleme menschlichen Daseins und menschlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft geht. Sie kann, wie es die Einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Deutsch (EPA) 2002 beschreiben, dem einzelnen bei der Selbstfindung helfen und seine Fähigkeit fördern, sich in andere Menschen hineinzuversetzen (Empathiefähigkeit), und Zugänge zu Fremdem eröffnen. Die literarische Erörterung gibt dem jeweiligen Verfasser Gelegenheit im erörternden Erschließen, schreibend über sich selbst nachzudenken und dabei eine differenzierte, dem Gegenstand angemessene Sprache zu entwickeln. Die literarische Erörterung stellt, systematisch gesehen, keinen besonderen Erörterungstyp dar, sondern nimmt eine gewisse Zwischenstellung zwischen Problem- und Texterörterung ein. (vgl. Arbeitsaufgabe) Die Eingrenzung ihrer Themen auf Literatur und Kunst macht sie zu einer besonderen Aufsatzform, die im Grunde genommen auf den gleichen Voraussetzungen beruht, wie sie zur Erörterung von thematisch nicht genauer festgelegten textungebundenen oder textgebundenen Erörterungsformen vonnöten sind. Deren wichtigste sind in dem Begriff erörterndes Erschließen zu erkennen. Ein Thema oder Problem ist auf seine verschiedenen Facetten oder Aspekte hin zu erschließen, d. h. es müssen die nötigen sachrelevanten Aspekte eines solchen Themas erkannt und erfasst werden und ihre Bedeutung in einem größeren Zusammenhang beurteilt werden. Rhetorische Grundkenntnisse in der Argumentation und die Fähigkeit, begründete Schlüsse zu ziehen, sind für die sinnvolle Bewältigung der Aufgabe dabei unverzichtbar. Themen bei der literarischen Erörterung Zur Erörterung kommen im Allgemeinen Themen, die bei der Betrachtung eines oder mehrerer literarischer Werken darauf gerichtet sind,
Konkretisiert werden Grundsätzlich kann sich die literarische Erörterung auch mit gattungspoetischen Fragen befassen. Ihre Fragestellungen beziehen sich in der Regel auf die literaturhistorische Entwicklung bestimmter Merkmale einer Literaturgattung oder fordern zu einem allgemeinen Vergleich solcher Merkmale auf. Und darüber hinaus können auch Fragen gestellt werden, die verlangen, dass Texte
Die Struktur der Aufgabenstellung In der Regel besteht die Aufgabenstellung der literarischen Erörterung aus zwei Teilen, die im Allgemeinen sowohl beim Problemerörterungstyp (textungebundener Typ) und dem Texterörterungstyp (textgebunden) vorkommen. Sieht man freilich genauer hin, sind je nach Themenstellung verschiedene Textteile möglich, wie das nachfolgende Beispiel zeigt:
Üblich ist es entweder eine einzelne These voran- oder zwei konträre Thesen einander gegenüberzustellen. Diese müssen dann auf dem Weg des erörternden Erschließens bearbeitet werden, die mit der anschließenden Arbeitsanweisung eingefordert wird.
Ebenso verbreitet ist die Voranstellung eines mehr oder weniger langen Zitates eines Dichters, Künstlers oder einer anderen Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die sich in der Regel über Literatur, Kunst, Kultur oder Kulturbetrieb äußert. Insofern handelt es sich um ein Zitat-Thema, wie es auch bei der allgemeinen Problemerörterung vorkommt. Im Anschluss daran formuliert die ein- oder mehr-, meist zweiteilige Arbeitsanweisung den Arbeitsauftrag, der meistens direkt oder indirekt auch auf behandelte Pflichtlektüren verweist und deren Einbeziehung in die Darstellung fordert.
Die Arbeitsanweisung bzw. der Arbeitsauftrag bei der literarischen Erörterung ist heutzutage in der Regel zweiteilig, kann aber auch einteilig ausfallen, wie die die beiden nachfolgenden Beispiele zeigen. (vgl. Liste von Themen)
Im ersten Fall handelt es sich um eine
einteilige Arbeitsanweisung, die zur (kritischen)
Auseinandersetzung und damit zum Erörtern der Aussage Erich Fromms
im Zusammenhang und im Vergleich mit zwei Pflichtlektüren, in einem
vom Begriff Liebe vorgegebenen thematischen Horizont. |
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